Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 17.04.2018

Rente für besonders langjährig Versicherte Früher in Rente ohne Abschläge

Die "Rente für besonders langjährig Versicherte" ist gefragt, ermöglicht sie doch einen früheren Renteneintritt ohne Abschläge. Die wichtigsten Hürden - und wie Sie sie überwinden können.
Rente für besonders langjährig Versicherte Früher in Rente ohne Abschläge

Geschafft, endlich in Rente. Mit der "Rente für besonders langjährig Versicherte" geht das sogar abschlagsfrei früher.

Wer die "Rente für besonders langjährig Versicherte" erhält, erspart sich oft Kürzungen von 100 Euro oder mehr im Monat, wie sie bei der „Rente für langjährig Versicherte“ anfielen. Deshalb ist dieses Altersruhegeld so beliebt. Knapp 950.000 Senioren beantragten seit Mitte 2014 die damals „aufgebesserte“ Altersrente für besonders langjährig Versicherte. Doch nicht alle Anträge wurden bewilligt.

Altersgrenze steigt

Die vorzeitige Altersrente gibt es derzeit (für den Jahrgang 1955) mit 63 Jahren und sechs Monaten. Die Altersgrenze steigt Jahr für Jahr – bis auf 65 Jahre ab dem Jahrgang 1964. Wer das für seinen Jahrgang geltende Mindestalter noch nicht erreicht hat, sollte den Rentenantrag möglichst aufschieben.
   
Altersgrenze für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte
 Geburtsjahr Jahre  Monate
 1954 63  4
 1955  63  6
 1956  63  8
 1957  63  10
 1958  64  0
 1959  64  2
 1960  64  4
 1961  64  6
 1962  64  8
 1963  64  10
 ab 1964  65  0

Mindestens 45 Versicherungsjahre

Man muss mindestens 45 Versicherungsjahre nachweisen. „Dabei zählen nicht nur Zeiten versicherungspflichtiger Beschäftigung, sondern auch Kinderzeiten und meist auch Zeiten mit freiwilliger Beitragszahlung oder Bezug der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld“, so Dirk Manthey von der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Auch Kinderberücksichtigungszeiten zählen mit

Viele Frauen beziehen die Rente für besonders langjährig Versicherte. Der Grund: Hier zählen auch die sogenannten Kinderberücksichtigungszeiten. Für jedes Kind werden dabei dessen erste zehn Lebensjahre als Versicherungszeiten anerkannt. Wer mehrere Kinder hat, bei dem zählt meist der Zeitraum, bis das jüngste Kind zehn Jahre alt ist. Eine Mutter mit einem gerade geboren Baby und einem achtjährigen Kind kann so auf 18 Kinderberücksichtigungsjahre kommen (von der Geburt des ältesten bis zum zehnten Geburtstag des jüngsten Kindes).

Arbeitslosigkeit

Zu den geforderten 45 Versicherungsjahren zählen auch Jahre mit der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld (ALG). Der Haken: Dies gilt in der Regel nicht, wenn der ALG-Bezug in die letzten beiden Jahre vor dem Renteneintritt fällt. Die letzten beiden Jahre zählen nach dem Gesetz nur dann, wenn die Arbeitslosigkeit Folge einer Unternehmensinsolvenz oder einer Geschäftsaufgabe ist.

Tipp: Wird neben dem Bezug von ALG ein rentenversicherungspflichtiger Minijob aufgenommen, gilt die Minijob-Zeit als vollwertige Versicherungszeit – und kann entsprechend zum Anspruch auf die abschlagsfreie Rente verhelfen. Das Gleiche kann gelten, wenn in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn Angehörige gepflegt wurden, selbst wenn parallel ALG bezogen wurde.

Lücken durch freiwillige Beiträge schließen

Lücken im Versicherungsverlauf? Die kann man oft mit freiwilligen Beiträgen schließen. Auch Zeiten mit freiwilligen Beiträgen zählen meist mit, wenn geprüft wird, ob die „45-Jahres-Voraussetzung“ für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte erfüllt ist. Für die Lückenschließung reicht derzeit die Zahlung von 83,70 Euro pro Monat. Freiwillige Beiträge kann man für das Vorjahr noch jeweils bis Ende März des Folgejahrs zahlen.

Tipp: Versicherte unter 45 Jahren können nachträglich Versicherungslücken aus Schul- und Studienzeiten mit freiwilligen Beiträgen füllen. Dabei geht es um Zeiten des Schulbesuchs zwischen 16 und 17. Diese Zeit zählt nicht für die Rentenversicherung – außer man zahlt dafür freiwillige Beiträge. Auch wer ab 17 mehr als acht Jahre eine Schule oder Hochschule besucht hat, kann für die darüber hinaus gehende Zeit freiwillige Beiträge bis 45 nachzahlen. Dirk Manthey: „Wer diese Möglichkeit nutzt, kann später möglicherweise früher in Rente gehen.“
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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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