Anja Lang
Ein Beitrag von Anja Lang, 28.11.2012 (Aktualisiert 14.01.2016)

Fahrraddiebstahl Was zahlt die Hausratversicherung?

Jahr für Jahr steigt hierzulande die Zahl der Fahrraddiebstähle. Was Ihre Hausratversicherung zahlt und wann sich für Sie eine extra Fahrradversicherung lohnen könnte.
Fahrraddiebstahl Was zahlt die Hausratversicherung?

Meistens kommt die Hausratversicherung für ein gestohlenes Fahrrad auf

Wenn Sie viel mit dem Fahrrad unterwegs sind, leisten Sie sich bestimmt auch ein hochwertiges Modell mit guter Ausstattung. Da kommen schnell 1.000 Euro und mehr Anschaffungspreis zusammen. Umso ärgerlicher ist es, wenn das das teure Bike gestohlen wird, denn nicht immer ersetzt die Hausratversicherung den Schaden.

Wann ist das Fahrrad über die Hausratversicherung abgesichert?

Fahrräder sind als beweglicher Teil des Hausrats grundsätzlich immer über die Hausratversicherung gegen Diebstahl am Versicherungsort mit abgesichert. "Wird in die Wohnung oder den Keller eingebrochen oder das Fahrrad aus dem Garten oder Fahrradabstellraum gestohlen, wird das Bike im Rahmen der Hausratversicherung zum Wiederbeschaffungswert ersetzt", erklärt Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Die Höhe der Entschädigung bei Diebstahl legt der Kunde bei Vertragsabschluss selbst fest. Sie ist in der Regel frei wählbar und prozentual an die Höhe der Versicherungssumme des Hausrats gekoppelt.

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Zahlt die Hausratversicherung auch im Biergarten?

Meist finden Fahrraddiebstähle aber nicht bei Einbrüchen zu Hause statt, sondern dann, wenn man mit dem Fahrad unterwegs ist - zum Beispiel im Biergarten sitzt oder beim Einkaufen ist. Wird der Drahtesel in dieser Zeit geklaut, greift die Hausratversicherung nur, wenn eine entsprechende Zusatzoption zum Fahrrad mit abgeschlossen wurde. "Mit der sogenannten Fahrradklausel ist der Drahtesel auch unterwegs gegen Diebstahl versichert", betont Jarosch.

Tipps zur Fahrradklausel

Wer ein Fahrrad besitzt, sollte deshalb prüfen, ob sein Vertrag diese Klausel enthält. Sie lässt sich aber auch nachträglich noch einrichten. Die Fahrradklausel greift allerdings nur, wenn das Rad unterwegs auch entsprechend mit einem Schloss gesichert wird. "Einfache Rahmenschlösser, die nur die Speichen sperren reichen nicht aus", betont Versicherungsexpertin Jarosch. "Es sollten unbedingt hochwertige Schlösser verwendet werden, mit denen das Fahrrad an einen festen Gegenstand angeschlossen wird. Ungesicherte oder unzureichend gesicherte Fahrräder werden bei Diebstahl von der Versicherung nicht ersetzt."

Was ist die Nachtzeitklausel?

Die Nachtzeitklausel besagt: Der Versicherte erhält nur eine Entschädigung für ein auf offener Straße gestohlenes Fahrrad, wenn es zwischen 6 und 22 Uhr geklaut wurde. Kam das Fahrrad außerhalb dieser Zeit weg, musste der Versicherte nachweisen, dass es in "Gebrauch" war. Dieser Nachweis war oft für die Kunden mühsam. Hier haben die Versicherer reagiert: "Die Einschränkung des Versicherungsschutzes bei Diebstahl zwischen 22.00 und 6.00 Uhr hat der GDV in seinen unverbindlichen Musterbedingungen für die Hausratversicherung seit 2008 gestrichen", erklärt Jarosch. "Neuere Verträge enthalten sie kaum noch."

Geldsparen.de-Tipp: Wer einen älteren Vertrag aus der Zeit vor 2008 besitzt, sollte unbedingt prüfen, ob die Nachtzeitklausel noch enthalten ist. Im Ernstfall muss die Versicherung dann nämlich nicht leisten, wenn das Fahrrad nachts unterwegs – trotz Sicherung – gestohlen wird.

