Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 19.02.2016

Krankenkasse Wann Sie Anspruch auf eine häusliche Krankenpflege haben

Viele Tage im Krankenhaus? Das war einmal. Wenn die Versorgung zu Hause nicht gesichert ist, muss die Krankenkasse eine häusliche Krankenpflege bezahlen.
Krankenkasse Wann Sie Anspruch auf eine häusliche Krankenpflege haben

Pfleger √ľbernehmen auch mal den Einkauf vom t√§glichen Bedarf

Stellen Sie sich vor, Sie brechen sich den Arm oder schlimmer noch beide. Nach der Versorgung im Krankenhaus mit Gips und Co., besteht eigentlich kein Grund mehr, weiter station√§r zu bleiben. Zuhause aber k√∂nnen Sie sich mit zwei Gipsarmen nicht allein versorgen -¬† geschweige denn das noch f√ľr kleine Kinder tun. In solchen F√§llen sieht der Gesetzgeber vor, dass die Krankenkasse Ihnen eine h√§usliche Krankenpflege bezahlt.

Häusliche Krankenpflege ist eine Leistung der Krankenkasse

Die h√§usliche Krankenpflege besteht grunds√§tzlich aus drei Elementen: Der Behandlungspflege, der Grundpflege und der hauswirtschaftlichen Versorgung. Dabei √ľbernimmt in der Regel ein ambulanter Pflegedienst f√ľr l√§ngstens vier Wochen die medizinische Versorgung zu Hause, setzt Spritzen und wechselt Verb√§nde, hilft bei der K√∂rperpflege und beim Anziehen und k√ľmmert sich in vielen F√§llen auch um Haushalt und Kinder. Zust√§ndig f√ľr die Genehmigung der h√§uslichen Krankenpflege ist die Krankenkasse.

Wann die Krankenkasse die Krankenpflege zahlt

Die h√§usliche Krankenpflege ist dazu da, einen Krankenhausaufenthalt zu verk√ľrzen oder auch zu vermeiden. Das ist der Fall, wenn eine Krankenhausbehandlung zwar erforderlich, aus bestimmten Gr√ľnden aber nicht m√∂glich ist oder aus nachvollziehbaren Gr√ľnden vom Patienten nicht gew√ľnscht wird. Voraussetzung f√ľr eine h√§usliche Krankenpflege ist immer, dass keine andere im Haushalt lebende Person die Pflege √ľbernehmen kann.

Wenn Sie also alleine leben, alleinerziehend sind, aber auch, wenn der Partner tags√ľber arbeitet und deshalb nicht zur Verf√ľgung steht, haben Sie grunds√§tzlich Anspruch auf h√§usliche Krankenpflege. Wenn aber Mitbewohner einfach keinen Verband wechseln wollen oder angeblich Angst vor dem Setzen von Spritzen haben, ist das kein Grund, die Hilfe eines externen Pflegedienstes auf Kosten der Krankenkassen in Anspruch zu nehmen. Im Haushalt lebende Angeh√∂rige sind n√§mlich grunds√§tzlich verpflichtet zu helfen und d√ľrfen dies nur in Ausnahmef√§llen verweigern.

Gesetzliche Krankenversicherung

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Laut Gesetz leistet die Krankenkasse f√ľr h√§usliche Krankenpflege, wenn Sie vorr√ľbergehend zu Hause versorgt und gepflegt werden m√ľssen und keine andere im Haushalt lebende Person diese Versorgung √ľbernehmen kann. Hilfe im Haushalt wird dabei insbesondere dann gew√§hrt, wenn Sie als haupts√§chliche Betreuungsperson von noch kleinen Kindern unter zw√∂lf Jahren - aus Krankheitsgr√ľnden - ausfallen.

Einige Krankenkassen leisten mehr

Gerade im Bereich "Haushaltshilfe" gitb es teilweise gravierende Unterschiede bei den Leistungen der einzelnen Krankenkassen: So bekommen Sie als Versicherter der BKK Scheufelen oder auch die BKK Mobil Oil z.B. auch eine Haushaltshilfe f√ľr den Zeitraum Ihrer Erkrankung gew√§hrt, wenn Ihr j√ľngste Kind bereits √§lter, als zw√∂lf, aber noch keine 14 Jahre alt ist. Die BIG direkt Krankenkasse leistet sogar, wenn das Kind unter 16 Jahre alt ist.

Geldsparen.de-Tipp: Wenn Sie wissen möchten, welche Krankenkassen erweiterte Leistungen, zum Beispiel im Bereich der häuslichen Krankenpflege, aber auch bei der professionellen Zahnreinigung oder bei alternativen Heilmethoden leisten, nutzen Sie einfach unseren Geldsparen-GKV-Vergleichrechner. Völlig kostenlos und mit nur wenigen Klicks wissen Sie gleich, bei welcher Krankenkasse Sie noch bessere Leistungen bekommen.

Wie Sie häusliche Krankenpflege beantragen

F√ľr eine h√§usliche Krankenpflege muss immer eine √§rztliche Verordnung vorliegen. Der Krankenhausarzt kann diese f√ľr bis zu f√ľnf Tagen ausstellen. Danach ist der Hausarzt daf√ľr zust√§ndig. F√ľr die Krankenhausvermeidungspflege darf er l√§ngstens 28 Tage aufschreiben. Achtung: Mit der Verordnung √ľbernimmt die Krankenkasse nicht automatisch die Kosten. Sie muss die h√§usliche Krankenpflege immer erst genehmigen, kann sie k√ľrzen oder gar verweigern.

Geldsparen.de-Tipp: Die Verordnung vom Arzt sollten Sie deshalb m√∂glichst schnell bei Ihrer Krankenkasse zur Genehmigung einreichen. In vielen F√§llen k√ľmmern sich √ľbrigens auch die Pflegedienste um die Genehmigung. Wenn die Zeit sehr dr√§ngt, besteht die M√∂glichkeit, dass der Pflegedienst auch ohne Kassengenehmigung mit der Arbeit beginnt, da die Krankenkassen auch r√ľckwirkend bezahlen.

Was Sie zur h√§uslichen Krankenpflege dazuzahlen m√ľssen

Anders als die Pflegekasse bei der h√§uslichen Pflege, √ľbernimmt die Krankenkasse bei der h√§uslichen Krankenpflege die tats√§chlich anfallenden Kosten. Als Zuzahlung m√ľssen Erwachsene f√ľr die ersten 28 Tage im Kalenderjahr noch zehn Prozent dieser Kosten dazu bezahlen. Pro Verordnung fallen nochmals zehn Euro an. Nehmen Sie die h√§usliche Krankenpflege wegen Schwangerschaft oder Entbindung in Anspruch, entf√§llt die Zuzahlung.
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Anja Lang mein Name ist Anja Lang. Ich bin Expertin f√ľr Mobilit√§t, Gesundheit und Vorsorge auf Ihrem Family-Portal. Hier beantworte ich s√§mtliche Fragen rund um die Themen Zuzahlung, Gesundheitsvorsorge, aber auch Autokosten.

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Leserkommentare

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23.11.2013 19:20 Uhr
Sabine: Hilflos nach Unfall
Habe mit nach einem schwehren Unfall beide Arme gebrochen und den Halsnerv eingeklemmt. Mein Partner liegt noch in der Klinik.Habe keine Hilfe daheim und die DAK verweigert eine Haushaltshilfr, ich soll in der Nachbarschaft um Hilfe bitten, ich bin kein Vollpflegefall.


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