Elektromotor
Tanken an der Steckdose
25.04.2011
Von Anja Lang
Glaubt man den Prognosen der Autoexperten, dann liegt die mobile Zukunft im Elektroauto. Wie es funktioniert, was die Umwelt davon hat und was man sparen kann.
Der Elektromotor an sich ist eigentlich ein „alter Hut“. Es gibt ihn tatsächlich sogar schon länger als den klassischen Verbrennungsmotor. Problem damals wie heute ist die geringe Speicherfähigkeit der Batterien und die damit verbundene geringe Reichweite. Der Ottomotor, betrieben mit dem damals noch sehr billigen Benzin, lief dem Elektromotor deshalb schnell den Rang ab.
Dieser Trend beginnt sich nun umzukehren: Das Erdöl geht zur Neige und wird zusehends teurer, außerdem nimmt die Umwelt Schaden. Angesichts dieser geänderten Vorzeichen ist der Elektromotor wieder in den Blickpunkt der Autobauer gerückt und feiert – wie es aussieht - bald eine vielversprechende Renaissance.
Batterie statt Benzin im Tank
Ein Elektromotor wandelt - einfach gesagt - elektrische Energie in mechanische Energie um. Gespeist wird er von einer Batterie, die anstelle des gefüllten Tanks den während der Fahrt benötigten Strom zur Verfügung stellt. Elektromotoren sind sehr wartungsarm. Sie benötigen weder einen Anlasser, noch eine Kupplung, noch ein Getriebe. Auch eine Abgasanlage ist nicht erforderlich. Denn: Elektromotoren selbst verursachen keinen Smog. Während der Fahrt blasen sie keinerlei schädliche Klimagifte in die Luft. Außerdem sind sie nahezu geräuschlos. Sie belasten die Umwelt also auch nicht mit Lärm.
Elektromotoren arbeiten darüber hinaus sehr effizient, das heißt fast ohne Energieverlust. Und erzielen einen Wirkungsgrad von an die 100 Prozent. Im Vergleich dazu erreicht der Verbrennungsmotor nur etwa 30 Prozent. Auch fährt man mit Strom erklecklich günstiger als mit Benzin: Für eine Strecke von 100 Kilometern fallen durchschnittliche Stromkosten von zwei Euro an. Dieselbe Strecke mit einem Benziner kostet etwa dreimal soviel. Allerdings wird die mögliche Ersparnis derzeit noch vom sehr hohen Anschaffungswert zunichte gemacht. Die Elektroversionen werden voraussichtlich etwa 40 bis 50 Prozent mehr als das vergleichbare konventionelle Modell kosten. Bei einer Serienproduktion könnte sich das allerdings schnell ändern.
Vorteile des Elektromotors
- Keine direkte Emission
- Sehr wartungsarm
- Nahezu geräuschlos
- Hoher Wirkungsgrad
- Strom billiger als Benzin
Nach höchstens 100 Kilometern ist Schluss
Bislang sind Elektroautos noch vor allem für kurze Strecken im Stadtverkehr gedacht. Etwa 60 bis 100 Kilometer sind mit einer Batteriefüllung drin. Dann muss das Strom-Mobil wieder an die Steckdose. Mit einem Adapter kann man dafür problemlos den normalen Haushaltsstrom nutzen. Eilig darf man es dabei allerdings nicht haben. Denn es dauert acht bis zehn Stunden, bis die Batterie wieder komplett voll ist. Schneller geht’s an Stromtankstellen, von denen gibtes immer mehr, aber vorallem in Ballungsräumen. Am flachen Land sind sie dagegen noch Mangelware.
Die geringe Reichweite ist das Hauptproblem an dem die Entwickler arbeiten. Die derzeit gebräuchlichsten Batterietypen für die Stromspeicherung sind Blei- sowie Nickel-Cadmium- und Nickel-Metall-Hydrid-Batterien. Allesamt hochgiftig, teuer in der Herstellung und ebenfalls teuer in der Entsorgung. Dazu kommt, dass die Batterien gigantische Ausmaße haben müssen, um ausreichend Strom an Bord bieten zu können. Zur Veranschaulichung: Für die Energie, die in einem Kilo Benzin steckt, benötigt man 333 Kilo Autobatterie. Das Drumherum, die Karosserie etc. dürfen da nicht mehr viel auf die Waage bringen.
Nachteile des Elektromotors
- Geringe Reichweite
- Lange Ladezeit beim Strom tanken
- Dünnes Tankstellennetz
- Schwere, giftige Batterien
- Hohe Batterie-, Herstellungs- und Entsorgungskosten
- Umweltnutzen von Stromgewinnung abhängig
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