Rolf Winkel
Ein Beitrag von Rolf Winkel, 02.08.2017

KVdR Günstigere Krankenversicherung für Rentner

Mehrere hundert Euro Krankenversicherungsbeitrag sparen - eine Neuregelung in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) macht dies für manche Rentner möglich.
KVdR Günstigere Krankenversicherung für Rentner

Etlichen Rentnern gibt eine Neuregelung bei der Krankenversicherung der Rentner Anlass zur Freude.

Erika Arndt aus Berlin zählt zu den Unglücklichen, die im Alter freiwillig gesetzlich versichert sind. An den Hürden für die „Krankenversicherung der Rentner“ (KVdR) scheitert die Berlinerin, die im April in Rente gegangen ist. Deshalb ist sie nun freiwillig gesetzlich versichert. Die Folge: Sie muss auch von ihrer Privatrente und Mieteinkünften Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlen. „450 Euro bezahle ich jetzt monatlich an die Techniker Krankenkasse (TK). Das ist so viel, weil ich zu lange privat krankenversichert war“, so die Rentnerin.

Was ist die Krankenversicherung der Rentner (KVdR)?

Bei der Krankenversicherung der Rentner handelt es sich nicht um eine gesonderte Krankenkasse. Die Versicherten sind auch als Rentner weiterhin Mitglied ihrer bisherigen gesetzlichen Kasse. Es gelten für sie jedoch besonders günstige Regeln für die Beitragserhebung. Versicherungsbeiträge fallen für sie nämlich nur für die gesetzliche Rente, die Betriebsrente und Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit an. Als KVdR-Mitglied müsste Erika Arndt, die eine gesetzliche Altersrente von 1.200 Euro brutto erhält und keine Betriebsrente hat, monatlich nur 130,20 Euro an die Kasse zahlen. Tatsächlich zahlt sie als freiwillig Versicherte aber rund 320 Euro mehr.

Wer kommt in die KVdR?

Die KVdR ist so etwas wie eine Exklusiveinrichtung für besonders treue Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Dabei kommt es auf die Treue in der zweiten Hälfte des Arbeitslebens an. Wer Mitglied der KVdR werden will, muss in dieser Zeit zu 90 Prozent gesetzlich krankenversichert gewesen sein. Ob freiwillig-, pflicht- oder kostenlos familienversichert, spielt dabei keine Rolle.

Bei Erika Arndt begann die zweite Hälfte ihres Arbeitslebens Anfang 1992. Bis Ende 1999 war sie acht Jahre privat krankenversichert und kam dann erst nach einer kurzen Arbeitslosigkeit zurück in die Gesetzliche. Nur in 17 der letzten 25 Jahre vor der Rente war sie damit in der GKV. Das sind nur knapp 70 Prozent.

Was ist neu in der KVdR?

Am 1. August ist eine Neuregelung in Kraft getreten. Arbeitnehmer, die längere Zeit privat krankenversichert waren, haben danach bessere Chancen, im Alter in die KVdR aufgenommen zu werden. Die 90-Prozent-Regelung bleibt zwar bestehen. Neu ist jedoch, dass bei Versicherten mit Kindern künftig je drei zusätzliche Jahre mit gesetzlichem Versicherungsschutz zugeschlagen werden. Für jedes Kind, Stiefkind oder Pflegekind wird jeweils eine Zeit von drei Jahren angerechnet.

Von der Neuregelung profitieren – so der GKV-Spitzenverband – nicht nur künftige Ruheständler, sondern auch Rentnerinnen und Rentner, die wie Erika Arndt derzeit freiwillig versichert sind. Oliver Ewald vom Bundesgesundheitsministerium rät: „Die Versicherten sollten von sich aus aktiv werden und eine Überprüfung ihres Versicherungsstatus beantragen.“

Geburtsjahr der Kinder spielt keine Rolle

Vorteil für Erika Arndt: Sie hat zwei Kinder. Mutter wurde sie 1975 und 1976, also in der ersten Hälfte ihres Erwerbslebens. Doch das Geburtsjahr der Kinder spielt keine Rolle. „Für jedes Kind können drei Jahre angerechnet werden“, betont Ewald. Die beiden Kinder bringen Erika Arndt sechs zusätzliche Jahre mit gesetzlicher Versicherung. Aus den 17 GKV-Jahren, die sie in den letzten 25 Jahren vor der Rente nachweisen kann, werden damit rechnerisch 23 Jahre. Damit liegt ihr GKV-Anteil etwas über 90 Prozent – und sie kann so in die KVdR kommen. Damit spart sie monatlich rund 320 Euro an Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Tipp: Lesen Sie hier, wie Sie durch einen Kassenwechsel Zusatzbeiträge sparen können und was Sie machen können, wenn die Rente nicht reicht.
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Rolf Winkel mein Name ist Rolf Winkel. Ich bin Ihr Spezialist für alles, was mit Sozialversicherungen, insbesondere mit der Rente zu tun hat. Ich bin gelernter Sozialwissenschaftler und schreibe seit mehr als 30 Jahren Sozialratgeber.

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