Sparen ja, aber nicht an der Sicherheit. Deshalb sollten sich Autofahrer frühzeitig Gedanken machen, wenn die Reifen ihres Fahrzeugs an Profil verlieren. Der Gesetzgeber erlaubt zwar, das Profil bis auf 1,6 Millimeter abzufahren. Das ist dann aber ein gefährliches Spiel. Denn schon bei vier Millimetern steigt das Aquaplaning-Risiko bei Regen enorm. Deshalb gilt die Faustregel: Sommerreifen gehören allerspätestens dann erneuert, wenn nur noch zwei Millimeter Profil drauf sind, Winterreifen dann, wenn die vier Millimeter unterschritten werden – weil sie keine ordentliche Traktion bei Schnee mehr bieten und wegen ihrer schlechteren Nässeeigenschaften an Haftung verlieren und beim Bremsweg zulegen.
Frühzeitig um den Reifenkauf kümmern heißt auch, sich einmal zur "unpassenden" Zeit nach Reifenkonditionen zu erkundigen. Das kann der Winterreifenkauf zum Ende der kalten Jahreszeit sein, wenn die Händler ihre Lager räumen. Oder der Sommerreifenkauf im Spätherbst.
Wer in diesem Jahr neue Sommerreifen braucht, sollte sich überdies frühzeitig kümmern. Die Lieferengpässe bei Winterreifen und die daraus folgenden verlängerten Produktionszeiten für Winterreifen werden vermutlich dafür sorgen, dass die Sommerreifenbestände im Handel schneller knapp werden.
Die Grundregel beim Reifenkauf heißt: Preisvergleich ist alles. Beim Reifenkauf hängt der Preis erheblich stärker vom Händler vor Ort ab als in anderen Branchen: Wie seine Einkaufskonditionen sind, ob er mit Sonderangeboten auf Kundenfang ist, an welchen Hersteller er mehr oder weniger eng gebunden ist.
So gehört Vergölst zur Continental-Gruppe und ist (fast) immer für günstige Preise bei Conti-Reifen gut. Deshalb schwanken die Preise auch innerhalb einer Stadt ganz erheblich. Preisunterschiede von mehr als 100 Euro für einen Reifensatz sind schnell drin, abhängig von Reifengröße und der Höchstgeschwindigkeit, für die die Reifen zugelassen sind.
Beim Sommerreifentest von ADAC und Stiftung Warentest im Frühjahr 2011 lagen zum Beispiel die Preise für den Testsieger im Format 175/65 R14 T, den Conti PremiumContact, zwischen 43 und 70 Euro pro Reifen. Das ist eine Preisersparnis von fast 100 Euro pro Satz. Auch beim Winterreifentest im Herbst sahen die Preisunterschiede nicht grundlegend anders aus. Bei Reifen der gehobenen Kategorie, also Breitreifen mit hohem Geschwindigkeitsindex für sportliche Fahrzeuge oder große Limousinen, fällt die mögliche Ersparnis pro Reifen noch fühlbar größer aus.
Selbst niedrig angesetzte 100 Euro Preisersparnis sind je nach Fahrzeug schon zwei komplette Tanfüllungen und einige Wochen Mobilität – oder die Benzinkosten für einen kleinen Urlaub zwischendurch. Oder anders gerechnet: Bei einem preisgünstigen Anbieter gibt es den kompletten Reifensatz zum Preis von zwei Reifen.
Im Internet sind die Preise oft noch niedriger
ReifenDirekt in Hannover etwa kauft zu Großabnehmerpreisen bei der Industrie und gibt einen guten Teil dieses Vorteils an die Kunden weiter. Geliefert werden die Reifen per Kurier, montiert werden sie von Betrieben, die mit ReifenDirekt zusammenarbeiten. Rund zehn Euro pro Reifen muss man veranschlagen.
Auch
eBay hat einen Reifenshop installiert, in dem viele große Reifenhändler (zum Beispiel Vergölst, aber auch ReifenDirekt) ihre Ware anbieten. Will sich der Käufer selbst um einen Montagebetrieb kümmern, kann er sich Reifen nach Hause schicken lassen. Nach Eingabe der Kunden-Postleitzahl zeigt der eBay-Shop aber auch Betriebe in der Umgebung an, die die Montage zu einem Festpreis anbieten. Wählt der Käufer diese Option, werden die Reifen direkt zu dem Betrieb geschickt, der Käufer muss nur noch zum vereinbarten Termin beim Reifenhändler in seiner Nachbarschaft vorfahren, damit die neuen Pneus montiert werden können.
Die Suche in den Internetshops erhöht die Wahrscheinlichkeit, bei günstigen Anbietern zu landen. Garantiert ist aber nicht, dass die Web-Angebote tatsächlich immer den preiswertesten Reifen bringen. Die Nachfrage bei örtlichen Reifenhändlern gehört deshalb beim Reifenkauf immer dazu. Denn wenn der Händler um die Ecke nicht nur einen günstigen Reifenpreis anbietet, sondern darüber hinaus auch noch einen Sonderpreis für Montage und andere Nebenkosten, dann steht der Kunde fürs Gesamtpaket besser da.
Wichtig deshalb: Fragen Sie immer nach einem Angebot "Reifen fertig montiert". Dazu gehören neben dem Reifenpreis die Kosten für Wuchten, Montage, Ventile und die Entsorgung der Altreifen. Und die Mehrwertsteuer. Allzu gern nennen die Händler Netto-Preise, die auf den ersten Blick günstig erscheinen, zu denen dann aber Mehrwertsteuer und Nebenkosten hinzu kommen.
Zurückhaltung ist auch geboten, wenn der Händler für die Wunschmarke am Telefon ein günstiges Angebot macht, dann aber, wenn der Kunde zur Montage erscheint, "zufällig" keinen kompletten Satz mehr da hat, aber eine günstige Alternative anbietet. Wer sich für eine bestimmte Marke entschieden hat, weil er damit gute Erfahrungen gemacht hat oder die Tests gut ausgefallen sind, sollte dann auf diesem Produkt bestehen. Und zwar zum angebotenen Preis.