Gartenwissen
Regentonne spart Wasser
27.04.2011
Von Helga Riedel
Deutschland ist eines der niederschlagsreichsten Länder der Erde. Doch leider fällt der Regen nicht immer dann, wenn es der Garten gerade bräuchte. Um die Wasserrechnung in trockenen Sommern nicht in die Höhe zu treiben, lohnt es sich, das Regenwasser zu sammeln.

Rund 840 Liter Regen und Schnee fallen durchschnittlich pro Jahr auf jeden Quadratmeter – doch leider nur statistisch betrachtet. Denn während sich weite Teile Ostdeutschlands mit einem Niederschlags-Maximum von 600 Litern begnügen müssen, geht über anderen Regionen wie z.B. Oberbayern oder dem Harz locker die doppelte Menge nieder.
Dabei kommt es hier wie dort zu immer extremeren Ausschlägen: Auf der einen Seite Unwetter wie am 26. August 2006 in Berlin, bei dem am Flughafen Tegel mit 126 Litern in drei Stunden die höchste Niederschlagsmenge des Jahres gemessen wurde, und auf der anderen Seite länger andauernde Trockenperioden, in denen es selbst hierzulande beispielsweise im Rhein-Main-Ballungsgebiet schon zu Trinkwasserengpässen und –rationalisierungen gekommen ist.
Für Gartenbesitzer sollte es deshalb ein Gebot ökonomischer und ökologischer Vernunft sein, Regenwasser zu sammeln, um auch in Zeiten großer Hitze und Trockenheit auf den Einsatz von wertvollem Trinkwasser so lange wie möglich verzichten zu können. Die einfachste und günstigste Methode ist dafür immer noch die Regentonne.
Teiche als Regensammelstelle
Hat man allerdings ein sehr großes oder intensiv genutztes Grundstück zu bewässern, stößt man schnell an Kapazitätsgrenzen. Denn der Wasserbedarf liegt je nach Art der Bepflanzung zwischen 60 und 300 Litern pro Quadratmeter und Jahr. Zisternen stellen da eine mögliche Alternative dar. Vor allen Dingen beim Neubau eines unterkellerten Hauses halten sich die Kosten für ein unterirdisches Wasserreservoir in akzeptablen Grenzen. Aber auch ein großer Teich kann unter bestimmten Umständen als Regensammelbecken dienen. Nicht versäumen sollte man, sich bei der zuständigen Kommune nach möglichen Fördermitteln zu erkundigen.
Für welche Variante man sich auch immer entscheidet: Mit ein paar einfachen Tricks lässt sich beim Gießen jede Menge Wasser sparen. Das bewährt sich auch dann, wenn trotz allem die Regenwasservorräte mal erschöpft sein sollten.
Fördermittel
Da die Vergabe von Fördermitteln für die Regenwassernutzung in den Zuständigkeitsbereich von Städten und Gemeinden fällt, lassen sich darüber keine allgemeinen Aussagen machen. Die Stadt Heidelberg fördert beispielsweise „Regenwasserbehälter ab einem Volumen von mindestens 0,5 Kubikmetern“ mit „bis zu 25 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten, maximal 100 Euro je Kubikmeter Speichervolumen“. Die Förderung muss zurückgezahlt werden, falls die Anlage nicht mindestens zehn Jahre in Betrieb bleibt – ein Zeitraum, in dem sich Zisternen in der Regel auch amortisiert haben. Die Stadt München dagegen empfiehlt zwar seinen Bürgern die Verwendung von Regenwasser für den Garten, fördert dies aber mit keinem Cent. Wer eine Anschaffung zum Auffangen von Regenwasser plant und sei es nur eine Regentonne, sollte sich also unbedingt bei der zuständigen Behörde über die mögliche Förderung informieren.
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