Von Peter Rensch, 09.10.2016

Beschwerde-Verfahren So wehren Sie sich gegen Banken

Sie haben Ärger mit Ihrer Bank oder Versicherung? Wo Sie Hilfe finden und welche Strategien zum Erfolg führen.
Beschwerde-Verfahren So wehren Sie sich richtig gegen Banken

Am Verhandlungstisch: Die Erfolgsquote der Schlichtstellen ist sehr hoch.

Auch Banken und Versicherungen machen Fehler. Scheuen Sie sich also nicht, bei Unzufriedenheit ├╝ber Geb├╝hren, Beratung oder sonstiger Finanzdienstleistungen Ihre rechtlichen M├Âglichkeiten zu pr├╝fen und alle notwendigen Schritte f├╝r eine Beschwerde einzuleiten. Das muss nicht gleich der Weg zum Anwalt sein, sondern geht im besten Fall ├╝ber Schlichtungs- oder Beschwerdestellen wie die Bundesanstalt f├╝r Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sowie den zust├Ąndigen Ombudsfrauen oder -m├Ąnnern f├╝r Banken und Versicherungen. Diese Verfahren haben f├╝r Sie den Vorteil, kostenlos zu sein. Zudem ruht die Verj├Ąhrung.

1. Leiten Sie das Beschwerde-Verfahren schriftlich ein!

Sie wollen sich bei Ihrer Bank oder Versicherung beschweren? Das geht nur schriftlich ├╝ber die Gesch├Ąftsleitung oder dem Vorstand der jeweiligen Bank oder Versicherung. Damit geben Sie der Gegenseite die M├Âglichkeit zu einer Stellungnahme. Nur dann k├Ânnen Sie weiter vorgehen, wenn es zu keiner g├╝tigen Einigung kommt.
M├╝ndliche Absprachen haben wenig G├╝ltigkeit. Vor allem dann nicht, wenn gerichtliche Auseinandersetzungen drohen.

Geldsparen-Tipp: Nehmen Sie schriftlich Kontakt auf und bitten darin um eine Stellungnahme. Am besten per Einschreiben/R├╝ckschein an die zust├Ąndige Stelle. Fax oder Email k├Ânnen verloren gehen oder an den falschen Ansprechpartner gelangen.
Schildern Sie in Ihrem Schreiben so sachlich und detailliert wie m├Âglich Ihr Anliegen. Emotionen sind hier fehl am Platz. Setzen Sie eine angemessene Frist f├╝r die Beantwortung Ihres Schreibens.

2. Lassen Sie sich rechtlich beraten!

Lehnt die Bank oder Versicherung Ihre Beschwerde ab, k├Ânnen Sie sich bei der zust├Ąndigen Verbraucherzentrale beraten lassen. Die Experten/innen pr├╝fen, ob Ihre Beschwerde Aussicht auf Erfolg hat und Sie weitere Schritte einleiten k├Ânnen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfiehlt in diesem Zusammenhang, bei gr├Â├čeren Beschwerden wie Fehlberatung oder hohen Streitsummen einen Fachanwalt zu kontaktieren, der die Chancen einer Klage bewerten oder im Vorfeld etwas ├╝ber den Kulanzweg erreichen kann.

3. Schalten Sie den Ombudsmann ein!

Die Bankenverb├Ąnde wie der Bundesverband der Privatbanken (www.bdb.de), der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (www.dsgv.de) und der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (www.bvr.de) verf├╝gen ├╝ber Ombudsm├Ąnner.
Ebenso auch Versicherungen, die bei Streitigkeiten einen Versicherungsombudsmann (www.versicherungsobmann.de) zur Verf├╝gung stellen. Auf den entsprechenden Internetseiten finden Sie neben Informationen zum Ablauf des Verfahrens auch das notwendige Beschwerdeformular. Ihre Eingabe k├Ânnen Sie jedoch auch telefonisch, per Brief oder Fax ├╝bermitteln. Voraussetzungen f├╝r die Inanspruchnahme: Sie m├╝ssen Ihren Einspruch bereits gegen├╝ber der Bank oder Versicherung geltend gemacht haben.

4. Geben Sie dem Ombudsmann Vollmacht!

Der Ombudsmann wird alle notwendigen Unterlagen anfordern und in der Regel die Stellungnahmen der Beschwerdegegner einholen. Nach der Pr├╝fung, ob die Beschwerde gerechtfertigt ist, teilt der Ombudsmann den Parteien seine Entscheidung mit. Damit kann er die Bank oder Versicherung verpflichten, der Kunden-Beschwerde stattzugeben oder einen Vorschlag zur g├╝tigen Einigung unterbreiten.

Beide Parteien haben dann die M├Âglichkeit, darauf einzugehen oder Sie als Kunden, k├Ânnen ablehnen und das zust├Ąndige Gericht einschalten. F├╝r Banken und Versicherungen ist dagegen ein Schlichtungsspruch bei einem Streitwert bis zu 10.000 Euro bindend.
F├╝r das Ombudsverfahren fallen keine Kosten f├╝r Sie an. Wenn es zu einem Gerichtsprozess kommt, m├╝ssen Sie jedoch die Kosten f├╝r einen Anwalt einkalkulieren.

Fazit: Bevor Sie gegen Ihre Bank oder Versicherung vorgehen, sollten Sie sich bei der Verbraucherzentrale rechtlich beraten lassen, ob Ihre Beschwerde Aussicht auf Erfolg hat. Wenn nicht, macht es wenig Sinn, ein aufw├Ąndiges Verfahren einzuleiten.

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