Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Winterreifen Pflicht. Wer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen erwischt wird, muss mit Bußgeld rechnen. Doch nicht jeder Winterreifen hält, was er verspricht. Dabei müssen gute Winterreifen nicht teuer sein – und ein Preisvergleich spart zusätzlich Geld.
Die Stiftung Warentest und der ADAC haben bei ihrem jüngsten Test immerhin drei Pneus als "mangelhaft" aussortiert, weil sie den Anforderungen nicht genügten. Insgesamt 28 Winterreifen nahmen die Tester unter die Lupe – vom Billig- bis zum Premium-Reifen. Fazit: Es muss nicht immer der teuerste Reifen sein, aber die Billigprodukte sind manchmal auch keine gute Wahl. So fielen drei Reifenmodelle, allesamt Billigreifen aus chinesischer Herstellung, durch den Test und bekamen das Urteil „mangelhaft“, weil sie eklatante Schwächen im Fahrverhalten auf nasser Straße zeigten und zumeist auch einen deutlich zu langen Bremsweg auf nassem Asphalt hatten. Preis der „Mangelhaften“: je nach Größe 54 bis 91 Euro pro Reifen. Dass Qualität nicht unbedingt viel mehr Geld kosten muss, zeigt der Preis des günstigsten "guten" Winterreifen in der Größe 185/65 R15T: Er kostet im Schnitt 66 Euro, und der Testsieger ist nur drei Euro teurer.
Gute und sichere Reifen müssen nicht teurer sein
Allerdings gibt es von Händler zu Händler große Preisunterschiede. Am Beispiel des Testsiegers: Den „Dunlop SP Winter Sport 3D MO“, der den Vergleich in der Größe 185/65 R15T (passend für Fahrzeuge wie Opel Astra oder die Mercedes-A-Klasse) gewann, bekamen die Tester beim günstigsten Händler für 56 Euro, während sie beim teuersten 85 Euro zahlen mussten. Preisunterschied: 29 Euro pro Reifen – das macht bei einem Satz (vier Stück) schon rund 120 Euro aus. Und: Je breiter (und damit teurer) die Reifen, desto größer die Unterschiede. Bei der Reifengröße 225/45 R17H (für Automodelle wie Audi A3, Opel Astra, Fiat Stilo oder VW Golf) mussten die Tester für den besten Reifen Michelin Alpin A4 im teuersten Fall 224 Euro auf den Tisch blättern, im günstigsten Fall nur 160 Euro – mehr als 60 Euro Unterschied pro Reifen. Deshalb lohnt sich ein Preisvergleich – am besten bei mehreren Händlern vor Ort nachfragen und zusätzlich das Internet nutzen. Dort bieten Händler wie
Reifen-Direkt oder
Reifen.com eine breite Auswahl und häufig noch günstigere Preise.
Wichtig: Die Preise gelten in der Regel nur für einen Reifen pur, das heißt ohne Felge und ohne Montage. Wer wissen möchte, wie teuer der Reifenwechsel am Ende tatsächlich wird, fragt nach Komplettangeboten mit Montage, Auswuchten, Ventil und Entsorgung der Altreifen. Auch hier besteht erhebliches Sparpotenzial.
Reifen nicht zu spät gegen neue austauschen
Zwar ist eine Mindest-Profiltiefe von nur 1,6 Millimeter vorgeschrieben. So lange sollte der Autofahrer allerdings nicht bis zum Kauf neuer Reifen warten, denn mit abnehmender Profiltiefe lässt die Leistungsfähigkeit von Reifen nach. Empfehlung des ADAC: Winterreifen mit weniger als drei Millimeter Profiltiefe (schmale Reifen wie z. B. 175 Millimeter Breite) bzw. vier Millimeter (breite Reifen ab 205 Millimeter Breite) sollten nicht mehr oder nur mit äußerster Vorsicht auf Schnee, Eis und Matsch gefahren werden.