Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 19.05.2017

Krankenkasse Gr√ľne Rezepte k√∂nnen teuer werden

Medikamente auf gr√ľnen Rezepten muss der Patient selbst bezahlen. Manche Kassen erstatten trotzdem die Kosten.
Krankenkasse Gr√ľne Rezepte k√∂nnen teuer werden

Auch wenn ein verordnetes Medikament nicht verschreibungspflichtig ist, sollte der Arzt es auf einem gr√ľnen Rezept statt auf normalem Papier notieren.

So manche Erkrankung geht ins Geld. Eine Stirnh√∂hlenentz√ľndung zum Beispiel, wie eine Patientin erfahren musste. Zur Behandlung riet die √Ąrztin zu drei Medikamenten, darunter der Wirkstoff Ibuprofen zur Entz√ľndungshemmung und ein kortisonhaltiges Nasenspray. Die √Ąrztin stellte ein gr√ľnes Rezept aus, in der Apotheke musste die Patientin selbst bezahlen, insgesamt √ľber 20 Euro. Auf das ebenfalls empfohlene pflanzliche Mittel verzichtete sie, das h√§tte weitere 14 Euro gekostet.

Der Grund f√ľr die teure Krankheit ist das gr√ľne Rezept. Darauf landen Medikamente, die der Arzt empfiehlt, die aber nicht verschreibungspflichtig sind, sprich: Die Kasse erstattet sie nicht. Mit dieser Regelung sind viele Krankheiten f√∂rmlich aus dem Leistungskatalog herausgeflogen.

Die √§u√üerst schmerzhafte Stirnh√∂hlenentz√ľndung der Patientin geh√∂rt dazu, solange die Erkrankung keines Antibiotikums bedarf – das w√ľrde die Kasse wiederum bezahlen. Auch f√ľr die Heilung eines Hexenschusses ist der Patient selbst finanziell zust√§ndig. Ebenso gibt es in der Regel keine Leistungen bei Halsschmerzen, Erk√§ltungskrankheiten, Bronchitis, Heuschnupfen und vielen Hautkrankheiten. Die Kosten tr√§gt allein der Patient und das sind schnell mal 30 Euro oder sogar mehr pro Familienmitglied.

Gr√ľnes Rezept: Kassen erstatten Kosten als Zusatzleistung

Manche Kassen erstatten aber solche Ausgaben im Rahmen ihrer freiwilligen Leistungen. Allerdings machen sie Unterschiede: Manche erstatten nur pflanzliche oder hom√∂opathische Arzneimittel, andere auch sogenannte OTC-Medikamente, also solche, die nicht verschreibungspflichtig sind. Dazu geh√∂ren Nasensprays, Abf√ľhr- oder Erk√§ltungsmittel oder die Wirkstoffe Ibuprofen und Acetysalicyls√§ure, letztere ist in Form von Aspirin bekannt.
Krankenkasse
Oftmals gibt es auch eine Erstattungsh√∂chstgrenze, so gew√§hrt beispielweise die Techniker Krankenkasse maximal 100 Euro im Jahr f√ľr alternative Arzneimittel. Zur Kostenerstattung m√ľssen Patienten die in der Apotheke abgestempelten gr√ľnen Rezepte, plus den Kassenbeleg bei ihrer Krankenkasse einreichen.

Kinder bis zwölf Jahren erhalten alle Medikamente auf Rezept. Manche Kassen erweisen sich auch hier kulanter und erstatten im Rahmen ihrer freiwilligen Leistungen Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr bestimmte OTC-Arzneimittel. Am besten ruft man bei seiner Krankenkasse an und erkundigt sich, ob sie Kosten erstattet und wenn ja, in welchem Umfang.

Mein Tipp: Wenn der Arzt ein Medikament empfiehlt, das die Kasse nicht bezahlt, es aber nicht von sich aus auf einem gr√ľnen Rezept notiert, bitten Sie ihn darum. Sie haben dann wenigstens die Chance, es bei Ihrer Kasse √ľber die freiwilligen Zusatzleistungen anteilig erstattet zu bekommen.

Gr√ľn, rosa, blau - die Farbe macht beim Rezept den Unterschied

Die Farbe des Rezepts entscheidet dar√ľber, welche Kosten der Patient in der Apotheke zu tragen hat. Neben gr√ľnen Rezepten, gibt die rosafarbenen, die jeder Kassenpatient kennt. Hier verschreibt der Arzt verschreibungspflichtige Medikamente, die die Kasse bezahlt. Der Patient leistet die √ľblichen Zuzahlungen: mindestens f√ľnf, maximal zehn Euro pro Medikament. Auf blauen Rezepte, den Privatrezepten, verordnet der Arzt hingegen Medikamente, die verschreibungspflichtig sind, aber nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung geh√∂ren. Ein klassisches Beispiel ist die Anti-Baby-Pille. Die Kosten muss der Patient selbst tragen.

Gr√ľnes Rezept: Sparm√∂glichkeiten

F√ľr Versicherte mit geringem Einkommen sind solche finanziellen Belastungen bei Krankheit oft enorm. Welche Alternative haben sie? „Man kann mit seinem Arzt besprechen, ob er auf andere Medikamente ausweichen kann, die er auf einem √ľblichen Kassenrezept verordnen kann“, r√§t Charlotte Henkel, Patientenberaterin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. „Eventuell kann man auch auf einen Reimport ausweichen“, sagt Henkel. Reimporte sind Medikamente, die im Ausland hergestellt werden, aber dieselben Wirkstoffe enthalten und in der Regel g√ľnstiger sind. Das sollte man mit seinem Apotheker besprechen, r√§t Henkel.

Übrigens: Wenn sich keine Sparmöglichkeit anbietet, sollte man die Rezepte und Apothekenbelege trotzdem sammeln. Am Ende des Jahres kann man sie möglicherweise im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen bei der Steuer geltend machen.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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