Wenn der Kauf des ersten eigenen Autos kurz bevorsteht, denkt man gern an Farbe, PS-Zahl und Ausstattungswünsche. Doch auch Dinge wie Versicherungstarife, Reparaturkosten und Finanzierungsvarianten sind wichtig – und es ist nicht immer einfach, bei der Vielfalt der Angebote den Durchblick zu behalten.
Erfahrungsgemäß spielt bei der Suche nach dem ersten eigenen Wagen das Budget eine große Rolle. "3000 bis 5000 Euro sind die Untergrenze für ein Fahrzeug, das in akzeptablem Zustand ist und eine gewisse Sicherheitsausstattung bietet", sagt Arnulf Thiemel vom Technikzentrum des Autoclubs ADAC. Für diese Summe bekommt man zum Beispiel einen fünf bis acht Jahre alten VW Polo oder Opel Corsa in brauchbarem Erhaltungszustand. Die billigsten Neuwagen wie der Dacia Logan schlagen derzeit mit gut 7.000 Euro zu Buche.
Arnulf Thiemel rät Auto-Neulingen zu einer gewissen Sicherheitsgrundausstattung. Für unverzichtbar hält er das Anti-Schleuder-System ESP. Billigautos wie der Logan bieten derartige Extras nicht einmal gegen Aufpreis. Ein vier Jahre alter VW Golf, im Anschaffungspreis mit einem neuen Logan vergleichbar, hat ESP hingegen häufig schon serienmäßig an Bord und ist bei den Gesamtkosten laut ADAC sogar günstiger als der Dacia.
Je älter, umso größer das Risiko
Wer in Sachen Reparatur wenig firm ist, sollte tendenziell mehr Wert auf einen guten Zustand des Autos legen. Auch die Hersteller- bzw. Händlergarantien sollte man genau prüfen: Häufig reduzieren Händler die gesetzlich vorgeschriebene Sachmängelhaftung von zwei Jahren auf ein Jahr – das ist zulässig. Der ADAC rät außerdem zu Fahrzeugen, die mindestens die Euro4-Abgasnorm erfüllen. Dieselfahrzeuge sollten einen Partikelfilter haben oder zumindest nachrüstbar sein.
Es gibt eine ADAC-Checkliste mit wichtigen Hinweisen für den Gebrauchtwagenkauf. Tipp: das Auto vor dem Kauf zu einem Gutachter fahren. Diesen Service bieten die Autoclubs an, aber auch TÜV und Dekra. "Damit erhält man von unabhängiger Stelle Auskunft darüber, ob der Wagen echte Mängel hat", sagt Thiemel. Lehnt der Verkäufer den Wunsch nach einem solchen Gutachten ab, sollten Interessenten die Finger vom Fahrzeug lassen.
Nicht nur der Anschaffungspreis ist wichtig
"Wenn man das Fahrzeug länger als zwei, drei Jahre behalten will, kann man über einen Neuwagen nachdenken", so Thiemel. In Sachen Sicherheit kann das von Vorteil sein: "Mancher neue Kleinwagen ist sicherer als eine zehn Jahre alte Mittelklasse-Limousine", sagt Thiemel.
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Beim Autokauf spielen auch die Ausgaben für Versicherung, Steuer, Verbrauch und Ersatzteile sowie die persönliche Nutzung eine Rolle. "Die Gesamtkosten eines Fahrzeugs sind stark abhängig von der Jahresfahrleistung", so Thiemel. Wer das Auto nur selten nutzt, aber trotzdem alle Fixkosten bezahlen muss, ist pro Kilometer viel teurer unterwegs als jemand, der vergleichsweise viel fährt. Bei vier Jahren Haltezeit und jährlich 15.000 Kilometern kostet laut ADAC-Berechnung ein Toyota Aygo 1.0 monatlich knapp 10 Euro weniger als der vergleichbare Smart fortwo pure – in vier Jahren summiert sich die Ersparnis immerhin auf 420 Euro.
