Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 23.06.2017

Manipulierte Arztdiagnosen Kränker als man ist

Manche √Ąrzte erkl√§ren Patienten f√ľr kr√§nker als sie sind. Denn f√ľr bestimmte Diagnosen flie√üt mehr Geld. F√ľr Patienten kann das gravierende Folgen haben.
Manipulierte Arztdiagnosen Kränker als man ist

Patienten sollten Diagnosen hinterfragen und sich nicht kränker machen lassen, als sie sind.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, hei√üt ein alter Spruch, der im Arzt-Patienten-Verh√§ltnis eine neue Bedeutung erh√§lt. Der Patient vertraut dem Arzt seine Beschwerden an, doch was dieser als Diagnose in der Patientenakte notiert, entzieht sich meist der Kenntnis des Patienten. Jetzt zeigt eine Studie der Universit√§t M√ľnchen, dass √Ąrzte h√§ufiger als fr√ľher schwere Diagnosen stellen, obwohl die Patienten nicht kr√§nker geworden sind.

Mehr Geld f√ľr kr√§nkere Patienten

Der Grund daf√ľr ist der Risikostrukturausgleich. Dieser soll daf√ľr sorgen, dass die Krankenkassen mit Versicherten, die h√§ufig langwierige und teure Behandlungen ben√∂tigen, mehr Geld aus dem Gesundheitsfonds erhalten. F√ľr etwa 80 Diagnosen erhalten die Krankenkassen mehr Geld Fonds. Dazu geh√∂rt Diabetes, H√§mophilie und bestimmte Krebserkrankungen, aber auch Depressionen. Kein Wunder, dass diese Regelung dazu verleitet, Patienten √∂fter mal f√ľr kr√§nker zu erkl√§ren, als sie sind. Es soll regelrechte Absprachen zwischen Kassen und √Ąrzten geben, an der Diagnose zu drehen.

Schon im Jahr 2009 war bekannt, dass f√ľr optimierte Diagnosen manche Kassen den √Ąrzten sogar Geld bezahlen. Rund 100 F√§lle von Beeinflussung der √Ąrzte durch die Kassen waren der kassen√§rztlichen Bundesvereinigung (KBV) damals bekannt. Seit April dieses Jahres gibt es nun ein Gesetz, das solche Absprachen verbietet.

Nachteile bei Versicherungsverträgen

F√ľr Patienten hat das Folgen, vor allem, wenn sie zu einem sp√§teren Zeitpunkt eine Versicherung abschlie√üen wollen, bei denen der Gesundheitszustand in die Beitragskalkulation miteinflie√üt. Das ist etwa bei der Berufsunf√§higkeits- und der Risikolebensversicherung der Fall, aber auch bei einer privaten Krankenzusatzversicherung.

Bei diesen Policen ist der Patient verpflichtet, im Rahmen der Gesundheitsfragen detailliert Auskunft √ľber Krankheiten und Arztbesuche der letzten drei bis f√ľnf Jahre zu geben. Befragt der Versicherer dann den Arzt, berichtet dieser laut Patientenakte m√∂glicherweise √ľber eine sehr viel schwerwiegendere Krankheit als der Patient selbst angenommen hat. Der Kunde muss dann mit Risikozuschl√§gen rechnen oder gar dem Ausschluss. Besonders schwer wiegen bei den Versicherern psychische Vorerkrankungen. Denn sie sind inzwischen einer der Hauptgr√ľnde, weshalb Arbeitnehmer fr√ľhzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden.

Vor Versicherungsabschluss: Patientenakte einsehen

Patienten haben ein Recht darauf, ihre Patientenakte einzusehen, sagt Charlotte Henkel, Gesundheitsexpertin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Jeder darf seine Röntgenbilder, Arztberichte oder Testergebnisse erhalten. Darauf haben Patienten einen gesetzlichen Anspruch. Sogar Kopien darf man verlangen. Zu dem Aufwand rät Henkel aber nur, wenn man wirklich beabsichtigt, eine Versicherung abzuschließen. Vielleicht lohnt es sich aber auch, gleich bei der Behandlung den Arzt konkret darauf anzusprechen, welche Diagnose er stellt.

Tipp: Wer als Kassenpatient eine Rechnung privat bezahlt, etwa weil er einen Heilpraktiker aufsucht, sollte einen Blick auf die Diagnose werfen, f√ľr deren Behandlung die Rechnung gestellt wird. Entspricht sie nicht exakt den Tatsachen, sollte man auf Richtigstellung pochen. Schlie√üt man sp√§ter eine Versicherung ab, wird auch nach Behandlungen durch alternativ arbeitende Therapeuten gefragt.
Vergleich Berufsunfähigkeitsversicherung
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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