Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 07.03.2016

Finanzcheck Per DIN-Normen zur Altersvorsorge

Gut versorgt im Alter – zu diesem Ziel möchte ein standardisierter Finanzcheck nach DIN-Norm hinführen. Was bringt Ihnen das Altersvorsorge-Tool?
Finanzcheck Per DIN-Normen zur Altersvorsorge

Auch bei einem Altersvorsorge-Finanzcheck gibt es nun DIN-Normen

Deutsche Rentner müssen sich künftig mit einem Netto-Rentenniveau von 50 Prozent gegenüber ihrem letzten Erwerbseinkommen begnügen, warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Haben Sie keine 45 Beitragsjahre in der Rentenversicherung geschafft, müssen Sie sogar mit weniger auskommen. Damit steht Deutschland im Vergleich zu anderen Industrieländen ziemlich schlecht da. Unsere Nachbarn in Österreich können zum Beispiel mit über 90 Prozent Rentenniveau rechnen, so die OECD. 

Gehen Sie Ihre Altersvorsorge systematisch an

„Ein sinkendes Rentenniveau führt automatisch zu einer größeren Versorgungslücke im Alter“, warnt Stephan Moltzen, Vorsorge-Experte der Deutschen Bank. Private Finanz-Planung sei deshalb wichtiger denn je. Eine Voraussetzung dafür ist ein umfassender Finanzcheck. Moltzen rät, dass Sie sich zunächst drei Fragen stellen sollten:

1. Verfüge ich über genügend Basisschutz, damit die Familie im Ernstfall abgesichert ist? Existenzielle Risiken wie Absicherung gegen den eigenen Todesfall und die Privathaftpflicht stehen hier im Mittelpunkt.
2. Reicht meine Altersvorsorge aus? Wie steht es um die Absicherung meiner Arbeitskraft? Neben Privatrenten ist hier an Berufsunfähigkeitsschutz und die Absicherung im Pflegefall zu denken.
3. Welche Vermögenswünsche möchte ich realisieren? Hier geht es um Anschaffungen in der Zukunft - beispielsweise eine Immobilie oder ein neues Auto - und um die dafür notwendige Sparleistung.

Finanzcheck nach DIN-Norm

Im nächsten Schritt gilt es, die aktuelle Finanzlage zu checken. Damit dies möglichst objektiv und effizient geschieht, haben Finanzexperten für das Deutsche Institut für Normung (DIN) einen standardisierten Fragenkatalog entwickelt, die sogenannte DIN-Norm Spec 77222. Das Finanzcheck-Programm fragt zunächst Basisdaten wie Familienstand und Einkommen ab. Anschließend werden persönliche Ziele berücksichtigt, etwa der geplante Bau oder Kauf eines Eigenheims. „Im Anschluss erfolgt eine Finanzanalyse in den Bereichen Basisschutz, Absicherung und Vermögensplanung“, erläutert Moltzen. Die Finanzanalyse enthält zudem wichtige Eckdaten, wie die Inflationserwartung und mögliche Rentensteigerung in der Zukunft. Ziel des Programms ist es, den persönlichen Finanzbedarf so objektiv wie möglich zu erfassen und mit klaren Zielgrößen zu verknüpfen, zum Beispiel der erforderlichen privaten Altersvorsorge. Am Ende des Checks erhalten Sie einen individuellen Finanzfahrplan mit Handlungsempfehlungen. Dieser zeigt, wo Sie bereits gut aufgestellt sind und wo noch Bedarf besteht.

Schwachstellen des DIN-Finanzchecks zur Altersvorsorge

Trotz deutscher DIN-Norm hat der Finanzcheck Schwächen:
  • Ein Problem sind die Kosten. Zwar können Sie den Finanzcheck gemeinsam mit ihrem Bank- oder Vermögensberater durchführen, dann ist die Analyse gebührenfrei. Möchten Sie jedoch selbst tätig werden und eine Analyse in Eigenregie durchführen, müssen Sie tief in die Tasche greifen. Die Software kostet einmalig 149 Euro oder im Abonnement monatlich 49 Euro.
  • Experten streiten, ob die Ergebnisse des Tests wirklich brauchbar sind. Kritiker bemängeln, dass zum Beispiel das Thema „Steuern“ beim Aufbau des Vermögens überhaupt nicht berücksichtigt wird. Zudem seien viele Renditehochrechnungen zu hoch angesetzt, da sie mit Vergleichswerten aus der Vergangenheit arbeiten. Das führe zu falschen Ergebnissen für die Zukunft und zu hohen Verlusten bei konservativen Anlegern.
Mein Fazit: Selbst ein Finanzcheck-Programm, das die deutschen Qualitätsnormen des DIN-Standards erfüllt, ist nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen. Unabhängige und wirklich aussagekräftige Finanzberatung zu finden, ist weiterhin Glückssache. Dennoch sollten sich gerade finanzielle Laien nicht scheuen, verschiedene Beratungstermine wahrzunehmen, um mit der Zeit ein umfassendes Bild vom eigenen Finanzstatus zu erhalten und ein Finanzkonzept zur Altersvorsorge ergreifen zu können.
Mein Geldspartipp: Ein Blick in unsere Vergleichsrechner aus den Themengebieten Altersvorsorge (Riester-Rente, Rüruprente und Private Rentenversicherung), Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung gibt einen Anhaltspunkt, was preiswerter Schutz höchstens kosten darf. Machen Sie einen Check und optimieren Sie Ihren Risikoschutz, Ihre Altersvorsorge und Ihr Vermögen.
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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