Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 25.07.2017

Arbeitsrecht So schalten Arbeitnehmer richtig ab

Der Chef will den genehmigten Urlaub streichen, das Diensthandy klingelt ständig am Urlaubsort und dann wird der Arbeitnehmer auch noch krank. Und nun? Arbeitnehmerrechte rund um den Urlaub.
Arbeitsrecht So schalten Arbeitnehmer richtig ab

Im Urlaub das Diensthandy immer im Blick? Das dürfen Arbeitgeber nicht erwarten.

Im Urlaub sollten Arbeitnehmer richtig abschalten können. Und zwar ganz wortwörtlich. Sie sind nicht verpflichtet, ihrem Chef die Urlaubsadresse mitzuteilen. Sie brauchen auch nicht per Notebook oder Handy im Urlaub erreichbar zu sein. Wenn der Arbeitgeber das anders sieht, sollte er sich ein Urteil des Bundesarbeitsgericht vom 20. Juni 2000 anschauen (Az.: 9 AZR 405/99).

Genehmigt ist genehmigt

Hat der Chef den Urlaub bewilligt, sind Arbeitnehmer auf der sicheren Seite. Sie können ihren Urlaub frei planen. Der Arbeitgeber hat kein Recht darauf, den Urlaub wieder zu streichen. Auch das hat das Bundesarbeitsgericht im oben genannten Urteil entschieden. Ausnahmen gibt es nur in echten Notsituationen. Und dann muss der Arbeitgeber für alle Kosten aufkommen. Übrigens: Auch Arbeitnehmer sind an die Urlaubsvereinbarung gebunden. Das gilt selbst dann, wenn der Urlaub etwa wegen der Erkrankung eines Kindes gar nicht angetreten werden kann. Einvernehmliche Lösungen sind aber immer möglich.

Krank im Urlaub

Das ganze Jahr war man fit - und im Urlaub wird man krank. Das ist ärgerlich, aber kommt vor.

Tipp: In einem solchen Fall sollten sich Arbeitnehmer sicherheitshalber schon am ersten Tag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beschaffen. Die Krankheitstage zählen dann nicht als Urlaubstage.

Höhere Gewalt verlängert den Urlaub

Die Piloten streiken, so dass kein rechtzeitiger Rückflug möglich ist. Oder ein Unwetter verhindert die pünktliche Abreise. In solchen Fällen sollte man umgehend dem Arbeitgeber Bescheid geben. Die zusätzlichen Urlaubstage werden dann vom Urlaubskonto abgebucht - oder als unbezahlter Urlaub verrechnet.

Kein doppelter Urlaub

"Ausschluss von Doppelansprüchen", lautet die Überschrift von Paragraf sechs des Bundesurlaubsgesetzes. Die Regelung ist für diejenigen wichtig, die innerhalb eines Kalenderjahrs ihren Job wechseln. Urlaubstage, die bereits beim alten Arbeitgeber genommen wurden, sind damit "verbraucht". Ob im vorherigen Betrieb schon Urlaub genommen wurde, muss der Arbeitnehmer mit einer Urlaubsbescheinigung nachweisen.

Streitpunkt Wunschtermin

Nicht wenige Arbeitnehmer müssen ungewollt im Sommer durcharbeiten, weil der Arbeitgeber vorrangige Urlaubswünsche von Kollegen berücksichtigt hat. In einer betrieblichen Urlaubsordnung kann geregelt sein, dass die Betroffenen dann im nächsten Jahr zum Zuge kommen. Das können die Beschäftigten einer Abteilung auch untereinander regeln. Nach dem Motto: "Dieses Jahr fährst Du, und nächstes Jahr fahre ich." Eine andere Möglichkeit: Wer in den gewünschten Ferien nicht zum Zuge kommt, darf dafür an den beliebten Brückentagen freinehmen.

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