Von Ines Baur, 05.01.2018

Geschlechterspezifische Preise Rosa Rasierer sind teurer

Frauen müssen im Drogerie-Markt und beim Friseur oft tiefer in die Tasche greifen. Für Männer sind Diskos und Dating-Portale teurer. Preise je nach Geschlecht - ist das zulässig?
Geschlechterspezifische Preise Rosa Rasierer sind teurer

Sind Unterschiede bei Produktionsaufwand und Rohstoffkosten der Grund, warum Frauen in Drogerie-Märkten oft höhere Preise zahlen müssen?

Pink Tax (Rosa Steuer) bezeichnet den Mehrpreis, den Frauen für Produkte oder Dienstleistungen gegenüber vergleichbaren Artikeln für Männer zahlen. Parade-Beispiel: Der rosa Damenrasierer ist teurer, als das blau/graue Gegenstück für den Mann.

Eine Reihe von Studien kommt zu dem Ergebnis, dass bei Dienstleistungen und Produkten geschlechterspezifisch abgerechnet wird. Der aktuelle Forschungsbericht „Preisdifferenzierung nach Geschlecht in Deutschland“  im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes widerlegt zwar, dass es in Deutschland eine Pink Tax gibt. Aber: Es gibt durchaus Produkte und Dienstleistungen, die eine nicht nachvollziehbare unterschiedliche Preisgestaltung für Frauen und Männer aufweisen.

Hier wird bei nahezu identischer Leistung unterschiedlich abgerechnet:
  • Kurzhaarschnitt beim Friseur,
  • Eintritt in Clubs und Diskotheken,
  • Sportveranstaltungen,
  • Kosmetische Gesichtsbehandlungen,
  • Änderungsschneidereien,
  • Schuhreparatur,
  • Gebühren von Dating Portalen.
Hier wird bei nahezu identischen Produkten unterschiedlich viel verlangt:
  • Körperpflege (Beispiel: rosa verpackte Rasierklingen sind teurer als blaue),
  • Kinderpflegeprodukte (Beispiel: Schaumbad in rosa Verpackung ist teurer als das in der blauen Verpackung),
  • Parfüm,
  • Inkontinenzeinlagen.
Unterschiede bei der Produktherstellung rechtfertigen selten Preisunterschiede. Die verwendeten Rohstoffe dürften selten große Preisdifferenzen auslösen. Gerne platzieren Händler auch die Damenpalette in einem anderen Regalabschnitt als die Männer-Produkte. Das erschwert den Vergleich.

Geschlechterspezifische Preise: Oft haben Kunden keine Wahl

„Dann nehmen Sie eben das günstigere Produkt“, wird mancher nun denken. Doch in Bereichen, in denen Frauen bei der Wahl eingeschränkt sind – wie einem Parfüm – liegt die Verantwortung bei den Anbietern. „Ich kann nicht die Verantwortung für den Preis den Frauen aufbürden und sagen, na ja gut, dann muss sie halt jetzt mit dem Männerparfüm, das da drin ist, zurechtkommen“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Rechtslage: Eindeutig unzulässig

Unterschiedliche Preise für geschlechterspezifische Produkte oder Dienstleistungen? Das ist laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht in Ordnung. Es gilt eine einheitliche Preisgestaltung. Die Preise kann der Handel am Aufwand und Rohstoff bemessen. Aber nicht danach, ob ein Mann oder eine Frau hier einkauft. Und auch bei der einen oder anderen Dienstleistung stimmt was nicht. Beispiel Friseur: Ein Kurzhaarschnitt bei Frauen dürfte nicht viel mehr kosten, als der eines Mannes. „Unzulässig sind Gründe, die allein auf das Geschlecht Bezug nehmen, sich Stereotypen bedienen oder die Preisbereitschaft von Frauen oder Männern ausschöpfen“, sagte die Autorin der Studie, Maria Wersig.

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Unisex-Versicherungen

Im Versicherungssektor läuft es schon lange anders. Auch hier gab es lange Zeit geschlechterspezifische Tarife. So waren beispielsweise für Männer Autoversicherungen wegen höherer Unfallzahlen teurer. Frauen mussten wegen ihrer längeren Lebenserwartung mehr für eine Lebensversicherung ausgeben. Seit Dezember 2012 gilt hier jedoch eine klare Regelung: der Unisex-Tarif. Dieser Versicherungstarif verwendet nicht das Geschlecht des Versicherungsnehmers als Kriterium für den Preis. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes darf das Geschlecht, im Gegensatz zu anderen Faktoren, nicht mehr zur Tarifgestaltung berücksichtigt werden.

Tipp: Lesen Sie hier, wie sowohl Frauen als auch Männer bei Versicherungen sparen können.
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