Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 27.03.2017

Minijobs 2017 Regeln, Rechte, Rente

Ein beliebtes Beschäftigungsverhältnis bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist der Minijob. Die aktuellen Fakten ab 2017 für Minijobber.
Minijobs 2017 Regeln, Rechte, Rente

Auch Minijobber haben ein Recht auf bezahlten Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.


Eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) liegt dann vor, wenn der Arbeitslohn im Monat nicht höher ist als 450 Euro (Paragraf 8 Absatz 1 Nr. 1 SGB IV). Maßgeblich ist hier allerdings eine Durchschnittsbetrachtung. So darf der regelmäßige Verdienst im Durchschnitt eines Zeitraums von zwölf Monaten nicht mehr als 450 Euro betragen (= maximal 5.400 Euro bei durchgehender Beschäftigung). Wird diese Grenze überschritten, liegt kein begünstigter Minijob mehr vor (Paragraf 8 Absatz 2 SGB IV). Auch bei Minijobs gilt übrigens das Mindestlohngesetz!

Welchen Urlaubsanspruch haben Minijobber?

Als Minijobber steht Ihnen ein bezahlter Urlaub von mindestens vier Wochen pro Jahr zu. Das bedeutet konkret: Wenn Sie beispielsweise zwei Tage pro Woche arbeiten, dann bekommen Sie acht Tage im Jahr frei. Bei einer Drei-Tage-Woche wären es zwölf Tage im Jahr.

Gibt es auch bei Minijobs eine Lohnfortzahlung bei Krankheit?

Ja, auch für Minijobber besteht ein Lohnfortzahlungsanspruch bis zu sechs Wochen für dieselbe Krankheit. Allerdings nicht in den ersten vier Wochen eines Arbeitsverhältnisses. Das gilt übrigens für jede neue Krankheit erneut. Da es hier noch einige Ausnahmeregelungen gibt, sollten Sie sich als Minijobber bei Ihrer Krankenkasse genau nach den Details erkundigen.

Wie sieht es mit der Elternzeit/dem Elterngeld aus?

Als Minijobber/in stehen Ihnen bis zu drei Jahre Elternzeit zu. Ihr Arbeitsplatz bleibt solange erhalten. Als Elterngeld bekommen Sie bei einem Verdienst von genau 450 Euro dann 425,25 Euro monatlich. Ansonsten erhalten Sie zwölf Monate lang mindestens 300 Euro pro Monat. Aber aufpassen: Verdienen Sie während des Elterngeldbezuges etwas nebenher, dann wird der Betrag auf das Elterngeld angerechnet.

Was gilt genau bei der Rentenversicherung?

Als Minijobber sind Sie nach dem neuen Recht automatisch voll in der Rentenversicherung abgesichert und erhalten so unter anderem auch Ansprüche auf Reha-Leistungen, eine Erwerbsminderungsrente und die Riester-Förderung.

Dafür müssen Sie den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des gewerblichen Arbeitgebers von 15 Prozent durch eigene Mittel um 3,7 Prozent bis zur dann aktuellen Beitragshöhe der Rentenversicherung von 18,7 Prozent (2017) aufstocken. Maximal wären das dann bei einem 450-Euro-Verdienst lediglich 16,65 Euro monatlich.

Sie haben beim Minijob aber eine Wahlmöglichkeit:
Sie können auch auf die Rentenversicherung freiwillig verzichten. Stellen Sie in diesem Fall einen Antrag auf Versicherungsfreiheit, dann bleibt es weiterhin lediglich bei der pauschalen Abgabe des Arbeitgebers.

Wie Minijobber jetzt von der Riester-Rente profitieren

Das geringe Aufstocken lohnt sich aber: Haben Sie als Minijobber zum Beispiel keine weiteren Einnahmen, so brauchen Sie lediglich 60 Euro im Jahr in einen Riester-Vertrag zu investieren, um mindestens die jährliche Grundförderung von 154 Euro zu erhalten.

Es kommt noch besser: Für jedes Kind gibt es zusätzlich 185 Euro bzw. ab 2008 Geborene sogar 300 Euro jährlich oben drauf. Eine Minijobberin mit einem vierjährigen Kind bekäme so vom Staat insgesamt 454 Euro im Jahr für ihre Riester-Altersvorsorge geschenkt. Mehr Rendite bekommen Sie zurzeit sonst nirgends.
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Leserkommentare

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09.01.2012 19:42 Uhr
Schiffner, Berlin: Änderungen bei Mini-Jobs
Sehr hilfreiche und frühzeitige Information.


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