Von Horst Peter Wickel, 28.07.2017

Steuer und Haftung Das sollten Flohmarkt-Verkäufer wissen

Auf dem Flohmarkt landet nicht nur Überflüssiges aus dem eigenen Keller. Manche Händler kaufen eigens Ware an oder bieten Selbstgemachtes feil. Dabei ist Vorsicht geboten.
Steuer und Haftung Das sollten Flohmarkt-Verkäufer wissen

Wer auf dem Flohmarkt lediglich sein altes Spielzeug verkauft, braucht weder Steuern noch Haftungsansprüche befürchten.

Die Entwarnung gleich zu Beginn: Wenn Sie auf dem Boden oder im Keller beim Entrümpeln alte Schätze gefunden haben, können Sie diese natürlich ohne Weiteres auf dem nächsten Flohmarkt oder Straßenfest verkaufen. Ob Kleidung, Möbel, Fernseher oder Spielkonsolen – sogar der Fiskus hält still und will keine Steuern einziehen. Selbst wenn Sie ein altes Auto oder eine wertvolle Briefmarkensammlung verticken – das Finanzamt will nichts davon haben.

Beim Handel droht Steuerpflicht

Wenn Sie nach den ersten Verkaufserfolgen allerdings dazu übergehen, sich den nächsten Krempel erst einmal selbst zu kaufen, wird das Finanzamt wach. Wer also selbst erst einmal einkaufen muss, um die nächsten Kleidungsstücke oder Spielsachen für den Flohmarkt zu erwerben, rutscht schnell in die Steuerpflicht. Das Finanzamt stuft Sie dann schnell als umsatzsteuerpflichtigen Profi ein.

Und für Ihre Einnahmen müssen Sie dann auch noch Einkommenssteuer zahlen, wenn der Erlös über 600 Euro im Jahr liegt. Nur bis zu dieser Grenze dürfen solche Gewinne steuerfrei eingestrichen werden.

Bei Selbstgemachtem tauchen Haftungsfragen auf

Als geschickter Heimwerker und begabte Hobby-Strickerin können Sie Ihre selbst hergestellten Produkte bei Märkten und Verkaufsveranstaltungen sicherlich problemlos und profitabel loswerden. Aber Vorsicht: Einfach so verkaufen ist nicht ohne Risiko. Ob Textilien, Spielzeug, Kosmetika oder Möbel – Fachanwälte warnen vor den Risiken.
So müssen Sie bei allen Produkten, die Sie anbieten, die entsprechenden Sicherheitsgesetze beachten.

Gerade bei Artikeln, die in Kontakt mit dem Körper kommen, also zum Beispiel Kleidung oder Kosmetika, drohen bei einer Schädigung Schadenersatzansprüche Ihrer Käufer. Fachanwälte wie Jens Ferner aus Alsdorf warnen vor dem dichten Regelgeflecht beim Verkauf von Textilien: „Hier ist dann unter anderem vorgesehen, dass Textilien zwingend mit einem Etikett zu versehen sind - dies gilt beispielsweise selbst für Putztücher. Und darauf sind dann bestimmte Informationen bereit zu halten.“ Bei Spielzeug wird es nach Ferners Angaben richtig schwierig, da hier letztlich eine Konformität (CE-Kennzeichen) sichergestellt sein muss und die „Zweite Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz“ einzuhalten ist.

Besonders heikel wird es bei Lebensmitteln auf dem Flohmarkt

Wenn Sie selbst gemachte Leckereien wie Kuchen, Marmelade oder Obstsäfte bei Märkten oder Festveranstaltungen von Schule oder Kirche verkaufen wollen, wird es ernst, denn dann gelten Sie schnell als Lebensmittelunternehmer. Dafür brauchen Sie nicht nur eine Gewerbeanmeldung - Sie müssen sich bei der Lebensmittelüberwachung registrieren lassen und einen ganzen Katalog von Hygiene- und Kennzeichnungspflichten einhalten. Leckereien, die Sie in Ihrer eigenen Küche kunstvoll hergestellt haben, können Sie beim Verkauf gleich wieder vergessen – und lieber selbst essen oder trinken. Die Herstellung von leicht verderblicher Ware ist nach der Lebensmittelverordnung nämlich nur in Gewerbeküchen erlaubt. Außerdem müssen Sie alle Zutaten auf den selbst produzierten Etiketten vermerken.

Und selbstverständlich gilt auch für die eigenen Leckereien die Produkthaftung. So heißt es beim Landratsamt Ravensburg: „Dabei spielt auch eine Rolle, dass, wenn in Gebäcke zum Zwecke des Kaufanreizes zum Beispiel Geldstücke oder Spielzeugfiguren eingebacken sein sollten, auf die Gefahr des versehentlichen Verschluckens beim Verzehr hinzuweisen ist.“

Als Hobby-Bäcker und Lebensmittelverkäufer müssen Sie davon ausgehen, dass Märkte und Veranstaltungen regelmäßig durch die Lebensmittelüberwachung kontrolliert werden. Bei Verstößen drohen satte Bußgelder.

Tipp:
Lesen Sie hier, wann Ihnen ein unrentables Hobby Steuervorteile verschafft und in welchen Fällen ein Immobilienverkäufer für seine Immobilie haften muss.
Gesamten Vergleich anzeigenTagesgeld Betrag: 10.000 €, Laufzeit: 3 Monate
  Anbieter Zinssatz
Zinsertrag
 
1.
1,00%
25,00
2.
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18,75
Datenstand: 23.08.2017
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