Max Gei├čler
Ein Beitrag von Max Gei├čler, 23.02.2017

Kfz-Versicherung Schadenfreiheitsklasse ├╝bertragen und sparen

Wer schadenfrei f├Ąhrt, wird von den Versicherern mit Beitragsrabatten belohnt. Die ├ťbertragung der Schadenfreiheitsklasse auf andere Personen ist aber nicht ganz einfach.
Kfz-Versicherung Schadenfreiheitsklasse ├╝bertragen und sparen

Auch ausgiebige Fahrpraxis in jungen Jahren wirkt sich sp├Ąter nicht auf die Schadenfreiheitsklasse aus.

Umsichtige Fahrer, die sich unfallfrei auf den Stra├čen bewegen, verursachen f├╝r Versicherungen deutlich weniger Kosten. Diesen Kostenvorteil geben die Gesellschaften in Form sogenannter Schadenfreiheitsklassen (SF-Klasse) teilweise an die Versicherten weiter. Dies gilt allerdings nur f├╝r Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkaskoversicherung, die Teilkasko ist nicht betroffen.

Insgesamt gibt es 39 Schadenfreiheitsklassen, sie bilden die Basis, auf der alle Versicherer unfallfreies Fahren mit dem eigenen Auto belohnen. Jeder Schadenfreiheitsklasse sind bestimmte Prozentwerte zugeordnet, die den Beitragssatz mindern. W├Ąhrend die SF-Klassen gesetzlich vorgeschrieben sind, k├Ânnen die Versicherer die zugeordneten Prozente frei bestimmen. Daher unterscheiden sich die Prozents├Ątze bei den Gesellschaften, trotz gleicher Schadenfreiheitsklasse.

Kann man Schadenfreiheitsklassen ├╝bertragen?

Schadenfreiheitsklassen lassen sich ├╝bertragen. Um Missbrauch zu vermeiden, genehmigen die Versicherer den ├ťbertrag von Schadenfreiheitsklassen allerdings nur unter engen Verwandten. Dazu z├Ąhlen Ehepartner, Kinder und Geschwister. Um den Rabatt von den Gro├čeltern oder anderen Verwandten zweiten Grades zu ├╝bernehmen, m├╝ssen Sie in der Regel eine entsprechende h├Ąusliche Lebensgemeinschaft nachweisen.

Der Schadenfreiheitsrabatt l├Ąsst sich nur in einer H├Âhe ├╝bertragen, wie der Rabattempf├Ąnger selbst eine Fahrerlaubnis besitzt und ein Fahrzeug schadenfrei im Stra├čenverkehr bewegt hat. Besitzt der Versicherte erst seit drei Jahren einen F├╝hrerschein, kann er also nur maximal drei Schadenfreiheitsjahre ├╝bernehmen. Gerade bei Fahranf├Ąngern ist es somit nicht sinnvoll, einen hohen Rabatt von Oma oder Opa ├╝bertragen zu wollen. Die Versicherer fragen die Dauer des F├╝hrerscheinbesitzes vor Bewilligung einer Rabatt├╝bertragung ab.

Schadenfreiheitsklassen m├╝ssen in der Regel binnen sechs bis zw├Âlf Monaten nach Ende der Fahrt├Ątigkeit des abgebenden Fahrers ├╝bertragen werden. Der einmal ├╝bertragene Rabatt kann nicht mehr r├╝ckabgewickelt werden.

Mein Tipp: Besitzt der Versicherungsnehmer zwei Fahrzeuge, so verliert er seinen Schadenfreiheitsrabatt nur f├╝r ein Fahrzeug, der Rabatt f├╝r das andere Fahrzeug bleibt davon unber├╝hrt. Diesen Umstand k├Ânnen Familien f├╝r sich nutzen.

