Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 02.02.2017

Psychotherapie Burn-out - das zahlt die Krankenkasse

Dauerstress kann krank machen. Burn-out ist eine vielgestellte Diagnose. Die Krankenkassen bezahlen eine Psychotherapie - und helfen bei der Prävention.
Psychotherapie Burn-out - das zahlt die Krankenkasse

Ein Burn-out kann auch junge Menschen treffen.

Viele √Ąrzte setzen bei einem Burn-out auf Psychotherapie. Die gesetzliche Krankenkasse (GKV) erstattet ambulante und station√§re Psychotherapien in vollem Umfang. Bedingung ist, dass Kassenpatienten bei einer ambulanten Therapie einen Psychotherapeuten mit Kassenzulassung aufsuchen. Zudem muss eine psychische St√∂rung vorliegen, die den Patienten "krank macht", also zum Beispiel eine Depression, Zw√§nge oder Angstst√∂rungen. Um welche Art von St√∂rung es sich handelt, stellt der Psychotherapeut fest.

Krankenkassen gewährt Probesitzungen 

Wer wegen Burn-out oder anderer psychischer Leiden einen Psychotherapeuten aufsuchen m√∂chte, hat die Chance, sogenannte Probesitzungen in Anspruch zu nehmen. Diese gehen der eigentlichen Therapie voraus. Sie dienen dazu, den Psychotherapeuten kennenzulernen und herauszufinden, ob Patient und Behandler zueinander passen. In der Regel sind das f√ľnf Sitzungen. Stellt der Patient in diesem Zeitraum fest, dass der Therapeut keine gute Wahl ist, kann er dieselbe Anzahl an Sitzungen nochmals bei einem anderen Therapeuten in Anspruch nehmen - die Krankenkasse kommt daf√ľr auf.

Burn-out: Psychotherapeut kann erste Anlaufstelle sein

Burn-out-Patienten k√∂nnen einfach mit ihrer Versichertenkarte einen Psychotherapeuten aufsuchen, wenn sie Hilfe ben√∂tigen. Sie m√ľssen nicht zwingend vorher zum Hausarzt gehen und sich eine √úberweisung geben lassen. Da die Krankenkasse eine Psychotherapie genehmigen muss, muss der Therapeut nach den probatorischen Sitzungen (den oben genannten Probesitzungen) und vor Behandlungsbeginn einen Antrag bei der Krankenkasse stellen. Dieses Formular muss der Patient unterschreiben, alles andere erledigt der Therapeut.
Krankenkasse
Burn-out: Lange Wartezeiten auf Therapieplatz

Kassenpatienten sind gut versorgt - theoretisch. In der Praxis fehlen leider freie Therapieplätze. Sechs Monate Wartezeit sind keine Seltenheit, in ländlichen Gegenden gibt es sogar Wartezeiten von bis zu zwei Jahren. Oft können Patienten aber nicht so lange warten.

Krankenkassen gewähren Psychotherapie auch ohne Kassenzulassung

Im Notfall muss die gesetzliche Krankenkasse die Therapie auch bei einem Therapeuten ohne Kassenzulassung erstatten. Dann darf der Versicherte eine sogenannte "außervertragliche psychotherapeutische Behandlung" wahrnehmen. Diese Ausnahmereglung gilt aber wirklich nur dann, wenn der Patient nachweislich keinen Platz bei einem zugelassenen Therapeuten finden kann und wenn die Kasse auch keinen vermitteln kann. Abgerechnet wird dann privat, die Rechnung reicht der Patient bei der Krankenkasse zur Kostenerstattung ein. Dieser Ausnahmefall ist in Paragraph 13 Absatz 3, 5. Sozialgesetzbuch geregelt. Bevor der Patient von dieser Regelung Gebrauch macht, sollte er seine Krankenkasse kontaktieren und das Prozedere vorher absprechen.

Geldsparen.de-Tipp: Bei der Suche nach einem Therapeuten empfiehlt es sich, Anrufe mit dem jeweiligen Namen, Uhrzeit und Datum zu dokumentieren. Bleibt die Suche erfolglos, kann der Patient dies bei der Krankenkasse nachweisen. Das ist dann wichtig, wenn er alternativ einen Therapeuten ohne Kassenzulassung aufsuchen möchte.

Hier sind Therapeuten zu finden:

Kassenärztliche Bundesvereinigung

Deutsche Psychologen Akademie GmbH des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen

Deutsche Psychotherapeuten Vereinigung

Bundespsychotherapeutenkammer

Geldsparen.de-Tipp: Die Krankenkassen wissen um den Mangel an Plätzen beim Psychotherapeuten. Einige, darunter auch die DAK, bieten neuerdings sogenannte Online-Therapien an. Wie hilfreich sie sind, muss der Patient selbst herausfinden. Einen Versuch könnte es aber wert sein.

Krankenkassen bieten Burn-out-Prävention an

Wie immer im Gesundheitsbereich zahlt sich Prävention aus. Wer sich selbst als gefährdet einschätzt, in ein Burn-out zu schlittern oder wer grundsätzlich wissen möchte, wie er am besten vorsorgt, wendet sich an seine Krankenkasse. Viele Kassen bieten im Rahmen ihrer freiwilligen Zusatzleistungen Seminare zur Burn-out-Prävention an, z.B. die Techniker Krankenkasse.

Stationäre Behandlung

Der Arzt kann es auch f√ľr sinnvoll halten, bei einem Burn-out seinen Patienten in eine station√§re Einrichtung einzuweisen. Auch hierf√ľr kommt die Krankenkasse auf. Allerdings ben√∂tigt der Patient in diesem Fall die √úberweisung eines Facharztes.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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