12.02.2012   Startseite   RSS   Inhalt  

Das richtige Gemüse am richtigen Platz
 

Stimmen die Voraussetzungen, muss man sich entscheiden, was angebaut werden soll und wo. Stehen ein oder mehrere Beete für den Küchengarten zur Verfügung, ist es ratsam, sich einen genauen Plan anzulegen und aufzubewahren. Denn Gemüse hat sehr unterschiedliche Ansprüche:
  • Man unterscheidet zwischen Starkzehrern d.h. Gemüse mit hohem Nahrungsbedarf wie z.B. Kartoffeln, Tomaten, Kohl oder Zucchini, Mittelzehrern z.B. Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Schwachzehrern wie Feldsalat oder Radieschen. In einem Beet oder Kasten sollten deshalb immer nur eine Art oder Pflanzen mit den gleichen Ansprüchen zusammengepflanzt werden.
     
  • Um den Boden nicht einseitig auszulaugen, hat sich der sogenannte Fruchtwechsel bewährt. Dabei teilt man die zur Verfügung stehende Fläche in vier gleiche Teile, drei davon für die Gemüsesorten der drei Kategorien, auf dem vierten sät man Gründünger-Pflanzen aus, die dem Boden Nährstoffe zuführen wie Leguminosen oder die blau blühende Phacelia. Im folgenden Jahr rotiert das ganze um ein Beet weiter, bis man nach vier Jahren wieder am Ausgangspunkt angekommen ist.
     
  • In jeder Beziehung empfehlenswert ist es außerdem, innerhalb der Beete verschiedene Gemüse und Kräuter anzupflanzen. Denn die Mischkultur verhindert die Ausbreitung von artspezifischen Schädlingen und Krankheiten, der Boden wird nicht einseitig beansprucht, der Platz perfekt ausgenutzt, indem man schlanke Pflanzen wie Lauch neben ausladende wie Kohl, tiefwurzelnde wie Kartoffeln und Möhren neben flachwurzelnde wie Spinat pflanzt. Außerdem sieht es viel schöner aus und bringt mehr Vielfalt auf den Teller. Allerdings gibt es auch Pflanzen, die sich gegenseitig nicht ‚riechen’ können und unter solcher Nachbarschaft leiden würden. Erstaunlicherweise passen häufig Gemüse und Kräuter gut zusammen, die auch in Gerichten perfekt harmonieren wie Bohnen und Bohnenkraut, Tomaten und Basilikum, Gurken und Knoblauch. Informationen über weitere verträgliche Kombinationen findet man in Gartenbüchern und –zeitschriften.
     
  • Wer über einen möglichst langen Zeitraum frischen Salat ernten oder nicht vor dem Problem stehen will, Berge reifer Bohnen verarbeiten zu müssen, sollte im Abstand von ein bis zwei Wochen - so lange es die Reifezeit erlaubt - nachsäen.
     
  • In Töpfen und allerlei anderen - auch zweckentfremdeten – Gefäßen wie Zinkwannen, Weinkisten, Körben lässt sich so ziemlich alles kultivieren, solange darin genügend Platz ist und für einen funktionierenden Wasserabzug gesorgt ist. Neu sind sogenannte „Grow Bags“ (von Floragard), Säcke mit Spezialerdmischungen, in die man Löcher schneidet und sie direkt bepflanzt. Das lässt sich allerdings auch mit jedem normalen Sack Erde bewerkstelligen beispielsweise liegend für Pflücksalate oder stehend für Tomaten oder Kartoffeln. Wichtig sind nur die Löcher für den Wasserabzug und regelmäßige Düngergaben. Aus England kommen patentierte Pflanztaschen (bei waschbaer.de), die ebenfalls ein geringes Eigengewicht und gegenüber dem Erdsack den Vorteil stabiler Tragegriffe haben, so dass man das sonnenhungrige Gemüse wandern lassen kann.

Gärtnern ist ein Abenteuer, denn wie sich Pflanzen entwickeln, hängt von vielen Faktoren ab.
Gegen einen verregneten Sommer ist man machtlos. Mit unersättlichen Schnecken muss man zu leben lernen. Doch die ersten selbst geernteten Zucchini oder Zuckerschoten schmecken einfach unvergleichlich.
 
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