Die Geheimnisse der Finanzierung
"Es gibt keine Autofinanzierung, die immer die günstigste ist", sagt Kerstin Backofen von der Zeitschrift "Finanztest". Deren Vergleiche haben ergeben, dass in einzelnen Fällen die Finanzierung günstiger als der Barkauf sein kann. Reicht das Bargeld nicht, muss man zwangsläufig über eine Finanzierung nachdenken. Backofen: "Bei unserer jüngsten Untersuchung haben zwar meist die Herstellerbanken das beste Finanzierungsangebot gemacht, trotzdem sollte der Kunde sich auch Angebote der Konkurrenz ansehen." Die klassische Finanzierung besteht aus einer Anzahlung und monatlichen Raten – so lange, bis das Auto bezahlt ist.
Für Fahranfänger, die nicht genau wissen, ob sie das Auto in ein paar Jahren noch brauchen, ist die 3-Wege-Finanzierung eine Überlegung wert. Dort zahlt man einen gewissen Betrag an, aber die nachfolgenden Raten sind niedriger als bei der klassischen Finanzierung. Dafür muss man sich zu einem bestimmten, von der Laufzeit abhängigen Zeitpunkt entscheiden, meist nach drei Jahren: Will man das Auto kaufen (dann wird eine hohe Schlussrate fällig), es weiter finanzieren (dann muss man mit der Bank eine Anschlussfinanzierung aushandeln) – oder es zurückgeben? Dann hat man kein Auto mehr, muss aber auch nichts mehr zahlen. Backofen: "Die Drei-Wege-Finanzierung kann sich lohnen, wenn man sich nicht richtig entscheiden kann, wie wichtig einem das Fahrzeug in Zukunft sein wird."
Die Haftpflichtversicherung ist Pflicht
Führerschein-Neulinge steigen mit 230 Prozent des Beitragssatzes ein. Häufig lassen Fahranfänger ihren Wagen daher als Zweitwagen der Eltern zu und reduzieren auf diese Weise den Satz auf 140 Prozent. Beate Bextermöller von der Stiftung Warentest hält das aber nur für die zweitbeste Lösung. Ihr Rat: Fahranfänger sollten beim Versicherer der Eltern ein eigenes Angebot einholen und darauf hinweisen, dass die Eltern bereits dort versichert sind. Häufig bieten die Versicherungen eine Beitragsreduzierung an und stufen das Auto auch dann mit 140 Prozent oder sogar noch besser ein, wenn es der Fahranfänger auf seinen eigenen Namen zulässt. Manche Versicherer gewähren Rabatt, wenn man früher bereits ein Mofa oder Moped versichert hatte oder ein Sicherheitstraining gemacht hat.
Bei einem gebrauchten Auto ab zehn Jahren Alter reicht meist die Haftpflicht aus – es sei denn, das Auto ist einem so ans Herz gewachsen, dass ein Diebstahl einer mittleren Katastrophe gleichkäme. Dann muss eine Teilkasko (TK) her – aber man sollte bedenken, dass gerade bei alten Fahrzeugen der Schadenersatz im Fall eines Diebstahls nur dem Wiederbeschaffungswert des Autos entspricht. "Vollkasko (VK) lohnt sich eigentlich nur bei Neuwagen oder fast neuen Autos, vor allem wenn sie finanziert wurden oder wenn man bereits auf einem sehr niedrigen Beitragssatz fährt", so die Expertin. Dann kann die Vollkaskoprämie für den umfangreicheren Schutz schnell in die Nähe der Teilkaskoprämie rutschen. Wichtig bei beiden Policen: Selbstbeteiligung vereinbaren (TK 150 Euro, VK 300 Euro). Das bedeutet, dass man kleinere Schäden selbst zahlt – dafür reduziert sich der Versicherungsbeitrag erheblich. Ansonsten gilt: Preise vergleichen. "Manche Versicherer belohnen den Autofahrer, der keine Punkte in Flensburg hat, mit besonderen Konditionen", sagt Bextermöller – für Fahranfänger eine gute Sache und Ansporn, diesen Status beizubehalten.
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