Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 14.12.2016

Gesetzliche Rentenversicherung Mehr Rente für Selbständige

Viele Selbständige wollen oder müssen mehr für ihre Alterssicherung tun. Kaum einer denkt dabei aber an die gesetzliche Rentenversicherung. Dabei lohnen sich freiwillige Einzahlungen.
Gesetzliche Rentenversicherung Mehr Rente für Selbständige

Für Selbstständige kann sich eine freiwillige Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung lohnen

Bernd B. ist selbstständiger Buchhändler und steht am Ende seines Berufslebens. Nach dem Tod seines Vaters hat er gerade 15.000 Euro geerbt. Mit dem Geld will er seine Altersvorsorge aufstocken. Er hat privat fürs Alter vorgesorgt. Zusätzlich wird er aber auch aus einer früheren Angestelltentätigkeit noch eine gesetzliche Rente von etwa 120 Euro bekommen, wenn er im Januar nächsten Jahres das reguläre Rentenalter von dann 65 Jahren und sechs Monaten erreicht.

Eine Super-Lösung wäre für ihn die Einzahlung freiwilliger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung. Solche Beiträge kann jeder einzahlen, der mindestens 16 Jahre alt, nicht in der Rentenversicherung pflichtversichert ist und noch keine volle gesetzliche Rente bezieht.

So viel können Selbständige freiwillig einzahlen

Der Buchhändler kann für jeden Monat dieses Jahres freiwillig zwischen 84,15 und 1.159,40 Euro in die gesetzliche Rentenkasse zahlen – auch rückwirkend auf einen Schlag bis März 2017. Da er genügend Geld zur Verfügung hat, sollte er bei den freiwilligen Beiträgen nicht kleckern, sondern klotzen: Für 2016 kann er den Höchstbeitrag von (12 x 1.159,40 Euro =) 13.912,80 Euro einzahlen. Das lohnt sich.

Steuern sparen bei der Einzahlung

82 Prozent seiner Einzahlung, das sind 11.408 Euro, kann er von der Steuer absetzen. Da Bernd B. in diesem Jahr noch gut verdient, wird er hierdurch rund 3.000 Euro an Steuern sparen. Effektiv kostet ihn die Zahlung an die Rentenkasse damit statt knapp 14.000 nur rund 11.000 Euro.

Das bringen freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung

Die Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung wird ihm ein Rentenplus von monatlich 62,47 Euro bringen. Da Bernd B. wie viele Selbstständige privat krankenversichert ist, zahlt die Rentenversicherung ihm hierauf noch einen Zuschlag für seine Privatversicherung in Höhe von 7,3 Prozent. Tatsächlich steigt seine Monatsrente damit um 67,03 Euro. Gesetzlich Krankenversicherte müssten dagegen einen Abzug für Sozialversicherungsbeiträge von rund elf Prozent hinnehmen.

Würde Bernd B. hingegen die geerbten 15.000 Euro komplett in eine private Sofortrente (sofortiger Versicherungsbeginn, dynamischer Rentenbezug, Todesfallschutz: 10 Jahre) einzahlen, könnte er anfangs mit einer monatlichen Sofortrente von etwas mehr als 50 Euro rechnen - je nach Anbieter. Das ist deutlich weniger als bei der Einzahlung in die gesetzliche Rentenversicherung, obwohl er mehr einzahlt. Zudem kann er den eingezahlten Betrag nicht von der Steuer absetzen.

Auf die Lebenserwartung kommt es an

In jedem Fall handelt es sich bei Renteneinzahlungen um eine Wette auf ein langes Leben. Bei der gesetzlichen Variante müsste der Buchhändler bei Renteneintritt noch 164 Monate leben, also knapp 14 Jahre, um seine Netto-Einzahlung (nach Steuerersparnis) herauszubekommen. Bei der privaten Variante wären es sogar mehr als 20 Jahre. Nicht berücksichtigt wurde bei dieser Beispielrechnung, dass sowohl die gesetzliche als auch die private Rente mit den Jahren ansteigen.

Steuern im Alter

Da Bernd B. insgesamt nur wenig mehr als 1.100 Euro an Altersbezügen erhalten wird, wird er davon keine Steuern zahlen müssen. Würde er zu den betuchten Rentnern gehören, so würde sich die Rechnung ein wenig zuungunsten der gesetzlichen Rente verschieben. Denn diese wird im Alter deutlich mehr mit Steuern belastet als die Sofortrente.

Freiwillige Einzahlung jährlich möglich

Freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse sind jährlich möglich. Folgt man den Berechnungen, die die Zeitschrift Finanztest in ihrer Dezember-Ausgabe 2016 vorgenommen hat, so lohnen sich freiwillige Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse allerdings insbesondere für 55-Jährige und Ältere – und umso mehr je näher das reguläre Rentenalter rückt. Für Versicherte in diesen Altersgruppen sind Einzahlungen in die Rentenversicherung auch ertragreicher als Einzahlungen in Rürup-Rentenversicherungen.

Tipp: Mit unserem Sparrechner Sofortrente können Sie ganz einfach individuell berechnen, was Ihnen eine Einzahlung in eine private Sofort-Rentenversicherung bringt:
Vergleich Sofort-Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Liebe Leserinnen und Leser,

Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: SpeedKingz/Shutterstock.com ID:6810

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Beruf & Ausbildung Pagename: gesetzliche-rentenversicherung-selbstaendige(6810)