Lohnt sich eine extra Fahrradversicherung?

Für Familien und normale Freizeitradler reicht der Schutz über die Hausratversicherung mit Fahrrad- und ohne Nachtzeitklausel in der Regel gut aus.

Besitzer von sehr teuren Bikes, die auch Fahrradtouren ins Ausland unternehmen, benötigen aber unter Umständen eine extra Fahrradversicherung. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Höhe der Entschädigung über die Hausratversicherung nicht ausreicht und auch, wenn zusätzlicher Schutz auf Reisen benötigt wird.

"So können bei Fahrradversicherungen auch einzelne besonders teure Bauteile des Fahrrads versichert werden oder auch das Bike gegen Transportschäden versichert werden, auch Hotelübernachtungen bei Zwangspausen und viele weitere Bausteine können extra angewählt werden", weiß Jarosch.

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Leserkommentare

 

09.03.2016 12:37 Uhr
Maria: Kleine Lücken
Ich muss sagen, dass ich ehrlich gesagt nicht finde, dass eine Hausrat ausreichend ist - auch nicht, wenn das Bike billig ist. Die Hausratversicherung sichert zwar Diebstahl in den meisten Fällen ab, aber keine Beschädigung. Tja, genau den Fall hatte ich aber und hab mich damals tierisch geärgert. Mein Fahrrad war nur 500 Euro in der Anschaffung wert, aber erst 4 Monate alt, daher für mich ein hoher Wert. Hausrat hatte bzw. hab ich immer noch, aber es war ja nicht geklaut, nur komplett geschrottet von irgendjemandem. Wurde natürlich nie herausgefunden, allerdings würde ich mich hüten, noch mal ein neues Rad ohne spezielle Fahrradversicherung zu kaufen. Ganz ehrlich ... man denkt, nur Diebstahl sei die Gefahr, aber Idioten - entschuldigt den Ausdruck - gibt es leider überall, egal ob Dorf oder Großstadt. Trotzdem danke für euren Artikel, dennoch sehr nützlich und umfassend!

16.05.2013 12:49 Uhr
Anja Lang: Antwort der Redaktion
Sehr geehrter Herr Hirschberger, das kommt darauf an, was in den Versicherungsbedingungen steht. Bei jeder Versicherung handelt es sich um einen Vertrag zwischen einer Versicherungsgesellschaft, die eine bestimmte Leistung zu einem bestimmten Preis anbietet und einem Versicherungsnehmer, der diesen Preis bezahlt. Kommt es zum Leistungsfall - bei Ihnen ist das der Diebstahl des Fahrrades - muss die Versicherung im ausgehandelten Umfang leisten. Wie diese Leistung genau aussieht, steht in den Versicherungsbedingungen Ihres Versicherungsvertrages. Das ist das berühmt-berüchtigte Kleingedruckte. In der Regel leistet die Versicherung für die Neubeschaffung des gestohlenen Gegenstandes - oft geschieht dies auch anteilig. Für Schäden, die Ihnen darüber hinaus entstehen - also z.B Leihgebühren, Nutzungsausfall, Schmerzensgeld, etc. ist die Versicherung nicht zuständig, denn Sie hat ja diesen Schaden nicht verursacht. Hier haben Sie nur Anrecht auf Leistung, wenn Sie dies im Vertrag so ausdrücklich vereinbart ist. Derartige Kosten können Sie nur gegenüber dem Verursacher des Schadens, also dem Dieb, geltend machen, wenn Sie oder die Polizei diesen ausfindig machen. Ich hoffe, ich habe Ihnen weiterhelfen können. Mit besten Grüßen Anja Lang

12.05.2013 05:34 Uhr
Reinhard Hirschberger: Fahrradversicherung
Ein Punkt fehlt: Mein Fahrrad wurde gestohlen, meine Versicherung braucht Wochen bis sie zahlt. Ich bin aus gesundheitlichen Gründen auf ein Fahrrad angewiesen. Brauche ein Leihfahrrad bis Vers. zahlt. Zahlt Vers. die Leihgebühr? MfG, Hi


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