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Gebrauchtwagencheck

Lassen Sie prüfen

14.01.2009
Von Klaus Justen
Wer suchet, der findet: Nämlich kleine Macken, um beim Kauf eines Gebrauchtwagens den Preis zu drücken. Oder große Mängel, die einen teuren Fehlkauf verhindern. Für alle, die sich mit Autos nicht gut auskennen, ist deshalb ein professioneller Gebrauchtwagen-Check vor dem Kauf gut angelegtes Geld.
Gebrauchtwagencheck Lassen Sie prüfen
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Mehr als sieben Millionen Autos wechseln in Deutschland jedes Jahr den Besitzer. Rund jeder zweite dieser Käufer ist durch das neue Sachmängelrecht gut geschützt, Händler müssen jetzt auch für Mängel an Gebrauchtwagen gerade stehen. 

Aber bei mehr als drei Millionen Autokäufen gibt es dieses Sicherheitsnetz nicht: Wer seinen Wagen von einem privaten Anbieter kauft, muss sich eine Frage selber beantworten - Top oder Flop? Dabei können Sie sich aber helfen lassen: durch einen Gebrauchtwagen-Check, den zum Beispiel ADAC, Gutachterorganisationen wie TÜV und Dekra oder Kfz-Sachverständige anbieten.

Eine solche Untersuchung kostet zwar erst einmal Geld, denn je nach Check-Umfang und Anbieter muss man zwischen rund 60 und 125 Euro einplanen, aber diese Ausgabe trägt sehr schnell Früchte.

Schon kleinere Mängel, etwa Dellen im Blech, die man selber übersehen hätte, bringen einen Spielraum von mehreren hundert Euro, um den man den Verkäufer im Preis drücken kann. Stellt der Profi zum Beispiel fest, dass die Bremsscheiben des Fahrzeugs in nächster Zeit ausgetauscht werden müssen, hat sich die Investition schon vielfach gelohnt. Denn je nach Fahrzeug ist für eine Generalüberholung mit Wechsel der Bremsscheiben und -beläge schnell ein Rechnungsbetrag von 300 bis 500 Euro erreicht. Ganz zu schweigen von schweren Mängeln, etwa schlecht ausgeführten Unfallreparaturen oder einem Motor, dessen Kollaps bevorsteht: Hier ist das Reinfall-Potenzial enorm, mehrere tausend Euro stehen auf dem Spiel.
 
Der ADAC lässt die Wahl zwischen drei Prüfpaketen

Einem Kompaktcheck, bei dem das Auto innen und außen auf seinen technischen Zustand überprüft wird. Er kostet 82 Euro, für ADAC-Mitglieder (wie bei allen anderen Paketen auch) rund 20 Euro weniger. Für 102 Euro gibt es das Standardpaket, das außerdem noch eine Untersuchung des Katalysators umfasst und eine Wertermittlung: So erfährt man, wie viel dieses Auto kosten dürfte. Eine gute Richtschnur dafür, wie realitätsnah die Preisforderungen des Verkäufers sind. Als dritten Check bietet der ADAC noch sein Komplettpaket an, bei dem auch der Motor gemessen wird. Hier liegt der Preis bei 128 Euro. 

Wer nicht ADAC-Mitglied ist, für den wird der Check günstiger, wenn er sich an die nächstgelegene Dekra-Niederlassung wendet. Das so genannte Dekra-Siegel umfasst alle Baugruppen innen und außen am Auto. Für die umfangreiche Prüfung werden 72 Euro in Rechnung gestellt. Dekra bietet den Check auch Autoverkäufern an; für die ist es schließlich auch ein gutes Verkaufsargument, wenn ihr Auto geprüft und gut benotet wurde.   Beim TÜV Süddeutschland gibt es ein Gebrauchtwagen-Zertifikat für 67,90 Euro und wird an allen Service-Centern des TÜV Süddeutschland in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen angeboten. Auch die TÜV Nord ("VertrauensCheck" für knapp 35 Euro), Rheinland, Berlin, Brandenburg sowie Thüringen haben solche Prüfangebote im Programm.   Außerdem kann man sich auch an Freie Sachverständige wenden; die findet man im örtlichen Branchenbuch unter dem Stichwort Sachverständige. Allerdings gibt es hier keine einheitlichen Preise, vorher fragen erspart eine teure Überraschung. 

Tipp: Das Geld für die Untersuchung kann man sich in etlichen Fällen sparen. Nämlich dann, wenn man dem Verkäufer ankündigt, dass man mit seinem Auto einen Gebrauchtwagen-Check machen will. Reagiert er darauf merkwürdig oder will er es gar nicht, kann man gleich die Finger von diesem Auto lassen.
 
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