Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 07.04.2017

Krankenkasse Bonus lohnt sich oft nicht

Bonusprogramme der Krankenkassen locken oft mit attraktiven Pr√§mien. Doch Versicherte m√ľssen sich oft ganz sch√∂n anstrengen, um diese auch zu erhalten.
Krankenkasse Bonus lohnt sich oft nicht

Viel geschwitzt und doch keine Prämie von der Krankenkasse? Bei vielen Bonusprogrammen ist es kaum möglich, versprochene Prämien zu erhalten.

Seitdem die gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag verlangen, haben manche Kassenmitglieder ganz sch√∂n zu st√∂hnen: Rund ein Prozent - manchmal mehr, manchmal weniger - vom Bruttogehalt m√ľssen sie alleine als Zusatzbeitrag an die Kasse bezahlen. Ein Bonusprogramm, das zum Teil Barpr√§mien zwischen 30 und √ľber 100 Euro verspricht, klingt dann gut, um die Ausgaben an anderer Stelle wieder reinzuholen.

Bonusprogramme belohnen aktive Gesundheitspflege

Versicherte k√∂nnen Punkte sammeln: Wenn sie Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen, wenn sie Sportkurse besuchen, sich impfen lassen, das Rauchen abgew√∂hnen oder einen gesunden Cholesterinspiegel nachweisen k√∂nnen. Jede Kasse hat ihr eigenes Belohnungssystem ausget√ľftelt. Die ganze Familie kann Punkte sammeln, am Ende winkt die Belohnung.

Einige Kassen bieten Bargeld an, andere belohnen mit Gesundheitsleistungen. So bietet beispielsweise die Techniker Krankenkasse alternativ zur Barpr√§mie eine doppelt so hohe Gesundheitsdividende an. Der Versicherte erh√§lt dann ein Extra-Budget, das er in eine professionelle Zahnreinigung investieren kann oder eine zus√§tzliche Vorsorgeuntersuchung. Ebenso h√§lt es die Barmer, hier kann der Versicherte eine Zuschuss-Pr√§mie von 50 Euro auch in eine osteopathische Behandlung investieren oder in Akupunktur. Die DAK verspricht sogar Barpr√§mien von bis zu 210 Euro im Jahr, die AOK-Bayern lockt mit Hotelgutscheinen f√ľr zwei Personen.

Viele Termine f√ľr ein bisschen Bonus

Doch nicht immer ist es so einfach, die versprochenen Pr√§mien auch zu erhalten. Bei Angeboten mancher Kassen, haben die Kunden kaum eine Chance, die Maximalpunktzahl zu erreichen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westphalen hat ermittelt, dass ein Teilnehmer f√ľr bis zu 100 Euro Pr√§mie zwischen vier und zehn unterschiedliche Arzttermine, Kurse oder Sportveranstaltungen besuchen muss. Laut Verbraucherzentrale sind f√ľr 200 Euro Bonus schon zwischen f√ľnf und f√ľnfzehn Nachweise n√∂tig.

Dabei bleibt zu ber√ľcksichtigen, dass Versicherte so viele Vorsorgeuntersuchungen gar nicht wahrnehmen k√∂nnen. Das betrifft vor allem junge Versicherte. Viele Vorsorgeuntersuchungen wie die Darmkrebsvorsorge oder ein Hautscreening stehen erst ab 50 bzw. 35 Jahren offen. Auch zum Zahnarzt geht man nur einmal im Jahr. Versicherte m√ľssen sich oft ganz sch√∂n ranhalten, um die Punkte auch binnen eines Jahres - so lange laufen die meisten Bonusproamme – zusammenzukriegen.

Nicht alle Kassen bieten die M√∂glichkeit an, die Punkte ins n√§chste Jahr zu √ľbertragen. Versicherte sollten vor der Teilnahme die Bedingungen pr√ľfen und einen Blick in den Ma√ünahmenkatalog werfen, ob sich der Aufwand √ľberhaupt lohnt.

Bonusprogramme sind kein Grund, die Krankenkasse zu wechseln

Etwas f√ľr die Gesundheit zu tun, schadet nat√ľrlich nie. Auch wenn am Ende nicht die Maximalpr√§mie herausspringt. Allerdings sollten die Bonusprogramme – die √ľbrigens jede Kasse anbieten muss – kein Grund sein, die Krankenkasse zu wechseln. Da haben andere Kriterien Vorrang, etwa, wie gut die Versorgung im Krankheitsfall ist, ob es Mehrleistungen bei Haushaltshilfen gibt, ob es ein Behandlungsprogramm f√ľr spezielle chronische Erkrankungen gibt oder ob es Vertr√§ge mit Zahn√§rzten gibt, so dass man g√ľnstiger an Zahnersatz kommt.

Keine Garantie auf Prämie

Wie viel an Zusatzleistungen eine Krankenkasse gewährt, hängt von ihrer Finanzlage ab. Und die kann sich innerhalb eines Jahres schnell ändern. Dann werden Extras auch rasch wieder reduziert oder gestrichen. Eine Garantie auf eine Prämie gibt es nicht. Es lohnt sich also, vor Teilnahme am Bonusprogramm nochmal genau nachzufragen.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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