Fritz Himmel
Ein Beitrag von Fritz Himmel, 13.09.2017

Altersvorsorge So müssen Sie Ihre private Rente versteuern

Wie viel bleibt mir denn da wirklich übrig? Bei der Wahl Ihrer privaten Altersvorsorge sollten Sie auch die spätere Besteuerung der Rente mit berücksichtigen.
Altersvorsorge So müssen Sie Ihre private Rente versteuern

Weitsicht zahlt sich bei der Altersvorsorge aus. Nicht nur die Rendite eines Vertrags zählt, sondern auch, wie die spätere Rente versteuert wird.

Wenn Sie für Ihre Altersvorsorge sparen, ist vor allem eines wichtig: Wie viel Rente bekomme ich später raus? Aber: Je nach Vorsorgemodell und Versichertenstatus kann Ihnen später als Rentner von Ihrer Brutto-Rente ein stark abweichender Netto-Betrag übrig bleiben.

„Neben einem Blick auf die Rendite in der Ansparphase, gilt es daher auch auf die Rentenzeit zu achten“, rät Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Wer nur auf die oft beworbene Brutto-Rente achtet, spart womöglich falsch.

Private Rentenversicherung – so greift das Finanzamt zu

Bei einer privaten Rentenversicherung (über die Jahre angespart) haben Sie zum Vertragsende meist die Wahl zwischen einer Kapital- oder einer Rentenauszahlung. Wählen Sie die Rente, so winkt Ihnen lebenslang ein Steuerbonus. Das Finanzamt greift hier lediglich auf den sogenannten Ertragsanteil zu. „Dieser Ertragsanteil ist ein fester Prozentsatz der bezogenen Rente, der sich nach dem Alter bei Rentenbeginn richtet und während der gesamten Rentenbezugszeit gleich bleibt“, sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher.

Steuer-Beispiel: Herr A. ist zu Beginn seines Rentenbezugs 65 Jahre alt. Laut Ertragsanteils-Tabelle (Paragraf 22 Einkommensteuergesetz) beträgt der Ertragsanteil für seine private Rente 18 Prozent. Das heißt, nur diese 18 Prozent der Rente gelten als Einkunft und sind in der Steuererklärung anzugeben. Erhält Herr A. pro Monat 400 Euro Zusatzrente, braucht er davon nur 72 Euro (18 Prozent) zu versteuern. Unterstellt man im Ruhestand einen Steuersatz von 25 Prozent, so fallen tatsächlich für ihn nur 18 Euro an Steuern an. Je älter man beim Beginn des Rentenbezugs ist, desto niedriger fällt der Ertragsanteil aus, auf den Steuern anfallen.

Bevorzugen Sie lieber eine Kapitalauszahlung, so ist der während der Laufzeit erzielte Gewinn zur Hälfte steuerpflichtig. Voraussetzung: Der Vertrag ist wenigstens zwölf Jahre lang gelaufen und der Versicherte mindestens 62 Jahre alt. Als Gewinn gilt die Differenz zwischen der Summe aller eingezahlten Beiträge und der späteren Kapitalauszahlung.
Vergleich Private Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Sofortrente – so berechnen sich die Steuern

Bei dem Altersvorsorgemodell „Sofortrente“ zahlen Sie – in der Regel zum Ruhestandsbeginn – einmalig einen festen Betrag ein und erhalten umgehend lebenslang eine monatliche Rente überwiesen. Die Zahlung fließt auch dann noch weiter, wenn Ihre eingezahlte Summe längst aufgebraucht ist. Die Besteuerung der Rente erfolgt hier ebenfalls nach dem Prinzip des Ertragsanteils.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie aus einer Sofortrente mehr herausholen können.

Riester-Rente – persönlicher Steuersatz und Ertragsanteil

Die Rentenauszahlungen bei der Riester-Rente zählen in der Rentenphase zu den sonstigen Einkünften und sind mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern (nachgelagerte Besteuerung). Wie hoch die Steuerlast später tatsächlich ausfällt, hängt von Ihrem Gesamteinkommen als Ruheständler und von der Höhe der zukünftigen Freibeträge ab.

„Diese volle Steuerpflicht gilt jedoch nur für Riester-Renten, die vollständig aus durch Zulagen und Steuervorteile gefördertem Kapital gezahlt werden“, sagt Steuerprofi Wacher. Manche Sparer zahlen aber auch mehr in einen Riester-Vertrag ein als nötig ist, um die vollen Zulagen und Steuervorteile zu bekommen, also einen ungeförderten Anteil. Wird aus diesem nicht geförderten Anteil der Beiträge eine Rente gezahlt, so ist dafür wiederum nur der Ertragsanteil zu versteuern.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie die Riester-Zulagen voll ausschöpfen.

Rürup-Rente – Steuerlast vom Renteneintrittsalter abhängig

In der Ansparphase profitiert ein Rürup-Sparer von Steuererleichterungen, in der Auszahlungsphase wird dann die Rürup-Rente nach dem persönlichen Steuersatz besteuert. Dabei richtet sich die Höhe der Steuerpflicht bzw. des steuerfreien Betrags der Rente nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns.

So sind in 2017 erstmals ausgezahlte Rürup-Renten zu 74 Prozent steuerpflichtig, der andere Teil von 26 Prozent wird als Freibetrag dauerhaft festgeschrieben. Bis 2020 steigt der steuerpflichtige Anteil jährlich um zwei Prozent an, nach 2020 nur noch um ein Prozent jährlich. Ab 2040 ist dann die volle Rentenauszahlung steuerpflichtig. Wenn Sie also 2040 erstmals die Rürup-Rente beziehen, dann müssen Sie diese zu 100 Prozent versteuern.
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