Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 29.01.2016

Abo-Abzocke Ein falscher Klick reicht!

Abo-Abzocke am Smartphone geht leichter, als viele denken. Ein falscher Fingertipp kann schon ausreichen und die Abo-Abzocke schnappt zu.
Abo-Abzocke Ein falscher Klick reicht!

Pr√ľfen Sie Ihre Telefonrechnung auf teure Posten, wie eine Abo-Abzocke

Sie gucken auf Ihre Smartphone-Rechnung und verstehen die Welt nicht mehr? Denn, statt der gewohnten Kosten f√ľr die gebuchte Flat, tauchen auf einmal dubiose Posten f√ľr Drittanbieter auf. Vom Konto wurden dann z.B. statt 29 Euro auf einmal 70 Euro und mehr abgebucht. Dann sind Sie vermutlich Opfer einer Abo-Abzocke geworden. "Typisch f√ľr die Abo-Abzocke im Mobilfunkbereich ist, dass sich die Gesch√§digten meist √ľberhaupt nicht daran erinnern k√∂nnen, wann und wo sie ein Abo abgeschlossen haben sollen", wei√ü Karin Thomas-Martin, Telekommunikations-Expertin bei der Verbraucherzentrale Baden-W√ľrttemberg in Ulm.

Rechnung auf Abo-Abzocke kontrollieren

"Viele merken erst bei Durchsicht der Smartphone-Rechnung, dass irgendwas nicht stimmt." Denn unseri√∂se Abo-Anbieter verschleiern gern, was Sie als Verbraucher mit ihrem Fingertipp eigentlich ausl√∂sen. "Dabei muss in einem rechtsg√ľltigen Vertrag f√ľr eine Bestellung im Internet immer ein eindeutiger Hinweis f√ľr den Kauf, wie "kostenpflichtig kaufen" oder √§hnliches angezeigt werden", wei√ü Thomas-Martin. "Auch muss der Kunde √ľber seinen Kauf sowie das vierzehnt√§gige Widerrufsrecht informiert werden". Bei einer Abo-Abzocke wird aber h√∂chstens eine SMS mit der Kauf-Best√§tigung geschickt und der Rest fehlt. "Wenn der Abo-Betreiber nicht nachweisen kann, dass ein ordentlich beschrifteter Button gedr√ľckt wurde, ist nach ¬ß312 i,j BGB, der den elektronischen Gesch√§ftsverkehr rechtlich regelt, kein rechtsg√ľltiger Vertrag zustande gekommen", erkl√§rt die Telekommunikations-Expertin.
Smartphone Tarife Vergleich

SMS und Smartphone-Rechnung auf Abo-Abzocke pr√ľfen


Bei der Abo-Abzocke ist das Geld erstmal weg. Wer unbekannte SMS (Abo-Abzocke) nicht liest oder gleich l√∂scht, bleibt damit weiter unbemerkt in der Abo-Abzocke.¬† Dasselbe passiert, wenn die Abo-Abzocke nicht per SMS mitgeteilt wird. Noch gr√∂√üer kann der Schaden durch die Abo-Abzocke werden, wenn Sie Ihre Smartphone-Rechnung nicht regelm√§√üig pr√ľfen. Dann kann es passieren, dass Ihnen √ľber Monate hinweg Kosten f√ľr zweifelhafte Dienste der Abo-Abzocke abgebucht werden, die Sie wissentlich nicht bestellt haben.


Wie funktioniert die Abo-Abzocke?


Die Abo-Abzocke geht dabei leichter, als viele denken. Denn die Abo-Abzocke ist erfinderisch: So k√∂nnen Sie bereits ein Abo abgeschlossen haben, wenn Sie z.B. bei kostenlosen Apps f√ľr Spiele etc. beim Scrollen versehentlich auf Werbebanner am Rand des Displays geraten und dort auf kryptische Button wie "Weiter" oder "Herunterladen" tippen. Beliebt sind auch SMS, in denen Ihnen der angebliche Gewinn eines Mediamarkt-Gutscheins oder √§hnliches versprochen werden. Wollen Sie den "Gutschein" herunterladen, k√∂nnen Sie auch hier unbemerkt Opfer einer Abo-Abzocke werden. Auch Meldungen, wie "Achtung schwerwiegender Fehler auf Ihrem Handy" oder "Sie wurden als Gewinner eines I-Phons ausgew√§hlt" sind gef√§hrlich. Wenn Sie hier auf "Ja" oder "Herunterladen" tippen, k√∂nnen Sie ebenfalls ungewollt Kunde teurer Abos werden. Wer Pech hat aktiviert gleich mehrere Abos hintereinander, was besonders viele Kosten verursacht.
 

Wieso wird die Abo-Abzocke √ľber meine Rechnung abgebucht?


