Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 26.09.2017

Pflegeversicherung So sind Sie bei Demenz finanziell abgesichert

Demenzkranke erhalten mehr Geld von der gesetzlichen Pflegeversicherung als fr√ľher. Trotzdem bleibt eine Finanzierungsl√ľcke. Welche Leistungen Betroffene bekommen und wie man vorsorgen kann.
Pflegeversicherung So sind Sie bei Demenz finanziell abgesichert

Demenzkranke ben√∂tigen viel Unterst√ľtzung. Seit 2017 erhalten sie mehr Geld aus der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Demenz ist zur Volkskrankheit geworden. Die Alzheimer Gesellschaft sch√§tzt die Zahl der Erkrankten in Deutschland auf √ľber 1,5 Millionen, bis ins Jahr 2060 sollen es weit √ľber drei Millionen sein. Die Krankheit kann jeden treffen, steigendes Alter ist der gr√∂√üte Risikofaktor. Das macht die Frage der finanziellen Absicherung dieses Krankheitsrisikos brisant, denn Betroffene haben einen hohen Hilfe- und Betreuungsbedarf.

Seit 2017 hat sich mit der Pflegereform die finanzielle Situation Demenzkranker deutlich verbessert – sie erhalten mehr Zusch√ľsse aus der gesetzlichen Pflegekasse als fr√ľher. Doch es bleibt eine Finanzierungsl√ľcke. Diese l√§sst sich nur mit privater Vorsorge verringern.

Das zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung

Neu ist der Pflegegrad 1 in der gesetzlichen Pflegeversicherung, von dem gerade Menschen mit Demenz profitieren: Er trifft auf Personen zu, die Unterst√ľtzung im Alltag ben√∂tigen, aber noch nicht pflegebed√ľrftig sind. Immerhin erhalten sie dann 125 Euro im Monat. Dieser Betrag kann eingesetzt werden, um eine Kurzzeitpflege zu finanzieren oder Leistungen eines Pflegedienstes. Der Zuschuss ist zweckgebunden, es m√ľssen Rechnungen vorgelegt werden, die dann erstattet werden. Dieser Betrag steht Pflegebed√ľrftigen aller Pflegegrade zu.

Kommt der Demenzkranke in höhere Pflegegrade und wird zuhause von Angehörigen gepflegt, bekommt er zwischen 316 und 901 Euro im Monat je nach Pflegegrad aus der gesetzlichen Pflegekasse. Übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die Pflege, kommen Pflegesachleistungen in Frage, zwischen 689 und 1.995 Euro im Monat. Pflegegeld und Pflegesachleistungen können auch kombiniert werden.

Mehr Geld f√ľr Wohngruppen

F√ľr Demenzkranke haben sich ambulante Wohngruppen bew√§hrt. Auch daf√ľr gibt es mehr Geld. Zus√§tzlich zu Pflegegeld und Pflegesachleistungen erhalten Bewohner schon ab Pflegestufe 1 Starthilfe zur Gr√ľndung einer Wohngruppe, bis zu 2.500 Euro pro Person, maximal 10.000 Euro pro Wohngruppe. Au√üerdem gibt es einen Wohngruppenzuschlag von 214 Euro pro Monat, um eine organisatorische, betreuende oder hauswirtschaftliche Unterst√ľtzung zu finanzieren, sowie 4.000 Euro pro Person, um eine Wohnung altersgerecht umzubauen, maximal 16.000 Euro pro Wohngruppe.

Private Pflegezusatzversicherung schlie√üt Finanzl√ľcke

Trotzdem reichen diese Zusch√ľsse nicht aus, um eine Betreuung und Pflege eines Demenzpatienten komplett zu finanzieren. Es bleibt nur die private Vorsorge. Am besten eignen sich dazu Pflegetagegeldversicherungen. Hier wird ein Tagessatz je nach H√∂he des Pflegegrads ausgezahlt. Bestes Einstiegsalter f√ľr solche Policen ist zwischen 40 und 50 Jahren, je √§lter man wird, desto teurer sind die Beitr√§ge.

Pflegetagegeldversicherer haben Policen angepasst

Die meisten Anbieter haben im Zuge der Pflegereform auch ihre privaten Pflegeversicherungen umgestellt und die Leistungen den neuen Pflegegraden angepasst. Wer eine neue Police abschlie√üt, sollte darauf achten, dass sie auch wirklich analog zu den gesetzlichen Zusch√ľssen Leistungen gew√§hrt und damit das Risiko Demenz abdeckt. Denn in √§lteren Pflegetagegeldpolicen ist dies nicht automatisch vorgesehen.

Pflegetagegeldversicherung

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Pflegetagegeldversicherung: Auf diese Details kommt es an

Es empfiehlt sich, auf einen Tarif zu setzen, der auch in niedrigeren Pflegegraden Leistungen gew√§hrt. Denn dieser Pflegezustand kommt weit h√§ufiger – und √ľber einen l√§ngeren Zeitraum – vor, als eine schwere Pflegebed√ľrftigkeit. Wichtig ist, dass der Versicherungsnehmer √ľber den ausgezahlten Betrag frei verf√ľgen kann. Ein guter Vertrag sollte au√üerdem Nachversicherungsoptionen ohne erneute Gesundheitspr√ľfung gew√§hren, so dass das Tagesgeld w√§hrend der Laufzeit angepasst werden, also zum Beispiel erh√∂ht werden kann.

Wer sichergehen will, dass sein einst vertraglich vereinbarter Tagessatz auch in 20 oder 30 Jahren ausreicht, um eine Pflege zu finanzieren, sollte eine Dynamik vereinbaren. Dann steigen Beitr√§ge und Leistungen Jahr f√ľr Jahr an, was als Inflationsausgleich dient. Und nat√ľrlich sollte eine Pflegetagegeldversicherung einen lebenslangen Schutz gew√§hren.

So viel kostet eine Pflegetagesgeldversicherung

Ein 50 Jahre alter Versicherungsnehmer muss f√ľr ein Tagegeld von 40 Euro in Pflegestufe 5 zwischen 40 und 60 Euro im Monat an Beitrag bezahlen. Vielleicht reicht aber auch ein niedrigerer Tagessatz aus, wenn man √ľber eigenes Verm√∂gen verf√ľgt, das man im Pflegefall einsetzen k√∂nnte.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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