Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 08.01.2015

Mehr Leistung, mehr Rechte Das bringt die Pflegereform 2015

Mehr Geld für Pflegebedürftige und bessere Leistungen für pflegende Angehörige - das bringt die Pflegereform 2015:
Mehr Leistung, mehr Rechte Das bringt die Pflegereform 2015

Künftig soll es für pflegende Angehörige leichter werden, eine Auszeit vom Job zu nehmen

  • Mehr Leistungen für Tagespflege

Pflegebedürftige, die Zuhause leben, können künftig eine Tagespflegeeinrichtung besuchen, ohne dass ihnen dafür andere Leistungen gekürzt werden. Wer zum Beispiel Pflegestufe II hat, dem stehen zusätzlich zum ambulanten Dienst, monatlich bis zu 1.144 Euro für die Tagespflege zur Verfügung. Die Grafikerin Elvira S. aus Berlin betreut ihre pflegebedürftige Mutter: „Morgens um halb zehn, auf dem Weg zur Arbeit, bringe ich meine Mutter in die Tagespflege und um 15 Uhr hole ich sie wieder ab.“ Die 89-jährige Mutter genießt dort die Betreuung durch qualifiziertes Pflegepersonal und für ihre Tochter ist die Betreuung eine große Entlastung. "Diese Tagespflege-Einrichtungen werden durch die zusätzlichen Leistungen der Pflegekassen künftig noch attraktiver", sagt Markus Siegmann, Pflegeberater bei der Knappschaft. Er rät: "Bevor man sich für eine Einrichtung entscheidet, sollte man erst mal einen Tag kostenlos hineinschnuppern." Informationen über passende Tagespflegeeinrichtungen erhält man bei den örtlichen Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkten.

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  • Freistellung vom Job

Arbeitnehmer können sich unverzüglich für bis zu zehn Arbeitstage vom Job freigestellen lassen. Und zwar dann, wenn ein Angehöriger plötzlich voraussichtlich pflegebedürftig wird, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Neu ist: In dieser Zeit gibt es ein Pflegeunterstützungsgeld in Höhe von rund 90 Prozent des Nettogehalts.
  • Verkürzung der Arbeitszeit

Künftig haben Arbeitnehmer in Unternehmen mit mehr als 25 Beschäftigten ein Rechtsanspruch auf bis zu 24 Monate Familienpflegezeit. Aber nur, wenn der zu pflegende Angehörige mindestens Pflegestufe I hat, also nicht bei Pflegestufe 0. Das Minus beim Lohn wird nun durch einen staatlichen Kredit zum Teil ausgeglichen. Dieses muss in Raten zurückgezahlt werden. Unverändert gilt: Die Rest-Arbeitszeit muss mindestens 15 Stunden pro Woche betragen.

 
  • Auszeit vom Job

Laut Pflegezeitgesetz kann auch eine Auszeit vom Job von bis zu sechs Monaten genommen werden. Dieser Rechtsanspruch besteht in Unternehmen bereits ab 15 Beschäftigten. Zu den günstigeren arbeitsrechtlichen Regelungen für pflegende Arbeitnehmer passt die Erweiterung der ambulanten Pflegeleistungen und deren Erhöhung um vier Prozent.
  • Geld oder Pflegedienst

Zu Hause lebende Pflegebedürftige können sich zwischen Pflegegeld oder Leistungen von Pflegediensten entscheiden. Bei Pflegestufe II gibt es beispielsweise ab 2015 pro Monat 18 Euro mehr Pflegegeld. 458 Euro stehen dann dafür zur freien Verfügung. Alternativ dazu können Leistungen eines professionellen Pflegedienstes im Wert von 1.144 Euro in Anspruch genommen werden. Man kann aber auch zum Beispiel das halbe Pflegegeld wählen – und dafür die Hälfte der möglichen professionellen Hilfen nutzen.
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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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