Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 10.11.2017

Lange krank Wie lange man Krankengeld bekommt

Wer lange krank ist, hat oft infolge auch finanzielle Probleme. Wie lange man Krankengeld bekommt und wie Sie finanziell vorsorgen können.
Lange krank Wie lange man Krankengeld bekommt

Bei langer Krankheit f√§llt das Einkommen aus. Krankengeld ist hierf√ľr nur ein vor√ľbergehender Ersatz.

Ein schlimmer Unfall oder eine schwere Krankheit kann Betroffene f√ľr Wochen oder sogar Monate aus ihrem normalen Leben herausrei√üen. Zu den gesundheitlichen Problemen kommen dann zumeist auch noch Einkommenseinbu√üen. Erst recht, wenn man gar nicht mehr an seinen Arbeitsplatz zur√ľckkehrt. Das ist nicht mal selten: F√ľr einen 20 Jahre alten Mann liegt die Wahrscheinlichkeit, bis zum Rentenbeginn mit 65 Jahren berufsunf√§hig zu werden, bei √ľber 40 Prozent, so das Statistikportal Statista. Arbeitnehmer haben 78 Wochen lang eine Absicherung √ľber Arbeitgeber und Krankenkasse – privat krankenversicherte Selbstst√§ndige k√∂nnen darauf nicht bauen.

So lange gibt es Lohnfortzahlung und Krankengeld

Arbeitnehmer erhalten sechs Wochen Lohnfortzahlung und anschlie√üend f√ľr maximal 72 Wochen Krankengeld der Krankenkasse. Es betr√§gt 90 Prozent vom Nettoeinkommen.

Wichtig: „Patienten sollten darauf achten, nahtlos krankgeschrieben zu sein, sonst verlieren sie den Anspruch auf Krankengeld“, r√§t Charlotte Henkel, Patientenberaterin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Krankschreibungen sollte man immer per Einschreiben und R√ľckschein an die Kasse schicken.“

Höchstens 3.045 Euro Krankengeld pro Monat

„Das Krankengeld orientiert sich zwar am Einkommen, ist aber durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt“, sagt Henkel. Das maximale Krankengeld betr√§gt 3.045 Euro im Monat. Das kann f√ľr Angestellte mit hohem Einkommen zu wenig sein. Ihnen bleibt eine private Krankentagegeldversicherung, um die Finanzl√ľcke zwischen Krankengeld und Nettoeinkommen zu schlie√üen. Auch f√ľr Privatversicherte ist die Police ratsam.

Krankentagegeld staffeln

Je fr√ľher das Tagegeld ausgezahlt wird und je h√∂her es ist, desto h√∂her sind auch die Beitr√§ge. Die Beitr√§ge f√ľr Auszahlungen ab dem 22. Tag betragen zum Teil mehr als das Doppelte als eine Absicherung ab dem 43. Tag. „Gerade bei Selbstst√§ndigen ist eine Staffelung des Leistungsbeginns eine gute Option“, r√§t Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So l√§sst sich f√ľr die ersten Krankheitswochen ein niedrigeres Krankentagegeld festlegen und sp√§ter ein h√∂heres, wenn die Krankheit andauert.

Wann Sie eine Erwerbsminderungsrente erhalten

Wer dauerhaft nicht mehr arbeiten kann, erhält eine volle staatliche Erwerbsminderungsrente von durchschnittlich 670 Euro im Monat. Aber nur dann, wenn er auch in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat und wenn er nicht mehr als drei Stunden täglich arbeiten kann.

Eine private Berufsunf√§higkeitsversicherung greift viel fr√ľher – n√§mlich wenn die Berufsf√§higkeit zu mindestens 50 Prozent eingeschr√§nkt ist. Und man muss auch nicht f√ľr den Rest seines Lebens berufsunf√§hig sein. Dauert eine Erkrankung voraussichtlich l√§nger als sechs Monate, kann die Versicherung bereits greifen. Und man kann nach Genesung wieder in den Beruf zur√ľckkehren.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
Sämtliche Angaben ohne Gewähr

Zusätzlicher Schutz ist sinnvoll

Eine zus√§tzliche private Absicherung ist sehr zu empfehlen f√ľr alle, die auf ihr Einkommen angewiesen sind, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Eine Berufsunf√§higkeitsversicherung steht dabei an erster Stelle. Eine g√ľnstigere Erwerbsunf√§higkeitsversicherung sollte nur in Frage kommen, wenn man zum Beispiel aufgrund des risikoreichen Berufs keine akzeptable Berufsunf√§higkeitsversicherung bekommt, r√§t Weidenbach.

Berufsunf√§higkeitsversicherung fr√ľh abschlie√üen

Es lohnt sich, die Berufsunf√§higkeitsversicherung bereits in jungen Jahren abzuschlie√üen, denn es ist eine umfassende Gesundheitspr√ľfung n√∂tig. Wer chronische Erkrankungen hat, muss meist Aufschl√§ge zahlen oder wird unter Umst√§nden sogar ganz abgelehnt. Auch f√ľr Berufe, die eine erh√∂hte Gefahr f√ľr die Gesundheit darstellen, sind Risikoaufschl√§ge zu zahlen.

Ein 27 Jahre alter Versicherungsnehmer kann eine Berufsunf√§higkeitsrente von 1.500 Euro im Monat f√ľr rund 50 Euro Beitrag im Monat absichern. Bei wem die finanziellen Mittel knapp sind, der sollte wenigstens eine kleine monatliche Rente versichern, das ist besser als nichts.

Tipp: Lesen Sie hier zehn teure Fehlannahmen zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
 
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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