Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 27.09.2017

Doppeljobber Diese Regeln gelten bei Nebenjobs

Die Zahl der Doppeljobber steigt. 2,8 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftige üben einen Nebenjob aus. Arbeitsrecht, Steuern und Abgaben - hierauf sollten Sie achten.
Doppeljobber Diese Regeln gelten bei Nebenjobs

Mit einem Nebenjob im Café lässt sich das monatliche Einkommen erhöhen.

Darf jeder Arbeitnehmer einen Nebenjob ausüben? Firmen dürfen Zweitjobs nicht generell verbieten. Steht ein solches Verbot im Arbeitsvertrag, so ist die Regelung unwirksam.

Dem Chef keine Konkurrenz machen

Wichtig ist jedoch: Der Nebenjob darf die Interessen des Hauptarbeitgebers nicht verletzen. Anheuern bei der Konkurrenz des Chefs – das geht nicht. Auch nebenher für die Kunden des Chefs zu arbeiten, ist nicht zulässig. So wurde ein Rohrleitungsmonteur, der in seiner Freizeit auf eigene Rechnung einer Kundin seines Chefs neue Abflussrohre montiert hatte, fristlos entlassen. Zu Recht, wie das Landesarbeitsgericht Hessen befand (Az.: 16 Sa 593/12). Im Zweifelsfall sollten Arbeitnehmer ihren Arbeitgeber über einen beabsichtigten Nebenjob informieren.

Tipp: Lesen Sie hier, was Ihnen Arbeitsrechtsschutz bringen kann.

Hauptjob plus Minijob

Die allermeisten Nebenjobber üben nebbenher einen Minijob aus. Neben einem sozialversicherten Hauptjob ist ein Minijob bei einem anderen Arbeitgeber erlaubt, aber nur ein einziger. Dort darf man bis zu 450 Euro pro Monat sozialabgaben- und steuerfrei kassieren. Lediglich 3,7 Prozent für die Rentenversicherung gehen hiervon ab – soweit die Rentenversicherungspflicht nicht abgewählt wird.

Nur mal kurz einen Nebenjob ausüben

In der Vorweihnachtszeit auf dem Weihnachtsmarkt arbeiten. Solche Jobs gehören in die Schublade „kurzfristige Beschäftigung“. Diese Beschäftigungen sind komplett sozialversicherungsfrei – auch für den Arbeitgeber. Die sozialversicherungsfreie Beschäftigungsdauer wurde bis Ende 2018 auf drei Monate oder 70 Arbeitstage ausgedehnt. Geregelt ist dies in Paragraf 115 des Sozialgesetzbuches IV. Die Drei-Monats-Grenze gilt, wenn die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche erfolgt. Bei weniger als fünf wöchentlichen Arbeitstagen gilt die Obergrenze von 70 Arbeitstagen. „In diesem Fall kann sich die Beschäftigung sogar auf bis zu zwölf Monate verteilen“, so Thomas Methler von der Minijob-Zentrale. Auf die Höhe des Verdienstes kommt es bei kurzfristigen Beschäftigungen nicht an.

Hauptjob plus Minijob plus kurzfristiger Nebenjob

Neben ihrem Hauptjob können Arbeitnehmer sowohl eine kurzfristige Beschäftigung als auch einen Minijob bei anderen Arbeitgebern ausüben. Salopp gesagt: Minijob und kurzfristige Beschäftigung „beißen sich nicht“.

Zweimal sozialversicherungspflichtig arbeiten

Besteht ein Nebenjob jedoch dauerhaft und die Einkünfte liegen oberhalb von 450 Euro, dann besteht Sozialversicherungspflicht. Hiervon profitieren Doppeljobber aber auch dopplet. Denn ihnen stehen nicht nur für beide Jobs Rentenansprüche zu. Im Krankheitsfall erhalten sie nach dem Ende der sechswöchigen Lohnfortzahlung Krankengeld für beide Beschäftigungen. Geht einer der Jobs verloren, so zahlen die Arbeitsagenturen dafür das sogenannte Teilarbeitslosengeld. Ein Arbeitnehmer mit Kind, der einen Zweitjob mit monatlichen Einkünften von 1.000 Euro brutto verliert, hat beispielsweise Anspruch auf 442,80 Euro Teilarbeitslosengeld – und das für bis zu sechs Monate.

Nebenjobber dürfen nicht benachteiligt werden

Nebenjobber dürfen bei ihrem Zweitarbeitgeber gegenüber den anderen Beschäftigten nicht benachteiligt werden. Dieser Grundsatz gilt zwar generell im Arbeitsleben, bei Minijobs wird er jedoch besonders oft missachtet.

So stehen Minijobbern beispielsweise auch Nacht-, Feiertags- oder Wochenendzuschläge zu, wenn diese den anderen Beschäftigten gezahlt werden. Wichtig zu wissen: Solche Zuschläge machen den Minijob nicht einmal „kaputt“.
Die Zuschläge sind nämlich in der Regel sozialversicherungsfrei und werden nicht mitgezählt, wenn geprüft wird, ob die 450-Euro-Grenze eingehalten wird.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Möglichkeiten von sozialversicherungsfreien Zulagen. So können die Arbeitgeber per Entgeltumwandlung eine betriebliche Altersversorgung von Minijobbern finanzieren oder ihnen ein Job-Ticket zur Verfügung stellen. Wenn diese Leistungen den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Kollegen zustehen, haben generell auch Minijobber einen Anspruch hierauf.

Mehr Hauptjob statt Nebenjob

Statt woanders einen Zweitjob aufzunehmen, lässt sich manchmal auch die Arbeitszeit im Hauptjob verlängern – vor allem, wenn beim Arbeitgeber eine freie Vollzeitstelle zu besetzen ist. Dann muss ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer bei der Besetzung der Vollzeit-Stelle bevorzugt werden. Geregelt ist das in Paragraf 9 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes. Minijobber und andere Teilzeitler haben deshalb gute Karten, wenn sie sich bei ihrem Arbeitgeber auf eine frei werdende Vollzeitstelle bewerben.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Ihnen Ihr Minijob mehr für die Rente bringt. 

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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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