Helga Riedel
Ein Beitrag von Helga Riedel, 11.05.2017

Work and Travel Große Reisen mit wenig Geld

Ein Jahr lang im Ausland unterwegs sein – das funktioniert auch ohne dickes Sparkonto. Jobben für die nächste Reiseetappe macht es möglich. So funktioniert Work and Travel:
Work and Travel Große Reisen mit wenig Geld

Durch Work and Travel können junge Leute auch ohne viel Geld in die Ferne reisen.

Mehr als 50.000 junge Leute zieht es Jahr für Jahr nach Abi oder Berufsausbildung ganz weit weg. In Australien, Neuseeland oder Kanada suchen sie Freiheit, Abenteuer, neue Erfahrungen und Freundschaften – und das ganz ohne üppige Reisekasse. Denn zwischendurch heißt es vor Ort Mangos ernten, Hotelzimmer schrubben, Schafe hüten oder in Restaurantküchen schwitzen, um sich das Geld für die nächste Reiseetappe zu verdienen. „Work and Travel“ oder „Working Holiday“ (WH) nennt sich das und erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Spezielles Working-Holiday-Visum

Neben den oben genannten Ländern hat Deutschland mit neun weiteren Staaten Working Holiday (WH)-Abkommen getroffen: Argentinien, Chile, Japan, Südkorea, Hongkong, Singapur, Taiwan, Israel und Brasilien (noch nicht wirksam). Die Botschaften erteilen das spezielle WH-Visum einmalig meist bis zum Alter von 30 Jahren. Es berechtigt die Inhaber für einen begrenzten Zeitraum im Land zu arbeiten und zu reisen. Die Gebühren für das Visum reichen von null (Japan) bis 270 Euro (Australien). Und auch bei den als Sicherheit nachzuweisenden finanziellen Mitteln bewegen sich die Ansprüche zwischen keinen genauen Angaben – in der Regel mindestens die Höhe des Rückflugtickets – und stolzen 3.500 Euro (Australien). Dazu kommen die Flugkosten. Egal wohin die Reise geht – wer nicht schon von zuhause aus einen Arbeitsplatz organisiert hat, braucht auch noch ein gewisses Startkapital, um die Durststrecke bis zum ersten Job durchzustehen.

Ohne Krankenversicherung geht gar nichts

Voraussetzung für den Erhalt des Visums ist der Abschluss einer Auslandskran-kenversicherung. Die übliche Urlaubs-Krankenversicherung reicht dafür nicht. Zwar kann man sie über den Zeitraum von einem Jahr abschließen, aber sie gilt dann nur für alle Urlaube, die jeweils nicht länger als sechs Wochen dauern dürfen. Ein Work and Travel-Aufenthalt erfordert eine spezielle Versicherung. Sie sollte ohne Gesundheitsprüfung und Selbstbeteiligung für alle Kosten einschließlich eines eventuell notwendigen Rücktransports aufkommen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 30 bis 45 Euro im Monat.

Plant man einen Autokauf und sportliche Aktivitäten wie etwa Tauchen, Rafting oder Klettern, empfiehlt Jane Jordan vom Beratungsportal Auslandsjob außerdem – falls nicht vorhanden – den Abschluss einer Haftpflichtversicherung und einer Unfallversicherung. Mit Aufschlägen für einen Auslandsaufenthalt ist hier nicht zu rechnen, denn beide gelten weltweit.

Wichtig: Kreditkarte

Mit in das Reisegepäck gehört außerdem eine Kreditkarte. Sie ist das Zahlungsmittel mit der höchsten internationalen Akzeptanz. Mit ihr kann man nicht nur Hostels bezahlen oder einen Leihwagen mieten, sondern auch sehr viel günstiger als mit einer Girokarte Geld vom heimischen Konto abheben. DKB und Comdirect bieten dafür Girokonten mit dazu gehöriger Visakarte ohne jegliche Gebühren sowie weltweit zumeist kostenlosen Barabhebungen an. Bei der Santander Consumer Bank gibt es kontounabhängig die 1plus-Visa-Card mit weltweit komplett kostenloser Bargeldversorgung.

Tipp: Lesen Sie hier, worauf Sie bei Prepaid-Kreditkarten achten sollten.
    Karte Anbieter  
1.  
VisaCard
2.  
comdirect VISA-Karte
3.  
VISA Card
Datenstand: 24.07.2017
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Was Work and Travel kostet

Nicht ganz unerheblich für die Wahl des Work- and-Travel-Ziels sind die Kosten für den Aufenthalt. Sieht man von den nachzuweisenden Rücklagen ab, die ja keine tatsächlichen Kosten darstellen, bleiben als Hauptposten Anreise und Lebenshaltung einschließlich Transportmitteln vor Ort. Auslandsjob hat diese Kosten für Australien, Neuseeland, Kanada, USA, Japan und Chile gegenübergestellt. Danach kommt man am günstigsten in die USA (ab 500 Euro) und mit etwas Glück für 1.200 Euro nach Neuseeland. Da dies einmalige Kosten darstellen, lassen sie sich vermutlich verschmerzen. Bei den Lebenshaltungskosten ergeben sich dagegen von Chile abgesehen nur geringfügige Unterschiede. Letztendlich entscheidet auch der nicht ganz vorhersehbare Wechselkurs darüber, wie weit man mit der Reisekasse kommt. Hat man erst einmal einen Job gefunden, gleichen sich die Unterschiede aus, da die Mindestlöhne in den teureren Ländern auch höher sind.

Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für eine Agentur, die bei der Organisation der Reise unterstützt. Während die Organisation eines Work-and-Travel-Aufenthalts in Australien, Neuseeland oder Kanada relativ unkompliziert ist, sieht das in Ländern mit wenig Erfahrung in dem Bereich schon etwas schwieriger aus. Hier können Agenturen für Auslandsaufenthalte wie Stepin, Praktikawelten oder AIFS wertvolle Unterstützung bieten. Je nach Umfang, von Beratung bis Rundumsorglos-Paket, kostet der Service ab zusätzlich etwa 400 Euro. Empfehlenswert ist die Buchung über eine Organisation vor allem für Asien-Reisende. Denn dort, so Jane Jordan vom Beratungsportal Auslandsjob.de, „gibt es eine ganz andere Infrastruktur und sehr spezielle Arbeitsmodelle“.

Persönlichkeit entwickeln

Die Work-and-Travel-Zeit in einem Land mit vollkommen anderer Kultur und mit zunächst geringen Sprachkenntnissen zu verbringen, ist sicher eine ganz besondere Herausforderung und braucht viel Mut. Viele Schulabgänger betreten hier Neuland, sind zum ersten Mal mit Job, Verträgen, Steuern und eventuell einem Autokauf konfrontiert – und das auf sich gestellt und in einer Fremdsprache. Die Sprache sollten sie allerdings einigermaßen beherrschen. So verwundert es nicht, dass sich laut einer Umfrage der Agentur Travel Works junge Leute von einer solchen Reise vor allem eines versprechen: die „Entwicklung der Persönlichkeit“ und erst danach: „Abenteuer erleben“ und „Leute kennenlernen“. So wird der Work-and-Travel-Aufenthalt zu einem Crash-Kurs in Sachen Selbständigkeit.
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