Horst Biallo
Ein Beitrag von Horst Biallo, 22.06.2017

Pfändungsfreigrenzen Ab 1.7. können Schuldner mehr für sich behalten

Leute, die hohe Schulden haben und deren Geld monatlich gepfändet wird, haben ab 1. Juli einen größeren finanziellen Spielraum. Darauf macht die Verbraucherzentrale des Saarlands aufmerksam.
Pfändungsfreigrenzen Ab 1.7. können Schuldner mehr für sich behalten

Durch die neuen Pfändungsfreigrenzen bleibt Schuldnern künftig mehr finanzieller Spielraum.

Um immerhin 5,5 Prozent steigt dann das verfügbare Einkommen. Arbeitgeber sind verpflichtet, diese neue Grenze automatisch zu berücksichtigen, wenn sie den Restlohn an ihre Arbeitnehmer auszahlen. Bei einer Pfändung von Einkommen auf der untersten Stufe liegt der Freibetrag fortan bei 1.139,99 Euro, beim Pfändungsschutzkonto sind künftig 1.133,80 Euro geschützt.

Arbeitgeber auf neuen Pfändungsfreigrenze hinweisen

Die Verbraucherschützer raten Schuldnern, vorsichtshalber bei ihrer Firma deswegen vorstellig zu werden, damit auch tatsächlich pünktlich mehr Geld in der Haushaltskasse bleibt. Zuletzt wurden die Grenzen zum 1. Juli 2015 erhöht.

Wieviel Schuldnern monatlich übrig bleibt errechnet sich aus:
  • dem Nettolohn
  • der Anzahl der Unterhaltspflichtigen Personen des Arbeitnehmers.
Vom Nettoeinkommen können Sie übrigens die Hälfte des Weihnachtsgeldes, aber maximal 500 Euro abziehen. Das gleiche gilt für vermögenswirksame Leistungen, Urlaubsgeld und Vergütungen für Überstunden. Und für je mehr Personen Unterhalt gezahlt werden muss, desto höher liegen die Grenzen. Wer verheiratet ist, kann für die Ehefrau 426,71 Euro im Monat und für die Kinder bis zur fünften Person jeweils 237,73 Euro ansetzen.

Zwei Beispiele zur Pfändungsfreigrenze

  • Durch die Erhöhung kann etwa ein alleinstehender Schuldner ohne Unterhaltspflicht bei einem monatlichen Nettoeinkommen von 1.300 Euro jetzt 1.183,66 Euro von seinem Lohn behalten. Ist er für eine Person unterhaltspflichtig, kann nichts gepfändet werden.
  • Wer ein Nettoeinkommen von 3.000 Euro hat und eine Frau und zwei Kinder zu versorgen, der muss 321,49 Euro abgeben, den Rest kann er für sich und seine Familie behalten.

Tipp: Einen guten Pfändungsrechner finden Sie auf der Internetseite der Anwaltskanzlei Kraus Ghendler.

Automatische Anpassung des Pfändungsschutzkontos (P-Konto)

Die automatische Anpassung an die neuen Freigrenzen gilt natürlich auch für das Pfändungsschutzkonto. Kreditinstitute müssen hier sowohl den geänderten Sockelfreibetrag von jetzt 1.133,80 Euro für den Kontoinhaber als auch die angehobenen Freibeträge für weitere Personen automatisch berücksichtigen. Betroffene müssen keine neuen Bescheinigungen vorlegen.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie richtig handeln, wenn eine Überschuldung droht.
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Horst Biallo mein Name ist Horst Biallo. Ich habe Wirtschaft studiert, danach bei der Tageszeitung Die Welt eine Journalisten-Ausbildung absolviert. Als Familienvater mit drei Kindern kümmere ich mich bei Geldsparen vor allem um Finanz-Themen. Wenn ich Ihnen helfen kann, lassen Sie es mich einfach per Mail wissen.

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