Billig-Mietwagen
Preiskampf mit versteckten Kosten
27.12.2011
Von Sandra Petrowitz
Das Billigflieger-Prinzip auf vier Rädern: Seit einiger Zeit mischen Billig-Mietwagen in einem ohnehin umkämpften Markt mit. Avis Basic, Interrent & Co. locken mit niedrigen Preisen – doch die erkauft sich der Kunde mit einigen Zugeständnissen.
Weitmaschiges Stationsnetz
Die günstigen Angebote gibt es meist nur in großen Städten. Avis Basic, der Avis-Billigheimer, und MiniBudget, der Low-Cost-Ableger von Budget (Budget gehört ebenfalls zu Avis), sind darüber hinaus auch an mehreren Flughäfen vertreten. Interrent hat deutschlandweit immerhin 25 Stationen. Dennoch: Mit dem Stationsnetz großer Autovermieter ist dieses Angebot nicht zu vergleichen. Allein Avis unterhält in Deutschland mehr als 320 Stationen. Und: Weil Einwegmieten bei den Billigheimern nicht möglich sind und man mit dem Fahrzeug in aller Regel zu der Station zurückkehren muss, an der man das Auto geholt hat, lohnt sich die Fahrt oft nur im Stadtgebiet oder im Umland.
Nur im Internet, nur mit Kreditkarte
Buchen können Sie die Angebote in aller Regel nur im Internet. Die Anbieter halten so ihre Kosten niedrig. Voraussetzung für die Buchung ist in jedem Fall eine Kreditkarte. Wichtig: Eine Buchung direkt an den Vermietstationen ist nicht möglich! Und generell gilt: Je eher Sie buchen, desto günstiger ist der Preis. Wer seinen Reisetermin kennt, sollte sich also frühzeitig ans Reservieren machen, um so billig wie möglich zu einem Fahrzeug zu kommen. Mitunter gibt es auch noch andere Bedingungen, um einen günstigen Mietpreis zu bekommen. So offeriert MiniBudget Kleinwagen wie den Fiat Panda ab 23 Euro pro Tag – vorausgesetzt, man bucht das Fahrzeug für mindestens sieben Tage. Ein einzelner Miet-Tag hingegen schlägt gleich mit 56 Euro pro Tag zu Buche.
Extras kosten extra
Die Preise schließen häufig nur die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung ein. Ein Kaskoschutz muss extra bezahlt werden – das kann bis zu zehn Euro pro Tag kosten. Auch für "Extras" wie Winterreifen langen die Mietwagenfirmen extra hin – Avis Basic etwa verlangt für "wintertaugliche Bereifung" 11 Euro pro Tag, wobei dieser Betrag im angezeigten Preis bereits enthalten ist. Ähnlich verfährt Interrent. Außerdem sind in den Preisen je nach Anbieter unterschiedlich viele Freikilometer pro Tag enthalten – mal 100, mal 400. Jeden Kilometer darüber hinaus müssen Sie aber gesondert bezahlen. Bei einem Kilometerpreis von 18 Cent sind das für 100 Kilometer 18 Euro Zusatzkosten.
Und: So bequem es ist, einen Mietwagen direkt am Flughafen zu übernehmen – die Bequemlichkeit lassen sich die Anbieter bezahlen. Bei Avis Basic etwa fällt an Flughafenstationen und Bahnhöfen eine "Servicegebühr" von 20 Prozent des Mietpreises an. Wenn dann noch dazu zehn der insgesamt 25 Stationen entweder an Bahnhöfen oder Flughäfen zu finden sind, ist klar, dass der entsprechende Aufpreis eher die Regel als eine Ausnahme darstellen dürfte. Zusatzkosten entstehen häufig auch, wenn mehr als ein Fahrer das Mietauto steuern möchte, wenn der Fahrer jünger als 25 Jahre ist oder wenn jemand den Selbstbehalt bei der Versicherung reduzieren möchte – diese möglichen Extra-Ausgaben sollte man bei der Buchung im Auge behalten.
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