"Leider ist es im Mobilfunkbereich m√∂glich, dass der Drittanbieter seine Forderung √ľber den Mobilfunkanbieter per Smartphone-Rechnung eintreiben kann", beklagt Thomas-Martin. "Der Mobilfunkanbieter kann dabei ins Inkasso gehen, was bis zur Sperrung der Karte f√ľhren kann." Eine Bitte um Hilfe beim Provider bringt meist nichts. In der Regel weisen die Telefonanbieter jegliche Mitverantwortung von sich und verweisen darauf, dass sie die Forderung nur an Sie weitergeben.


Abo-Abzocke auf f√ľr den Mobilfunkanbieter ein Gesch√§ft


Dabei sind die Mobilfunkanbieter durchaus nicht unschuldig an der Misere. Denn Sie kassieren von den Abo-Anbietern Provisionen. Das ganze Gesch√§ft macht sogenannte WAP-Technik m√∂glich, kurz f√ľr wireless application protocol. "Die Abo-Anbieter haben dabei Vertr√§ge mit sogenannten Schnittstellenanbietern", erkl√§rt Thomas-Martin. "Diese k√∂nnen mithilfe der Provider wiederum bestimmte Daten von den Nutzer-Smartphones auslesen, wie etwa die Telefonnummer oder auch, ob es sich um ein Prepaid-Handy handelt oder auch, ob eine Drittanbietersperre vorliegt." Geraten Sie per Fingertipp auf die Seite eines Abo-Anbieters, werden die Daten in Sekundenbruchteilen gecheckt. Ist eine Abbuchung √ľber Ihr Smartphone technisch m√∂glich, schnappt die Abo-Abzocke zu.
So wehren Sie sich gegen Abo-Abzocke

Wenn Sie Opfer von Abo-Abzocke geworden sind rät Telekommunikationsexpertin Thomas-Martin folgendes zu tun:

1. Unbekannte SMS, die √ľber den Abschluss eines Abos informieren, sollten Sie immer ernst nehmen.

2. Wenden Sie sich bei einer solchen SMS umgehend an Ihren Mobilfunkanbieter. Dort können Sie die Kontaktdaten des Drittanbieters erfragen. Am besten lassen Sie dort jetzt auch gleich eine Drittanbietersperre einrichten.

3. Schicken Sie dem Abo-Anbieter eine E-Mail, mit Ihrer Mobilfunknummer im Betreff, in der Sie das Zustandekommen des Vertrags bestreiten, diesen hilfsweise widerrufen und k√ľndigen. Fordern Sie die R√ľckerstattung der eingezogenen Abo-Betr√§ge. Wichtig: Verlangen Sie vom Abo-Anbieter auf, dass er Ihnen das Zustandekommen des Vertrags detailliert nachzuweist. Unseri√∂se Abo-Anbieter k√∂nnen dieser Pflicht nicht nachkommen.

4. Das erste Antwortschreiben des Abo-Anbieters ist immer nichtssagend. Bleiben Sie trotzdem hartn√§ckig und bestehen Sie auf einem Nachweis eines rechtsg√ľltigen Vertragsschlusses.

5. Eine Kopie der E-Mail an den Drittanbieter sollten Sie auch an Ihren Mobilfunkanbieter schicken.

6. Wenn Ihnen der Drittanbieter die Erstattung der Kosten weiterhin verweigert, ist der Mobilfunkanbieter Ihr nächster Ansprechpartner. Er war es ja schließlich, der den Betrag von Ihrem Konto eigezogen hat. Besteht er weiterhin auf seiner Forderung, muss er sich auch mit Ihrem Widerspruch auseinandersetzen.

7. Bei unseri√∂sen Abo-Anbietern lenkt h√§ufig der Provider ein und Sie erhalten Ihr Geld zur√ľck. Sollte das nicht der Fall sein, k√∂nnen Sie sich Unterst√ľtzung bei den Verbraucherzentralen holen, z.B. hier. Bei gr√∂√üeren Betr√§gen kann es aber durchaus auch ratsam sein, einen Rechtsanwalt einzuschalten. Nutzen Sie daf√ľr Ihre Rechtsschutzversicherung.

Geldsparen.de-Tipp bei Abo-Abzocke: Sinnvoll ist es vorbeugend bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine sogenannte Drittanbietersperre einzurichten. Abo-Abzocke hat dann keine Chance mehr. Gesch√ľtzt sind Sie aber auch, wenn Sie √ľber eine sichere W-Lan-Verbindung ins Netz gehen, denn Abo-Abzocke funktioniert ausschlie√ülich √ľber Mobilfunk. Au√üerdem sollten Sie Ihre Mobilfunk-Rechnung regelm√§√üig auf Abo-Abzocke kontrollieren.
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Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin f√ľr Mobilit√§t, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich s√§mtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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