Streusalz, Staub und Insekten setzen dem Autolack zu. Die regelmäßige Wäsche erhält den Wert des Wagens. Wer überflüssige Pflegeprogramme vermeidet, gibt 100 Euro im Jahr weniger aus.
Insektenleichen fressen sich in den Lack, Baumharz führt zu hartnäckigen Flecken und der schwarze Abrieb der Bremsbeläge legt sich so hartnäckig auf die Felgen, dass er mit normalen Mitteln bald nicht mehr verschwindet. Die Optik hat irgendwann stark gelitten, und ein ungepflegtes Auto bringt nachweislich weniger ein als eines, das glänzt. Handwäschen sind mühsam und in vielen Gemeinden verboten. Wer deshalb eine Waschstraße anfährt muss mit oft verwirrenden Programmen und mit Preisen von deutlich deutlich über zehn Euro rechnen.
Standardprogramm reicht
Wer sein Auto regelmäßig waschen lässt, fährt mit dem Standardprogramm ("einmal Waschen, einmal Trocknen") am besten. Während ein solches Standardprogramm je nach Region und Konkurrenzlage fünf bis acht Euro kostet, liegen die umfangreicheren Waschprogramme bei 9,90 bis sogar 14,90 Euro. Pro Ausflug in die Waschstraße lassen sich damit mindestens fünf Euro sparen - also weit über 100 Euro im Jahr, wenn man etwa alle zwei Wochen den Wagen waschen lässt.
Ein Aber gibt es jedoch: Man darf nicht an der Vorwäsche sparen. Eine solche Vorwäsche muss man in vielen Waschanlagen selber per Dampfstrahler vornehmen (Kosten: ein Euro), oder sie gehört in guten Anlagen schon zum Standardprogramm.
Vorwäsche ist wichtig
"Das Reinigungsergebnis steht und fällt mit der Vorwäsche, denn dabei werden Lack und Schmutz mit Schaum und viel Wasser oder einem Dampfstrahler eingeweicht. So trennen sie sich anschließend besser voneinander. Die Gefahr, sich Schlieren oder gar Kratzer im Lack einzufangen, sinkt dadurch," sagt Roland Ackermann von der Dekra Umwelt GmbH. Darüber hinaus solle man darauf achten, dass die Vorwasch-Lösung nicht schon angetrocknet ist, wenn die eigentliche Wäsche beginnt. Denn wenn die Lösung sehr alkalisch ist, kann sie beim Antrocknen aggressiv werden. Folge: Der Lack wird stumpf, bekommt Flecken.
Eine gesonderte Unterbodenwäsche nutzt in der Regel nur wenig. "Diese Düsen sind in vielen Waschanlagen oft verstopft, die Reinigung ist daher eher bescheiden", sagt Experte Ackermann. Außerdem: Jeder Fahrzeugunterboden ist anders geformt, hat eigene Ecken und Winkel, die die Düsen kaum erreichen. Billiger ist es, bei der Vorwäsche mit dem Hochdruck-Reiniger unter das Auto zu zielen.
Damit das Auto keiner Kratzer bekommt
Was ist besser: Borsten, Textilstreifen, Mikrofasertücher oder die neueste Entwicklung, aufgeschäumter Kunststoff, den man gemeinhin Moosgummi nennt? Roland Ackermann: "Jeder Typ kann prinzipiell eine gute Reinigungsleistung bringen. Es kommt darauf an, dass die Mechanik der Anlage und die chemischen Eigenschaften der eingesetzten Mittel optimal aufeinander abgestimmt sind." Die Waschzusätze müssen also exakt dosiert sein, und der Anpressdruck der Bürsten darf nicht zu hoch sein.
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Borsten müssen am Ende ausgefranst sein (Spliss), sonst wirken sie wie kleine Peitschen und beschädigen den Lack. Textile Materialien müssen richtig nass sein. Sonst entfalten sie auf dem Lack eine Wirkung wie Schmirgelpapier. Textilien reinigen im Prinzip nicht so gründlich wie Borsten, da sie mit geringerem Anpressdruck arbeiten. Die Vorwäsche sollte man sich bei ihnen also ebenso wenig sparen wie bei den Bürstenanlagen, wo die Vorwäsche eher der Lackschonung dient.
Was bringen Waschprogramme mit Heißwachs? Wird das Heißwachs nur aufgesprüht, ist es bei Regen schnell wieder abgewaschen - ein teurer Kurzzeit-Effekt, den man sich sparen kann. Wird das Heißwachs mit den Bürsten einmassiert, hält es fast so dauerhaft wie eine von Hand aufgebrachte Konservierung.
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