Autokosten
Kampf dem Wertverlust
10.12.2009
Von Anja Lang
Der dickste Brocken bei den Autokosten ist der Wertverlust. Fast jeder zweite Euro geht beim Autofahren dafür drauf. Was man tun kann, um den heimlichen Kostenriesen im Griff zu behalten.

Kraftstoffverbrauch, Reparaturen, Wartungskosten und die Höhe der Versicherung, das sind die wichtigsten Parameter, die Neuwagenkäufer als Kriterien für ihre Kaufentscheidung nennen. Der Wertverlust eines Fahrzeugs hingegen wird als weit weniger wichtig eingeschätzt. Das ergab eine Studie im Auftrag des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) für die Prüfgesellschaft Dekra. Dabei ist der Wertverlust tatsächlich der dickste Brocken, was die Autokosten anbelangt: Laut der Studie entfiel auf den Wertverlust im Jahr 2007, über alle Fahrzeugklassen hinweg, ein Anteil von durchschnittlich 50,4 Prozent. Das sind über die Hälfte aller Autokosten! Die Kraftstoffkosten fielen dagegen mit (nur) 23,9 Prozent ins Gewicht, Steuer und Versicherung mit 16,5 Prozent und Wartung und Reparatur machten sich noch mit durchschnittlich 9,2 Prozent bemerkbar.
Die Oberklasse schluckt am meisten
Besonders hart trifft es die Liebhaber von Oberklassefahrzeugen. Hier gehen nach der Schlüsselübergabe besonders viele Euros drauf: Der VW Phaeton zum Beispiel, verliert nach 3 Jahren und 45.000 Kilometern –nach Schwacke - satte 53.850 Euro. Das sind 62,8 Prozent. Etwas besser noch fährt die Mittelklasse. Diese Fahrzeuge verlieren, laut Dekra-Studie, durchschnittlich 53,0 Prozent, gefolgt von der Kompaktklasse mit rund 48,5 Prozent.
Am wenigsten Wertverlust haben Mini- und Kleinwagenfahrer. Hier liegt der Schnitt mit 38,2 bzw. 41,8 Prozent relativ niedrig. Spitzenreiter in dieser Klasse ist der Mini von BMW. Nach drei Jahren und 45.000 Kilometern ist er noch geschätzte 79,2 Prozent vom Neupreis wert. Der Wertverlust liegt damit bei zarten 20,8 Prozent.
Nicht schlecht fahren auch Open-Air-Fans. Cabrios werden immer beliebter. Das schlägt sich natürlich auch auf den Wiederverkaufswert nieder. Top in der Mittelklasse ist das BMW 3er-Cabrio. Nach drei Jahren liegt der Wertverlust, laut Schwacke, bei nur 26,8 Prozent. Bei den Roadstern liegt der BMW Z4 vorn. Hier gehen, nach drei Jahren und 45.000 Kilometern, 32,8 Prozent für den Wertverlust drauf. Richtig bluten dagegen müssen Anhänger des Mercedes SL 500. Nach 36 Monaten, sind geschätzte 59.537 Euro futsch. Das entspricht einem Wertverlust von 53,6 Prozent.