Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 03.02.2016

Krankengeld Antrag jetzt deutlich einfacher!

Krankengeld Antrag jetzt deutlich einfacher!

Keine L√ľcken mehr im Krankengeld Anspruchsverfahren

Die Unabh√§ngigen Patientenberatung Deutschlands (UPD) hat es bereits 2015 in ihrem dritten Jahresbericht angeprangert: Die Antragstellung beim Krankengeld ist viel zu kompliziert. So berichtete die UPD, dass viele Patienten sich √ľber K√ľrzungen oder gar den kompletten Verlust ihres Anspruchs auf Krankengeld beklagt hatten, weil formale Fehler bei der Krankschreibung zu L√ľcken beim Nachweis der Arbeitsunf√§higkeit gef√ľhrt h√§tten.
 

Formale Fehler beim Krankengeld Antrag


Kein Wunder, denn bis Ende 2015 war der Antrag auf Krankengeld alles andere als patientenfreundlich. Wer l√§nger als sechs Wochen krank war, konnte nicht einfach zu seinem Arzt gehen und sich weiter krankschreiben lassen, sondern musste sich von seiner Krankenkasse einen sogenannten Auszahlschein per Post zuschicken lassen. Dieser Auszahlschein musste dann dem Arzt vorgelegt werden, damit dieser ihn ausf√ľllen konnte. Leider war das bis dato fast immer nur per Hand m√∂glich - elektronische Erfassungsm√∂glichkeiten waren nicht √ľblich. Dazu kam auch noch, dass jede Kasse ihren eigenen Vordruck hatte, so dass die √Ąrzte sich im Formular-Wirrwarr nicht mehr auskannten und wiederum √∂fters bei den Kassen nachfragen mussten, wie genau das Formular nun auszuf√ľllen sei. War der Auszahlschein dann endlich ausgef√ľllt, musste er schlie√ülich wieder an die Kasse zur√ľckgeschickt werden.
 

Verz√∂gerungen verursachten L√ľcken beim Krankengeld


Durch dieses umst√§ndliche Antrags-Procedere, kam es aber immer wieder zu Zeitverz√∂gerungen beim Krankengeld, was dann wiederum zu L√ľcken beim Nachweis der Arbeitsunf√§higkeit f√ľhrte. F√ľr Sie als Patient mit fatalen Folgen. Denn L√ľcken in der Nachweispflicht bedeuten: Kein Krankengeld f√ľr die fehlenden Tage und schlimmstenfalls sogar der komplette Verlust des Anspruchs auf Krankengeld.

Geldsparen.de-Tipp: Selbst, wenn beim Krankengeld Antrag alles glatt l√§uft, m√ľssen Sie wissen, dass das eigentliche Krankengeld, nach den sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber, deutlich geringer ausf√§llt, als Ihr bisheriges Gehalt. Um finanziellen Engp√§ssen bei l√§ngerer Krankheit vorzubeugen, sollten Sie mit einer privaten Krankentagegeldversicherung vorsorgen.
 

Krankengeld: UPD-Kritik zeigt Wirkung


Auf diesen Mangel beim Krankengeld-Antrag hat die Bundesregierung inzwischen reagiert. Mit dem Versorgungsst√§rkungsgesetz wurde beschlossen den Antrag auf Krankengeld deutlich einfacher zu machen. Seit 01. Januar 2016 ist die neue Regelung in Kraft. Ab sofort gibt es f√ľr den Antrag auf Krankengeld nur noch ein Formular – den sogenannten "gelben Schein". Den fr√ľheren Auszahlschein zum Bezug von Krankengeld ab der siebten Woche gibt es inzwischen nicht mehr. Er ist jetzt in die Arbeitsunf√§higkeitsbescheinigung integriert. So kann der Arzt jetzt sowohl eine Arbeitsunf√§higkeit w√§hrend der Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber, als auch w√§hrend der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse ab der siebten Krankheitswoche auf dem neuen Formular zur Arbeitsunf√§higkeit best√§tigen.
 

Ein Krankengeld -Formular f√ľr alles


Nicht nur bei der Zahl der Formulare wurde abger√ľstet, sondern auch die Patientenfreundlichkeit des neuen Arbeitsunf√§higkeits-Bescheinigung deutlich erh√∂ht. So ist die neue Arbeitsunf√§higkeits-Bescheinigung jetzt bundesweit einheitlich gestaltet, elektronisch abrufbar und auch am Bildschirm ausf√ľllbar. Damit kann sie in den Arztpraxen auch stets vorr√§tig gehalten werden.
 

Nicht nur Bedingungen f√ľr Krankengeld verbessert


Weiteres Plus: Ab sofort erhalten auch Sie als Patient immer eine Kopie der Arbeitsunf√§higkeits-Bescheinigung (AU-Bescheinigung). So k√∂nnen Sie jederzeit nachsehen, wann die aktuelle AU-Bescheinigung endet und Sie sich bei fortdauernder Krankheit rechtzeitig um eine Anschluss-Bescheinigung k√ľmmern. So k√∂nnen Sie vermeiden, dass Ihnen Anspr√ľche am Krankengeld verloren gehen. Au√üerdem erh√§lt auch ihr Arbeitgeber mit dem neuen Formular einen Durchschlag – selbstverst√§ndlich ohne Diagnose. Damit m√ľssen Sie jetzt nicht mehr wie bisher geschw√§rzte Kopien des Auszahlscheines oder zus√§tzlich vom Arzt ausgestellte AU-Bescheinigungen vorlegen, um die Arbeitsunf√§higkeit gegen√ľber ihrem Arbeitgeber zu belegen.
 
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Verbesserungen beim Krankengeld- Antrag auf einen Blick
 
Aktuell: seit 2016
Fr√ľher: bis Ende 2015
 
Krankschreibung während der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber:
 
Arzt stellt AU-Bescheinigung aus;
eine Kopie zur Information f√ľr den Versicherten und ein Durchschlag f√ľr den Arbeitgeber sind Bestandteil des Formulars
Krankschreibung während der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber:
 
Arzt stellt AU-Bescheinigung aus; eine Kopie zur Information f√ľr den Arbeitgeber ist Bestandteil des Formulars
 
Krankschreibung während des Bezugs von Krankengeld:
 
1. Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit durch den Arzt
2. Vorlage der AU-Bescheinigung bei der Krankenkasse
3. Eine Kopie zur Information f√ľr den Versicherten und Durchschlag f√ľr den Arbeitgeber sind Bestandteil des Formulars
 
Krankschreibung während des Bezugs von Krankengeld:
 
1. Versand des Auszahlscheins durch die Kasse an den Versicherten
2. Ausf√ľllen des Auszahlscheins durch den Arzt
3. Versand des ausgef√ľllten Auszahl-scheins durch den Versicherten an die Kasse
4. Nachweis der Arbeitsunf√§higkeit gegen√ľber dem Arbeitgeber durch vom Versicherten geschw√§rzte Kopie des Auszahlscheins oder zus√§tzlich vom Arzt erstellte AU-Bescheinigung
 
Quelle: GKV-Spitzenverband
 
 
 

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