Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 25.12.2012 (Aktualisiert 05.06.2013)

Impfschutz Wann Erwachsene auffrischen sollten

Der Impfschutz aus der Kindheit lässt mit der Zeit nach. Welchen Impfschutz Sie als Erwachsener benötigen und was die Krankenkasse bezahlt.
Impfungen Dagegen sollten Sie gesch√ľtzt sein Verbraucherportal Geldsparen.de

Die Influenza Impfung, auch Grippeschutzimpfung genannt, ist höchst umstritten

Mal Hand aufs Herz, wann waren Sie das letzte Mal beim Impfen? Sie kommen hier ins¬† Gr√ľbeln? Da geht es Ihnen, wie vielen, denn bei den meisten liegt die letzte Impfung schon viele Jahre zur√ľck. Regelm√§√üig geimpft wird vor allem in der fr√ľhen Kindheit im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen - fr√ľher sogar noch in der Grundschule. Zu diesem Zeitpunkt erlangen die meisten von uns einen vollst√§ndigen Impfschutz. Mit den Jahren nimmt dieser Impfschutz aber kontinuierlich ab. So konnte im Rahmen von arbeitsmedizinischen Routineuntersuchungen an √ľber 12.000 Erwachsenen im Jahre 2003 in Schleswig Holstein festgestellt werden, dass bei den unter 20-J√§hrigen noch rund 77 Prozent einen kompletten Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio besa√üen. Bei den √ľber 60-J√§hrigen hingegen betrug dieser Anteil gerade mal noch rund 33 Prozent.
Krankenkasse

Impfschutz Erwachsene: Ansteckung möglich

Auch wenn Krankheiten, gegen die geimpft werden kann, hierzulande inzwischen relativ selten vorkommen, hei√üt das nicht, dass man sich nicht mehr infizieren kann. Das Tetanus-Bakterium zum Beispiel tritt weltweit auf und ist praktisch √ľberall vorhanden.

Er befindet sich in B√∂den und gelangt √ľber Wunden in den K√∂rper. Menschen k√∂nnen sich √ľber fast jede Art von Verletzung infizieren - auch durch kleine Wunden und Kratzer, wie sie zum Beispiel bei der Gartenarbeit entstehen. Bei einer Infektion erstarrt die Muskulatur des gesamten K√∂rpers krampfartig - daher auch der Name Wundstarrkrampf. Weltweit √ľberlebt nur etwa jeder zweite diese Erkrankung.

Aber auch an sich harmlose Kinderkrankheiten, wie R√∂teln, Mumps oder Windpocken k√∂nnen bei Erwachsenen schwere Verl√§ufe annehmen. Infizieren sich Schwangere, kann das beim Ungeborenen zu massiven k√∂rperlichen Missbildungen f√ľhren oder auch zu einer Fehlgeburt.

Die Masern gelten ebenfalls als Kinderkrankheit, jedoch nicht als harmlose, denn sie k√∂nnen erhebliche Komplikationen und Folgekrankheiten mit sich bringen. Rund 800 bis 1.000 Menschen stecken sich in Deutschland von Jahr zu Jahr neu an. F√ľr f√ľnf bis zehn von ihnen endet die Krankheit t√∂dlich. Um immer wieder auftretende Masernepidemien einzud√§mmen, empfiehlt die st√§ndige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch Institut deshalb auch f√ľr alle nach 1970 Geborenen, bei denen der Impfstatus unklar ist, die Masern-Impfung.

Impfschutz-Empfehlungen: Die ständige Impfkommission

Die ständige Impfkommission (STIKO) ist Teil des Bundesinstituts Robert-Koch-Institut in Berlin und wurde 1972 erstmalig beim damaligen Gesundheitsministerium eingerichtet. Seither gibt sie jährlich aktuell geltende Impfempfehlungen in Form eines sogenannten Epidemiologischen Bulletins heraus. Auf Grundlage dieser Empfehlungen erstellt der gemeinsame Bundesausschuss dann die sogenannten Schutzimpfungs-Richtlinien.

Welcher Impfschutz f√ľr Erwachsene wichtig ist

Laut den Schutzimpfungsrichtlinien sollte m√∂glichst jeder in der Bev√∂lkerung einen vollst√§ndigen Impfschutz gegen Diphtherie, Tetanus, Kinderl√§hmung, Keuchhusten und Masern besitzen. Nach einer Grundimmunisierung – die meist in der Kindheit erfolgt - ist es dazu aber n√∂tig, den Schutz vor Diphterie und Tetanus alle zehn Jahre zu erneuern. Kinderl√§hmung gilt in unseren Breitengraden als weitestgehend ausgerottet. In L√§ndern Afrikas, wie Nigeria und Niger, aber auch beliebten Urlaubszielen wie √Ągypten, Indien und Pakistan ist sie aber durchaus noch vertreten. Deshalb empfiehlt die STIKO auch gegen Kinderl√§hmung einen vollst√§ndigen Impfschutz, der als Kind nach vier Impfdosen aufgebaut ist.