Soll der Schadensfreiheitsrabatt bei einer Versicherung bestehen bleiben, aber ein Fahrer schlie├čt eine eigene Versicherung ab, ist man auf die Kulanz des Versicherers angewiesen. Beispiel: Der Ehemann f├Ąhrt regelm├Ą├čig mit dem Auto seiner Partnerin und kauft sich dann ein eigenes Fahrzeug. Oder die Kinder sind jahrelang mit dem elterlichen Fahrzeug unterwegs und bekommen nun ihr erstes eigenes Auto. Damit sich ihre Fahrpraxis auch im Schadensfreiheitsrabatt bei der neuen Versicherung niederschl├Ągt, sollten sie zuvor in der Police des alten gemeinsamen Fahrzeugs eingetragen gewesen sein.

Schadenfreiheitsklasse vom Dienstwagen auf Privat-Pkw

M├Âchten Sie nach dem Ausscheiden aus dem Job ihre mit dem Dienstwagen erworbenen Schadenfreiheitsklassen auf ein Privatfahrzeug ├╝bertragen, sind einige H├╝rden zu ├╝berwinden. Die Kfz-Versicherung l├Ąuft n├Ąmlich in der Regel auf den Namen des Arbeitgebers mit der Folge, dass diesem die Schadenfreiheitsjahre zustehen. Selbst bei jahrelanger Unfallfreiheit k├Ânnen Sie die Schadenfreiheitsjahre eigentlich nicht f├╝r sich nutzen. Doch es gibt Ausnahmen:

Eine M├Âglichkeit besteht, wenn Sie vor dem Dienstwagen bereits ein eigenes Auto hatten. Liegt dies nicht l├Ąnger als sieben Jahre zur├╝ck, setzen alle Versicherer die fr├╝here Schadenfreiheitsklasse wieder ein. Das gilt auch bei einem Wechsel zu einer anderen Gesellschaft. Viele Gesellschaften erlauben auch l├Ąngere Unterbrechungen oder setzen gar kein zeitliches Limit. Um ├ťberraschungen auszuschlie├čen, sollten Sie sich vorher erkundigen, wie die neue Gesellschaft verf├Ąhrt. Wichtig ist, dass der Vorversicherer die bisherige SF-Klasse best├Ątigt. Nachteil der Wiedereinsetzung in den alten Stand: Die unfallfreien Jahre mit dem Dienstwagen sind trotzdem verloren.

Anders sieht es aus, wenn der Chef keinen Rahmenvertrag ├╝ber viele Dienstwagen mit der Versicherung hat, sondern lauter Einzelvertr├Ąge. Dann kann er die Schadenfreiheitsklasse auf Wunsch an den ausscheidenden Mitarbeiter abtreten. Aus Firmensicht ist dies aber nur sinnvoll, wenn der Angestellte seine private Schadenfreiheitsklasse bei Anmeldung des Dienstwagens auf die Firma ├╝bertragen hatte. War dies nicht der Fall, wird die Kfz-Police f├╝r den n├Ąchsten Dienstwagen teuer.

Versicherer kann Schadenfreiheitsjahre anerkennen

Am besten ist es, wenn Sie eine Versicherung finden, die die schadenfreien Dienstwagen-Jahre auch f├╝r die private Kfz-Police ├╝bernimmt. Dazu sind die Gesellschaften durchaus bereit, allerdings m├╝ssen einige Bedingungen erf├╝llt sein. So muss der bisherige Dienstwagen ein Pkw gewesen sein, kein Lieferwagen oder LKW. Der Versicherungsnehmer muss den Firmenwagen an mindestens 150 Tagen im Jahr genutzt haben und zwischen Job-Ende und privater Pkw-Nutzung d├╝rfen nicht l├Ąnger als sechs Monate liegen. Zudem muss ├╝ber den Zeitraum, in dem das Dienstfahrzeug genutzt wurde und die w├Ąhrend dieser Zeit angefallen Sch├Ąden, eine Best├Ątigung des Arbeitgebers vorliegen.

Nachteil: Nicht alle Versicherer bieten diese Option an. Hier sollten Sie sich vor Vertragsabschluss schlau machen, ob und gegebenenfalls wie viele Schadenfreiheitsjahre die Gesellschaft ├╝bernimmt.

Eine ├ťbersicht ├╝ber preiswerte Tarife und Nebenbedingungen finden Sie in unserem Kfz-Versicherungsvergleich:
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k├╝mmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t├Ątig.

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