Von Horst Peter Wickel, 23.08.2017

Rechtsschutz Wenn der Friseur pfuscht

Ein Besuch beim Friseur kann zu einem wahren Horrortrip werden. Wenn Ihr Haarkünstler versagt, können Sie Nachbesserung, in schlimmeren Fällen sogar Schadenersatz und Schmerzensgeld, verlangen.
Rechtsschutz Wenn der Friseur pfuscht

Auch dem besten Barbier passieren hin und wieder Fehler.

Ob misslungener Schnitt, falsche Farbe oder kahle Stellen – wenn Sie mit der Leistung Ihres Friseurs unzufrieden sind, sollten Sie sich wehren. Natürlich können Sie Ihren Haarschnitt nicht einfach zurückgeben – und einen rechtlichen Anspruch darauf, einfach die Zahlung zu verweigern oder nachträglich Ihr Geld zurückzuverlangen, haben Sie auch nicht.

Rechtlich unterscheidet sich ein Besuch beim Friseur nicht von anderen Dienstleistungen. Sie müssen Ihrem Friseur also in jedem Fall die Chance zur Nachbesserung geben. Wenn er also die Haare verschnitten hat oder die Farbe misslungen ist, können Sie als Kunde fordern, dass Ihr Barbier das kostenlos in Ordnung bringt. Dafür können Sie auch einen anderen Mitarbeiter verlangen.

"Die Nachbesserung kann ein anderer Friseur aus dem Team übernehmen oder der Betriebsinhaber. Jeder Betrieb muss einen Meister haben", erklärt Kai-Uwe Dalichow, öffentlich bestellter Sachverständiger der Handwerkskammer Berlin.

Wenn das Friseurteam die Nachbesserung verweigert, sollten Sie erklären, dass Sie auf seine Kosten zur Konkurrenz gehen. Wenn er Sie dann nur auslacht, müssen Sie es eben auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

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Wenn jede Rettung zu spät kommt

Schwierig wird es, wenn Ihr verpfuschter Haarschnitt nicht mehr zu retten ist. Also zum Beispiel, wenn Ihre lange Haarpracht raspelkurz abrasiert wurde, Ihre Haare dauerhaft geschädigt wurden und es lange dauern wird, bis Ihre Haare wieder ihre vorherige Länge erreichen.

Ein Anspruch auf Schmerzensgeld kommt in der Regel nur dann in Frage, wenn durch eine falsche Behandlung dauerhafte Schäden zurückbleiben – etwa durch den falschen Einsatz von Bleich- und Färbemitteln.

Wie Gerichte entschieden haben

Misslungene Frisuren landeten in den vergangenen Jahren nicht nur einmal vor Gericht. Einige Beispiele:
  • 250 Euro wurden einer Kundin zugesprochen, weil nach der Dauerwelle die Haare abbrachen (Amtsgericht Köln, AZ: 141 C 5/01),
     
  • 500 Euro, weil nach der Blondierung die Haare so kaputt sind, dass sie kurz geschnitten werden müssen (Landgericht Berlin AZ: 23 O 539/01, Amtsgericht Hannover AZ: 10 C 705/94),
     
  • 1.000 Euro, wenn büschelweise Haare ausfallen, weil die Friseurin die Blondierung nicht richtig durchgeführt hat (Amtsgericht Erkelenz, AZ: 8 C 351/08),
     
  • 1.500 Euro, wenn nach unsachgemäßem Färben alle Haare ausfallen und die Kundin eine Perücke tragen muss, bis die Haare wieder nachgewachsen sind (Oberlandesgericht Köln, AZ: 19 U 62/99),
     
  • 5.000 Euro erhielt eine Frau, deren Haut am Hinterkopf durch Blondierungsmittel verätzt wurde. In die fünfmal fünf Zentimeter große kahle Stelle mussten Haare operativ eingepflanzt werden (Landgericht Coburg, AZ: 21 O 205/09),
     
  • 18.000 Euro und damit ein Schmerzensgeld in Rekordhöhe erhielt eine Schülerin, deren Kopfhaut durch die fehlerhafte Anwendung eines Färbemittels teilweise abgestorben war und die nun dauerhaft mit einer kahlen Stelle am Kopf leben muss (OLG Koblenz, AZ: 12 U 71/13).

Für Schmerzensgeld brauchen Sie gute Gründe

"Für einen Anspruch auf Schmerzensgeld sind grundsätzlich zwei Begründungen denkbar", sagt Rechtsanwalt Swen Walentowski von der Deutschen Anwaltsauskunft. "Entweder man hat tatsächlich Schmerzen erlitten oder das allgemeine Persönlichkeitsrecht wurde stark beeinträchtigt. Letzteres ist der Fall, wenn man durch eine dauerhafte Schädigung des Haares quasi entstellt wird." Eine vorübergehende Beeinträchtigung Ihrer äußeren Erscheinung durch einen Haarschnitt zählt in der Regel nicht dazu.

Richtige Beratung

Bevor Ihr Coiffeur mit seiner Arbeit an Ihrem Kopf beginnt, sollten Sie klären, ob er überhaupt die notwendige fachliche Kompetenz hat, ist es ein Meister oder ein Azubi? Achten Sie auf die Beratung – der Friseur sollte sich dafür Zeit nehmen. Über Risiken der Haarbehandlung sollte er Sie schon dann aufklären.

Welche Produkte Sie auf den Kopf bekommen, sollte offen sichtbar sein. Monieren Sie Fehler möglichst sofort. Ist das Problem gravierend und lässt es sich nicht im Guten lösen, ist ein Gutachten eines vereidigten Sachverständigen hilfreich.
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