Von Horst Peter Wickel, 31.05.2017

Soziales Wie die Pflege von Angehörigen finanziell belohnt wird

Wenn Sie sich um Ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern, können Sie bei Steuer und Rente belohnt werden.
Soziales Wie die Pflege von Angehörigen finanziell belohnt wird

Die Pflege daheim wird für viele zur Belastungsprobe.

Viel hat Vater Staat nicht für Sie übrig, wenn Sie Ihre Eltern oder Großeltern regelmäßig pflegen. Dabei kommt das deutsche Sozialsystem ohne die aufopfernden Leistungen von Verwandten gar nicht aus. Rund 2,9 Millionen Menschen in Deutschland sind nach Angaben des Statistischen Bundesamts pflegebedürftig. Rund 75 Prozent von ihnen werden ehrenamtlich in ihrer häuslichen Umgebung versorgt, zumeist von ihren Ehefrauen, Töchtern und Schwiegertöchtern.

Geringe Steuervorteile

Wenn Sie als Privatperson einen ständig hilflosen Mensch pflegen, können Sie steuerlich den Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Jahr beanspruchen. Pflegen Sie eine zweite hilflose Person, dann verdoppelt sich dieser Betrag. Kümmern Sie sich gemeinsam mit jemand anders um einen Pflegebedürftigen, dann müssen Sie sich den Pauschbetrag teilen.
Vergleich Private Rentenversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr
Beantragen können Sie den Pflegepauschbetrag im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung. Sie finden ihn bei den „Außergewöhnlichen Belastungen“. Allerdings dürfen Sie für die Pflegeleistungen keine finanziellen Gegenleistungen, zum Beispiel von der Pflegekasse, erhalten haben. Der Pflege-Pauschbetrag wird auch dann berücksichtigt, wenn Sie die Pflege nur am Wochenende übernehmen, weil die zu pflegende Person zum Beispiel während der Woche in einem Pflegeheim versorgt wird.

Wenn Sie Pflegedienste einkaufen

Pflegekosten können in Ihrer Steuererklärung als „haushaltsnahe Dienstleistungen“ berücksichtigt werden, wenn Sie die Kosten übernehmen. Dazu zählen z.B. die Betreuung, Pflege und Versorgung von Pflegebedürftigen. Ebenso werden die Essenszubereitung, die Wohnungsreinigung und Einkäufe zu diesen Dienstleistungen gezählt.

Die Pflegedienstleistungen müssen entweder im Haushalt Ihres pflegebedürftigen Angehörigen oder bei Ihnen zuhause erbracht werden. Und Sie müssen der Auftraggeber sein und die Kosten per Überweisung zahlen. Der Nachweis gegenüber dem Fiskus erfolgt durch einen entsprechenden Beleg.

Von den Aufwendungen für Pflege und Betreuung eines Angehörigen können Sie bis zu 20 Prozent direkt von der zu zahlenden Einkommensteuer abziehen. Maximal erkennt das Finanzamt einen Abzug von 4.000 Euro pro Jahr an. Das entspricht also Gesamtkosten von 20.000 Euro.
Jetzt zum Geldsparen Newsletter anmelden!

Zusätzliche Rentenpunkte

Wenn Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen mindestens zehn Stunden pro Woche pflegen, können Sie zusätzliche Rentenpunkte bekommen. Als Pflegende oder Pflegender dürfen Sie nicht mehr als regelmäßig 30 Wochenstunden beruflich tätig sein. Wenn Sie selbst bereits im Ruhestand sind, haben Sie keinen Anspruch, Ihre Altersrente durch die Pflege aufzustocken. Aber sonst können Sie ihre Altersrente um Beträge von 5,22 Euro bis maximal 29,30 Euro pro Monat aufpeppen.

Die Berechnung dieser Beträge ist äußerst kompliziert. Die Pflegekasse muss dabei so tun, als ob Sie für die Pflege Gehalt beziehen, und auf dieses fiktive Gehalt wird dann ein Rentenbeitrag errechnet. Je höher der Pflegegrad und je weniger professionelle Hilfe Sie bei der Pflege bekommen, desto mehr Rente können Sie für Ihre Tätigkeit bekommen.

Am höchsten ist dieses fiktive Gehalt, wenn Sie Menschen mit Pflegegrad 5 versorgen, also Schwerstbeeinträchtigte mit besonderen Pflegeanforderungen. Das können Patienten mit schwerer Demenz, mit Krebserkrankungen im Endstadium oder Wachkomapatienten sein. Wenn Sie sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen mit Pflegegrad 1 kümmern, werden Ihnen wegen des eher geringen Pflegeaufwands hingegen keine Rentenpunkte zugeschrieben. Dazu kommt, dass das Rentenplus geringer ausfällt, wenn ein Pflegebedürftiger auch Pflegesachleistungen beansprucht.

Bei Pflege gesetzliche Unfallversicherung

Wenn Sie einen nahestehenden Menschen in seiner häuslichen Umgebung pflegen, sind Sie beitragsfrei gesetzlich unfallversichert. Erfasst sind dabei die Tätigkeiten, die auch in der Pflegeversicherung selbst als pflegerische Maßnahmen berücksichtigt werden, sowie die Hilfen bei der Haushaltsführung. Ebenso genießen Sie Unfallversicherungsschutz auf dem direkten Hin- und Rückweg zum Ort der Pflegetätigkeit, wenn Sie in einer anderen Wohnung als die zu pflegende Person leben.

Liebe Leserinnen und Leser,

mein Name ist Horst Peter Wickel.

Suchen Sie ein bestimmtes Thema?

Artikel Suchen

Oder schreiben Sie mir einfach, wenn Sie eine Frage haben.

Mail

Ich freue mich auf eine Mail von Ihnen

» Autoren von geldsparen.de

Leserkommentare

noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben

Name*

Email*

Überschrift*

Kommentar

Ziffernfolge
hier eingeben:
neu laden


*Pflichtfelder

 

Foto: VGstockstudio / Shutterstock.com ID:6981

Der Geldsparen-Newsletter

Schon abonniert?

Unser Newsletter versorgt Sie regelmäßig mit aktuellen Themen zu:

Geld
Geld
  Gesundheit
Vorsorge
Wohnen
Wohnen
  Beruf
Beruf/Ausbildung
Internet & Telefon
Internet & Telefon
  Unterwegs
Unterwegs

Anrede

Vorname

Nachname

eMail*

Newsletter (wöchentlich)

Spartipp des Tages (täglich)

Ich erkläre mich mit der Nutzung meiner Daten
    laut Nutzungsbedingungen einverstanden.

 

*Pflichtfelder

 
Bereich: Vorsorge Pagename: pflege-angehoerige-belohnen(6981)