Hauptuntersuchung
Sparen bei der Plakette
01.08.2011
Von Anja Lang
Wer denkt, die zweijährige Hauptuntersuchung kostet überall gleich viel, liegt falsch. Zwischen den einzelnen Prüforganisationen und Werkstätten gibt es teils erhebliche Preisunterschiede. Wo es besonders günstig ist.
Alle zwei Jahre – Neuwagen erst nach drei Jahren – müssen deutsche Autos zur Hauptuntersuchung. Die Prüf-Plakette ist Pflicht. Seit dem Fall des TÜV-Monopols haben Autofahrer die freie Wahl, wo sie sich das amtliche Prüfsiegel besorgen. Denn auch Dekra, GTÜ und freie Werkstätten bieten den Service an – allerdings zu stark unterschiedlichen Preisen, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in einer Stichprobenuntersuchung herausfand.
Fast 50 Prozent Gebühren sparen
Als erstes schickten die Tester einen älteren VW Golf IV, Baujahr 2003, mit Dieselmotor ins Rennen. Den günstigsten Preis für die Haupt- und Abgasuntersuchung boten die Pit-Stop-Filialen. Gerade mal 69 Euro kostete hier deutschlandweit die begehrte Plakette – unabhängig vom Fahrzeugtyp. Voraussetzung ist allerdings, dass man im Vorfeld per Internet einen verbindlichen Termin vereinbart. Wer das versäumt oder spontan vorbei kommen möchte, zahlt zehn Euro mehr, also 79 Euro. Das ist aber immer noch weniger, als bei den meisten anderen Konkurrenten und auch bei TÜV, Dekra und GTÜ direkt. Sie verlangten zwischen knapp 90 und 100 Euro. Am teuersten im Test war eine freie Werkstatt in Köln. Hier wurden fast 125 Euro für den Check – und damit fast doppelt soviel wie beim günstigsten Anbieter - berappt.
Jüngere Automodelle oft günstiger
Seit Anfang 2010 ist die Abgas-Untersuchung (AU) Teil der Hauptuntersuchung und wird auf der TÜV-Plakette gleich mit ausgewiesen. Der alte Abgas-Aufkleber auf dem vorderen Nummernschild hat damit ausgedient. Bei vielen neueren Fahrzeugen ab Baujahr 2006 überwacht der Bordcomputer den Schadstoff-Ausstoß. Für die Prüfer entfällt damit in der Regel das zeitintensive Messen. Das spart Zeit und damit oft auch Kosten. Für einen Dreier BMW, Baujahr 2009, mit Benzinmotor verlangte der TÜV-Rheinland in Köln dann zum Beispiel auch nur noch 69,95 Euro. Nur knapp einen Euro mehr als der wiederum billigste Anbieter der Untersuchung Pit-Stop mit 69 Euro (bei vorheriger Internetanmeldung).
Viele Vertragshändler gaben die Arbeitsersparnis dagegen nicht an ihre Kunden weiter. Die turnusmäßige Untersuchung für den nur zwei Jahre alten BMW kostete hier immer noch zwischen knapp 100 Euro bis 125 Euro. Als Begründung für den hohen Preis wurde angegeben, dass die Dekra dafür extra ins Haus komme. In den meisten Häusern ist das aber nur ein- bis zweimal die Woche der Fall. Also eher ein Nachteil, weil man in der Regel einen festen Termin vereinbaren muss.
Alles in allem lohnt es sich auf alle Fälle die Preise bei den einzelnen Anbietern zu vergleichen. Hier sind Einsparmöglichkeiten von bis 50 Prozent drin. Wer kann, sollte einen festen Termin ausmachen, auch das spart Geld. Besitzer von jungen Fahrzeugen, sollten nach niedrigeren Gebühren fragen, da die Prüfer bei der Abgasuntersuchung meist weniger zu tun haben. Wer die Hauptuntersuchung beim Händler seines Vertrauens durchführen lassen möchte, muss in der Regel mit festen Terminen rechnen. Auch boten viele Vertragshändler und freie Werkstätten im Test nicht den günstigsten Preis. Dafür kann man dort aber einen Vorab-Check machen lassen, bei dem auffällige Mängel gleich behoben werden und eine teure Nachuntersuchung vermieden werden kann.