Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 09.01.2017

Riester-Rente 2017 Das müssen Sie beim Wechsel wissen

Die Riester-Rente lohnt sich für Familien mit Kindern aufgrund der hohen Zulagen immer. Wer den falschen Vertrag hat, sollte seine Riester-Rente wechseln.
Riester-Rente 2017 Das müssen Sie beim Wechsel wissen

Riester-Rente lohnt sich hauptsächlich dank der Zulagen

Die Zeiten ändern sich und die Riester-Rente auch. Wenn Sie während der Vertragslaufzeit erkennen, dass Sie auf den falschen Anbieter gesetzt haben, können Sie immer umsteigen. Und bei Bedarf auch Ihr Geld dorthin mitnehmen.

Welcher Weg zum Wechsel der Riester-Rente dabei gewählt wird, sollte allerdings gut überlegt sein.
 

Riester-Rente: Vertragskonditionen und Garantien

Eines gilt für alle Riester-Modelle: Zu Beginn der Auszahlungsphase, also bei Vertragsende zum Rentenbeginn, müssen per Gesetz wenigstens die eingezahlten Beiträge und alle gezahlten staatlichen Zulagen zur Verfügung stehen. Echte Verluste sind somit bei keiner Variante möglich, auch nicht bei Riester mit Fonds. Zu beachten ist für jeden Riestersparer aber: Diese Kapitalgarantie gilt nicht während einer Vertragslaufzeit. Wenn Sie also vorzeitig aus Ihrem Riester-Vertrag falsch aussteigen, können Sie auch Geld dabei verlieren.

Riester-Rente nicht voreilig kündigen

Vor einem Anbieterwechsel sollten Sie sich zuerst noch einmal genau mit den Konditionen Ihres bestehenden Vertrags vertraut machen. Ein wichtiger Faktor ist hier, wie lange der Vertrag bereits läuft. Wenn Sie schon einige Jahre in Ihren Riester-Vertrag eingezahlt haben und es sich um eine Rentenversicherung handelt, dann haben Sie einen großen Teil der Abschluss- und Vertriebskosten meist schon bezahlt. Bei einem neuen Anbieter würden diese Kosten dann erneut anfallen! Zudem galt bei früheren Riester-Rentenversicherungen meist noch ein höherer Garantiezins von 2,25 Prozent. Wenn Sie jetzt im Jahr 2017 einen Neuvertrag abschließen, erhalten Sie nur noch einen Garantiezins von 0,9 Prozent! Ein Wechsel würde sich in diesem Fall eher nicht lohnen.

Wechselgebühren bei der Riester-Rente beachten

Zusätzlich fallen bei einer Kündigung und der Mitnahme des Kapitals zu einem anderen Anbieter – eventuell um eine Riester-Rentenversicherung in einen Riester-Bausparvertrag umzuwandeln – zusätzliche Wechselgebühren an. Diese dürfen seit 2014 beim „alten“ Anbieter maximal 150 Euro betragen. Und der „neue“ Anbieter darf maximal 50 Prozent des übertragenen geförderten Kapitals für die Berechnung von Vertriebs- und Abschlusskosten heranziehen. Diese Regelung gilt allerdings nur für ab 2014 neu abgeschlossene Verträge. Für davor abgeschlossene Altverträge bleibt es bei den damals zwischen Anbieter und Riester-Sparer getroffenen Vereinbarungen.

Beitragsfreistellung oft die bessere Wahl

Ich empfehle Ihnen daher eine meist sinnvollere Variante: Der günstigste Weg ist in diesem Fall in der Regel nicht die totale Kündigung des alten Riester-Vertrags, sondern die Beitragsfreistellung und ein Neubeginn bei einem anderen Anbieter. Im Klartext: Sie zahlen nicht mehr in Ihren alten Riester-Vertrag ein, lassen ihn ruhen und das bisher angesparte Geld dort stehen. Dann suchen Sie sich einen neuen besseren Vertrag und profitieren künftig dort von den Riester-Zulagen und Steuervorteilen. Der alte Riester-Anbieter muss in diesem Fall trotzdem mindestens die bis dato eingezahlten Beiträge inklusive aller staatlichen Zulagen zum späteren Rentenbeginn für Sie bereit halten. Weiterer Vorteil: Der eventuell höhere Garantiezins beim alten Vertrag gilt dort all die ganzen Jahre bis zur Rente weiter.
Geldsparen-Tipp: Wenn Sie sich dafür entscheiden sollten, Ihr Geld aus einem alten Riester-Vertrag zu einem neuen Riester-Anbieter mitzunehmen, dann achten Sie darauf, dass das angesparte Geld prämienunschädlich übertragen wird. Erkundigen Sie sich vorab genau!
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Leserkommentare

 

08.03.2017 18:44 Uhr
H.-J. Kumpe: Achtung beim Beitragsfreistellen - auch dabei fallen Kosten an.
Achtung beim Beitragsfreistellen auch dabei fallen Kosten an. In meinem Fall bei einem Anbieter (mit zumeist sehr guter Bewertung) berechnen sich dann die monatlichen Kosten auf 0,2% des bereits angesparten Gesamtkapitals. Bei meiner regelmäßig ab 2003 besparten Fondsgebundenen Rentenversicherung einer großen Direktversicherung und heutigem Gesamtkapital i.H.v. ca. 30.000 Euro sind das 60 Euro monatlich, also im Jahr 720 Euro für einen ruhenden Vertrag ohne Einzahlungen! D.h. mit jedem Jahr der Beitragsfreistellung werden ca. 2,4% des Gesamtkapitals vernichtet und an die Versicherung zur Vermögensverwaltung bezahlt. Hier gibt es einen Ausweg, den ich in meinem speziellen Fall für geschickter halte: Den Vertrag weiterhin mit dem Mindestbeitrag i.H.v. 5 Euro zu besparen. Die Kosten belaufen sich zurzeit auf ca. 4,15 Euro monatlich, also rund 50 Euro jährlich für die Vermögensverwaltung. Vorteile: # geringere laufende Kosten für Vermögensverwaltung # ggf. Wiedereinsteigen mit höheren Beiträgen (das ist bei Betragsfreistellung bis zur Auszahlung nicht mehr möglich!) Nachteile: # Fast keine Zulagen auf den alten Vertrag # kein Übertragen des Kapitals zu einem anderen Unternehmen mit gefördertem Neuvertrag möglich Das ganze hatte bei mir allerdings andere Beweggründe: # den Wegfall der Kinderzulagen, # nur noch wenige Jahre bis zum Renteneintritt, und # die ungünstige Förderquote von ca. 7,3% (154 Zulage zur Jahreseinzahlung i.H.v. 2100 ) in Relation zur späteren Versteuerung mit deutlich über 7, 3%. Ich bin kein Profi, meine persönliche Problemlösung war thematisch sehr schwierig (Informationsbeschaffung, und die Sachverhalte verstehen) und zeitaufwändig. Aktive Unterstützung und Beratung von Seiten der Versicherung ist dabei nicht zu erwarten. Sollte ich etwas übersehen haben oder falsch gedeutet, bitte ich das zu kommentieren und entsprechend zu korrigieren. Mit freundlichen Grüßen J.K.


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