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Gartenmöbel

Preis ist nicht das einzige Kriterium

21.03.2011
Von Helga Riedel
Wer die Wahl hat, hat die Qual - das gilt auch für den Kauf von Gartenmöbeln. Das Angebot ist ebenso riesig wie die Preisunterschiede: vom weißen stapelbaren Plastikstuhl (einem der erfolgreichsten Möbelstücke aller Zeiten), über gemütliche Korbsessel, wuchtige Sitzgruppen aus Tropenholz, filigranes Eisengestühl, Aluminium-Möbel in vielerlei Materialkombinationen bis hin zu exklusivem Kunststoffgeflecht.
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Da will die Entscheidung wohl überlegt sein, und der Preis sollte nicht allein den Ausschlag geben. Denn was nützt einem das tollste Schnäppchen, wenn die elegante Tafelrunde aus weiß lackiertem Holz, im Räumungsverkauf zum halben Preis ergattert, wegen Platzmangels draußen überwintern muss. Die Freude wird dann nur von kurzer Dauer sein.

Ästhetik und Budget können also nicht die einzigen Kaufkriterien sein. Entscheidend ist, welches Material Ihren Bedürfnissen am ehesten gerecht wird.
 

Materialien im Überblick

 

Material Vorteil

 
Nachteil

 
Kunststoff

 
Geringer Pflegeaufwand, leicht, viele Klappmöbel, Geflecht aus Hularo (Polyäthylen) sieht natürlich aus, ist ökologisch unbedenklich und absolut wetterbeständig. Normaler Kunststoff muss im Winter geschützt werden.

 
Holz

 
Breites Angebot in allen Stilrichtungen, kreative Gestaltungsmöglichkeiten (selber bauen, mit Farbe verändern) Möbel aus Robinie oder Tropenholz sind praktisch unverwüstlich, brauchen wenig Pflege. Von Robinie und Tropenhölzern abgesehen nicht witterungsbeständig, muss regelmäßig mit Holzschutzmitteln behandelt werden, teilweise schwer.

 
Aluminium

 
Aluminium allwettertauglich und extrem leicht, ideal für schnelle Sitzplatzwechsel Geringe Farbauswahl.

 
Stahl

 
Langlebig, stabil, kann verschieden lackiert werden, Edelstahl ist rostfrei. Muss vor Rost geschützt werden, ohne Auflagen kalt, schwer.

 
Eisen

 
Große Modell- und Farbauswahl. Rostet schnell, Anstrich muss öfters erneuert werden.

 
Korb Gemütlich, mediterranes Flair. Nur für überdachte Terrassen geeignet, muss im Winter eingeräumt werden.

Gartenmöbel aus all diesen Materialien gibt es jeweils in unterschiedlichen Qualitäten und Preislagen. Von der patentrechtlich geschützten, relativ neuen Hularo-Faser abgesehen ist Kunststoff ein preisgünstiger Werkstoff. Um so mehr sollte man es hier mit der Sparsamkeit nicht übertreiben. Minderwertiger Kunststoff verträgt Wechselbäder zwischen Regen, Sonne und Kälte schlecht, wird brüchig, die Farben verblassen, Weiß kann vergilben.

Scharniere, Schrauben und Federn sollten stabil und rostfrei, Kunststoff-Bespannungen von Stühlen und Liegen nicht nur für Leichtgewichte geeignet sein. Besser ist es also, nach hochwertigen Kunststoff-Möbeln bekannter Hersteller zum günstigen Preis Ausschau zu halten. Versandhäuser, Gartencenter und Lebensmitteldiscounter locken gerade im Frühjahr mit Sonderangeboten.

Wer seine Gartenmöbel aufstellen, vergessen und noch den Enkeln vererben will, wird sich für Tropenholz entscheiden. Einmal im Frühjahr mit Neutralseife schrubben - mehr Pflege ist nicht nötig. Nur wenn man die Veränderung der Farbe in silbergrau verhindern möchte, muss man regelmäßig ölen. Beim Kauf dieser Möbel sollte man allerdings unbedingt auf das Gütesiegel "FSC" achten. Nur der "Forest Stewardship Council" garantiert die Herkunft des Holzes aus umweltverträglicher, nachhaltiger und auch sozial verantwortlicher Waldwirtschaft. Hände weg von Billigware und Superangeboten mit dubiosen Herkunftsbezeichnungen wie "aus asiatischem Plantagenanbau" ohne das Gütesiegel: Mit dem Kauf solcher Möbel beteiligt man sich an der Zerstörung der Regenwälder.

Eine gleichwertige Alternative zum Tropenholz ist die aus Nordamerika stammende Robinie. Bereits seit dem frühen 18. Jahrhundert wird der Baum wegen seiner Härte und Wetterbeständigkeit vor allem in Ungarn und Rumänien als Nutzholz angepflanzt und nun mehr und mehr auch für die Herstellung von Gartenmöbeln genutzt.

Das schlechte Image des Aluminiums hat sich in den letzten Jahren ins Gegenteil verkehrt: vom billigen zum Mode-Metall bei Gartenmöbeln. Es gibt sie puristisch ganz aus Aluminium oder in Kombinationen mit verschiedenen Hölzern, Kunststoff oder Segeltuch. Tatsächlich spricht vieles für das Material: Es ist sehr leicht, so dass man ganz schnell aus der prallen Sonne in den lichten Schatten eines Baumes umziehen kann, es bedarf so gut wie keiner Pflege und ist zudem auch noch preisgünstig.

Möbel aus Eisen und Stahl sollten unbedingt verzinkt und pulverbeschichtet sein. Sie bleiben sonst in unserer Klimazone nur mit einigem Aufwand über Jahre funktionstüchtig und schön. Denn schon die Luftfeuchtigkeit verursacht an schadhaften Stellen im Lack Rost.

Korbmöbel, obwohl vom Frühjahr an allerorts von fahrenden Händlern auf der grünen Wiese günstig angeboten, sind nur für überdachte Terrassen und Balkone geeignet, wo sie dann allerdings das Flair des Südens und den Charme vergangener Zeiten verbreiten.

 
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