Thomas Brummer
Ein Beitrag von Thomas Brummer, 06.06.2017

Reisen Entschädigung bei verkorkstem Urlaub

Freuen Sie sich schon auf den Urlaub? Nicht selten kann sich dieser zum Reinfall entpuppen. So wehren Sie sich:
Reisen Entschädigung bei verkorkstem Urlaub

Liegt das Hotel in der Einflugschneise des Flughafens, ohne dass dies bekannt war, sind zehn Prozent Preisminderung drin (Az: 2 C 861/99).

Wer Erholung sucht, sollte die Hotelbeschreibung genau studieren. Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor der „Katalogsprache einiger Reiseveranstalter“.

So seien die Begriffe "belebt" oder "aufstrebend" Hinweise auf eine laute Umgebung. Wenn also von einer belebten Lage die Rede ist, gebe es nicht selten Diskotheken und Bars in der Nachbarschaft. Das Wort „aufstrebend“ könnte darauf hinweisen, dass im Umfeld einige Großbaustellen zu finden sind. Hat der Reiseveranstalter das vorher entsprechend ausgewiesen, ist eine Reklamation in aller Regel erfolglos. Ganz anders ist es, wenn das Hotel als ruhig beworben wurde, das aber nicht zutrifft. Urlauber sind daher gut beraten, den Urlaubskatalog aufzubewahren.

Wie wehren sich enttäuschte Urlauber?

"Ist im Rahmen der Urlaubsreise ein Mangel vorhanden, sollten Touristen diesen möglichst schnell bei der örtlichen Reiseleitung anzeigen", sagt Gollner. Dem Veranstalter muss die Möglichkeit eingeräumt werden, das Problem zu lösen. Ansonsten entfällt das Recht auf spätere Preisminderung.

Wenn das am Urlaubsort nicht möglich ist, sollten Reisende das unmittelbar nach ihrer Ankunft per Fax oder Einschreiben mit Rückschein erledigen. Die Ansprüche müssen nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg jedoch spätestens einen Monat nach der geplanten Rückkehr beim Veranstalter eingegangen sein.

Wie viel Entschädigung ist drin?

"Zur Ermittlung der Schadensansprüche dient die ADAC-Liste der Reiseurteile", rät Gollner. Einblicke in diese Auflistung gewährt der Automobilclub auf seiner Internetseite. Aber auch die Angaben in der sogenannten Frankfurter Tabelle seien ein Maßstab. Die Tabelle wird vom Frankfurter Landgericht herausgegeben, da hier besonders viele Reisestreitigkeiten verhandelt werden. Sie dient der Abschätzung von Preisminderungen. Aussichten auf Erfolg hat aber nur, wer Mängel detailliert dokumentieren kann. Grundsätzlich hilfreich sind Fotos und Zeugen.
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Datenstand: 26.06.2017
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Das gilt bei Flugverspätungen

Auch verspätete Flüge können Reisende reklamieren. Sie können dann bis zu 600 Euro erhalten. Dem liegt die Fluggastordnung zugrunde. Die Höhe der Ausgleichszahlung richtet sich nach Verspätung und Flugstrecke. Bei Strecken über 3500 Kilometer mit Start oder Ziel außerhalb der EU beträgt die Ausgleichsleistung 600 Euro, wenn die Maschine mindestens vier Stunden zu spät abhebt und keine außergewöhnlichen Umstände vorliegen. Der europäische Gerichtshof hat übrigens entschieden, dass technische Probleme am Flugzeug, die trotz regelmäßiger Wartung entstehen, nicht als außergewöhnliche Umstände gelten (Az. C-257/14).

Fordern Sie Verpflegung

Die Fluggesellschaft muss Sie unter bestimmten Voraussetzung verpflegen. Das gilt in diesen Fällen:
• Mindestens zwei Stunden Verspätung ab einer Flugstrecke von 1.500 Kilometer.
• Drei oder mehr Stunden Verspätung bei einem Flug in der EU über 1.500 Kilometer oder einem Flug über die EU-Grenze hinaus mit 1.500 bis 3.500 Kilometern Strecke.
• Bei einer Flugstrecke von mehr als 3.500 Kilometern über die EU-Grenze hinaus, wenn sich der Abflug um Minium vier Stunden verspätetet.

Was tun, wenn die Airline nicht zahlen will?

Wenn die Fluggesellschaft nicht zahlt, gibt es im Wesentlichen zwei Anlaufstellen: Abgewiesene Passagiere können sich kostenlos an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) wenden. Dort prüfen Juristen den Fall und geben schließlich beiden Parteien eine Empfehlung, die aber nicht bindend ist. In den allermeisten Fällen kann auf diesem Weg eine für beide Seiten akzeptable Lösung erzielt werden.

Möglichkeit zwei: Sie gehen direkt zu einem Anwaltsbüro, das sich auf Fluggastrecht spezialisiert hat. Der Druck von Rechtsexperten kann durchaus zu einem schnellen Einlenken der Airlines führen. Bei Erfolg bekommt der Online-Anwalt dann einen Prozentsatz der Erstattung, bis zu 30 Prozent sind üblich. Wichtig: Ein seriöser Anbieter verlangt nur im Erfolgsfall etwas.

 

Tipp: Musteranschreiben finden sich im Internet, etwa bei flugrechner.com. Sollte die Fluggesellschaft nicht zahlen wollen, kann man sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden oder einen Online-Fachanwalt einschalten.
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Thomas Brummer mein Name ist Thomas Brummer. Ich studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei der LV 1871 und der Hypovereinsbank tätig. Im Anschluss schrieb ich für das Anlegermagazin Der Aktionär.

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