Impfungen nachholen

Nicht selten kommt es aber vor, dass einige Impfungen in fr√ľheren Jahren nicht mit allen notwendigen Dosen verabreicht wurden. Ob dies der Fall ist, kann man im Impfpass nachlesen. In der Regel k√∂nnen vers√§umte Impfungen aber nachgeholt werden. Das gilt auch f√ľr die Masernimpfung, bei der ein vollst√§ndiger Schutz erst nach insgesamt zwei Impfdosen als erreicht gilt. Auch die Keuchhustenimpfung gilt als Standardimpfung und wird f√ľr alle Erwachsenen empfohlen – besonders aber f√ľr Personen, die Nachwuchs planen oder viel beruflich oder privat in Kontakt zu Babies und Kleinkindern sind. Das k√∂nnen zum Beispiel auch Gro√üeltern sein.

Impfschutz auffrischen

Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektion der Atemwege und wird wie eine Erk√§ltung durch Tr√∂pfcheninfektion √ľbertragen. Bei Kindern unter sechs Monaten kann Keuchhusten zu pl√∂tzlichen Atemstillst√§nden f√ľhren, die lebensbedrohlich sind. Wie bei Diphterie und Tetanus, muss auch der Impfschutz gegen Keuchhusten alle zehn Jahren wieder aufgefrischt werden. Daf√ľr steht inzwischen ein Dreifachimpfstoff zur Verf√ľgung, der bei der n√§chsten anstehenden Impfung gegen Diphterie und Tetanus auch gegen Keuchhusten sch√ľtzt. Die Impfung gegen Schweinegrippe geh√∂rt √ľbrigens nicht mehr zu den Standardempfehlungen der STIKO.

Impfschutz speziell f√ľr √§ltere Menschen

Weil die Leistung des Immunsystems im Alter immer mehr abnimmt, werden f√ľr Menschen ab 60 Jahren von der STIKO, neben den oben genannten Impfungen, noch zwei weitere Impfungen standardm√§√üig empfohlen. So sollten √Ąltere auch die Pneumokokkenimpfung in Anspruch nehmen. Pneumokokken sind Bakterien, die eine Hirnhaut-, Lungen-, und Mittelohrentz√ľndung verursachen k√∂nnen. Bei Erwachsenen wird einmal geimpft. Der Schutz h√§lt etwa f√ľnf Jahre an. Au√üerdem wird ab 60 Jahren die Grippeimpfung empfohlen. Sie muss j√§hrlich neu erfolgen, da sich der Erreger st√§ndig ver√§ndert. Auch Schwangeren ab dem vierten Schwangerschaftsmonat wird ein Impfschutz gegen Grippe nahegelegt.
¬†Impfung ¬†Alter √ľber 18 Jahre ¬†Alter √ľber 60 Jahre ¬†Spezielle Indikation ¬†Impfdosen / Schutzl√§nge
 Diphterie  x  x    Grundimmunisierung 4 Impfdosen, danach Auffrischung alle 10 Jahre
 Tetanus  x  x    Grundimmunisierung 4 Impfdosen, danach Auffrischung alle 10 Jahre
 Kinderlähmung  x  x    Grundimmunisierung 4 Impfdosen, danach 1 Auffrischung
 Keuchhusten  x  x    Grundimmunisierung 4 Impfdosen, danach Auffrischung alle 10 Jahre
 Masern  x  x    Grundimmunisierung (meist in Kombination mit Mumps und Röteln) 2 Impfdosen, danach lebenslanger Schutz
 Pneumokokken    x  x  Als Erwachsener 1 Impfdosis
 Grippe    x  x  Jedes Jahr
 Röteln      x  Grundimmunisierung (meist in Kombination mit Mumps und Masern) mit 2 Impfdosen, danach lebenslanger Schutz
 Windpocken      x  Ungeimpfte Erwachsene 2 Impfdosen, danach lebenslanger Schutz
 Mumps      x  Grundimmunisierung (meist in Kombination mit Masern und Röteln) mit 2 Impfdosen, danach lebenslanger Schutz
 Tollwut      x  Ungeimpfte Erwachsene 3 Impfdosen, danach ca. 2-5 Jahre Schutz
¬†FSME ¬† ¬† ¬†x ¬†Ungeimpfte Erwachsene 3 Impfdosen, danach bei unter 60-j√§hrigen ca.5 Jahre Schutz, bei √ľber-60-J√§hrigen ca. 3 Jahre Schutz
 Diverse Reiseimpfungen      x  Je nach Impfung
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Leserkommentare

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09.10.2010 19:57 Uhr
Tony Katz: Schmarrn, Körperverletzung
Als alternative Meinung auch unbedingt lesen: impfkritik.de, http://www.aegis.ch/neu/index.htm und http://www.impfschaden.info/ Tenor: Wirkung Zweifelhaft, außer das Impfen KÖRPERVERLETZUNG ist und bleibt. Krankenkassen übernehmen Impfkosten: das System schützt seine Handlanger, tun sie sich etwas gutes, impfen sie nicht, sondern stärken sie ihre natürliche körpereigene Abwehr.


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