Lithium-Ionen-Batterien sind der neue Hoffnungsträger
Man kennt sie aus der Mobilfunk-Technologie. Nahezu alle Fahrzeughersteller und Zulieferer konzentrieren sich derzeit auf diesen Batterietyp. Er zeichnet sich durch hohe Speicherfähigkeit und hohe Beständigkeit aus – und das auch bei häufigem Be- und Entladen. Damit werden Reichweiten von 200 bis 400 Kilometern erzielt. Allerdings ist die Sicherheit noch ein Problem – im Extremfall kann die Zelle explodieren.
Auch die Herstellungskosten sind mit 15.000 Euro für einen leistungsfähigen Akku derzeit noch sehr teuer. „Bislang gibt es weltweit nur ein einziges serienmäßig hergestelltes Elektrofahrzeug mit Lithium-Ionen-Batterie, nämlich den Tesla Roadster, der in Kalifornien produziert wird“, sagt Arnulf Thiemel, Autoexperte beim ADAC. Der Tesla Roadster bricht mit allen Vorurteilen vom schrulligen Nischenmobil: Der zweisitziger Sportflitzer bringt es in nur 3,8 Sekunden von Null auf 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Die Reichweite soll – laut Aussagen des Herstellers - stolze 350 Kilometer betragen. So viele Spitzenwerte haben dann allerdings auch ihren Preis: 109.000 Dollar kostet das edle Elektrogeschoss.
Mit rund 35.000 Euro deutlich günstiger zu haben ist die neue vollelektrische Version von BMW mit dem Elektro 1-er sowie die jeweils baugleichen Varianten von Mitsubishi, Peugot und Citroen. Etwas teuer ist der neue Opel Ampera, der seit Ende 2011 beim Händler zu haben ist. Der Ampera ist ein Zwitter zwischen Elektro- und Benzinmobil. Mit dem Elektromotor kommt er etwa 60 Kilometer weit, dann setzt der Benzintank ein. Mit rund 22.000 Euro deutlich günstiger, bietet Renault mit dem Fluence Z.E. inzwischen eine geräumige Familienlimousine an. Der Z.E. hat fünf Sitze und soll eine Reichweite von 160 Kilometern haben. Auch Ford und Citroen haben seit einiger Zeit Elektrotransporter im Programm, die für rund 50.000 Euro zu haben sind
Geringe Nachfrage und umstrittener Umweltnutzen
Eine Million Elektrofahrzeuge will Kanzlerin Merkel bis 2020 auf deutschen Straßen sehen. Bislang ist die Nachfrage nach den leisen Motoren aber eher verhalten bis nicht vorhanden. Knappe 2000 Elektrofahrzeuge wurden 2011 in Deutschland zugelassen - das sind gerade mal 0,06 Prozent aller Neuwagen-Zulassungen insgesamt. Auch der direkte Nutzen für die Umwelt ist umstritten. Er steht und fällt mit der Art der Stromerzeugung. Je weniger CO2 bei der Stromerzeugung anfällt, desto umweltfreundlicher ist auch das damit betriebene Elektrofahrzeug. Bis aber Strom hauptsächlich aus regenerativen Energien hergestellt wird, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen.
Elektromotor
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