Annette Jäger
Ein Beitrag von Annette Jäger, 06.07.2017

Leistungsverweigerung Wenn die Versicherung nicht zahlt

Eine Versicherung zahlt nicht? Dahinter steckt nicht selten eine Strategie der Unternehmen. Doch der Versicherte leistet durch Nachlässigkeit oft einen Beitrag dazu.
Leistungsverweigerung Wenn die Versicherung nicht zahlt

Wer den vom Nachbarn geliehenen Rasenm√§her kaputt macht, kann nur bedingt auf seine Haftpflichtversicherung setzen. Denn geliehene Gegenst√§nde m√ľssen in der Regel extra versichert werden.

Nat√ľrlich machen Versicherungsnehmer auch solche Erfahrungen: Nach einem gemeldeten Schaden wird die Leistung in Form einer Geldsumme unkompliziert, schnell und ohne Nachfragen √ľberwiesen. Es gibt aber auch F√§lle, in denen es anders abl√§uft. Verz√∂gerungs- und Zerm√ľrbungstaktiken der Versicherungsunternehmen beim Begleichen von Leistungen sind gerade wenn es um gr√∂√üere Summen geht, keine Seltenheit. Das k√∂nnen Experten best√§tigen, die im Verbraucherschutz t√§tig sind. Leider ist es manchmal der Versicherungsnehmer selbst, der dem Versicherer unwissentlich in die H√§nde spielt und ein Detail liefert, an dem das Untenehmen seine Leistungsverweigerung festmachen kann.

Schaden nicht versichert

Der banalste Fall der Leistungsverweigerung ist, wenn ein Schadensszenario gar nicht versichert ist. Viele Versicherungsnehmer haben noch nie einen Blick in die Versicherungsbedingungen geworfen. Dabei sind sie der Dreh- und Angelpunkt f√ľr Streitigkeiten. Hier ist klar aufgelistet, in welchen F√§llen der Versicherer in Leistung tritt – und was alles ausgeschlossen ist. „Mindestens die Kurzform, das Produktinformationsblatt, sollte man lesen“, r√§t Thorsten Rudnik, Versicherungsberater und Experte bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Hier steht auch geschrieben, welche Pflichten der Versicherungsnehmer zu erf√ľllen hat. Im Schadensfall muss er alles Zumutbare tun, um den Schaden gering zu halten.

Versicherung zahlt nicht wegen Fehlern bei der Antragstellung

Die gr√∂√üte Fehlerquelle lauert bei der Antragstellung. „Mindestens 50 Prozent der Streitigkeiten bei Leistungsverweigerung drehen sich um die vorvertragliche Anzeigenpflicht“, sagt Rudnik. Also fehlende oder falsche Angaben im Antrag f√ľr eine Police. Bei Abschluss von Policen, bei denen der Gesundheitszustand relevant ist f√ľr die Beitragskalkulation – beispielsweise Berufsunf√§higkeitsversicherung und private Krankenzusatzversicherung – muss der Versicherungsnehmer Angaben zu Vorerkrankungen, Beschwerden oder Krankenhausaufenthalten der vergangenen Jahre machen. Im Schadensfall wird der Versicherer jedes Detail √ľberpr√ľfen und jedes Schlupfloch nutzen, um die Leistung zu verz√∂gern, zu reduzieren oder gar zu verweigern. Solche Gesundheitsfragen werden allzu oft schludrig beantwortet. Oder der Kunde l√§sst sie gar vom Versicherungsvertreter ausf√ľllen. „Dieser erh√§lt eine Provision und ist nicht unabh√§ngig“, warnt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Solche komplizierten Antr√§ge sollten Sie laut Boss nur mit Hilfe unabh√§ngiger Berater ausf√ľllen.

Versicherung zahlt nicht, weil ein Schaden nicht richtig gemeldet wurde

Vers√§umt der Versicherungsnehmer Fristen bei der Schadensmeldung, macht er es dem Unternehmen einfach, sich quer zu stellen. Bei der Unfallversicherung m√ľssen Sch√§den unverz√ľglich gemeldet werden, in der Regel sp√§testens innerhalb einer Woche. „Bei Policen, die den Todesfall absichern, gilt sogar nur eine Frist von 48 Stunden. M√∂chte man Leistungen aus der Berufsunf√§higkeitsversicherung beantragen, lohnt es sich ebenfalls, einen unabh√§ngigen Experten an die Seite zu holen“, r√§t Boss. Versicherungsberater, Verbraucherzentralen, auch der BdV sind seri√∂se Anlaufstellen. „Hier sind oft 30-seitige Frageb√∂gen auszuf√ľllen. Als Laie w√§hlt man dann Formulierungen, die N√§hrboden f√ľr juristische Auseinandersetzungen bieten.“

Wer im Streitfall hilft

Kommt es zum Streit zwischen Versicherer und Versichertem kann man sich an die Verbraucherzentralen oder den BdV wenden. Auch der Versicherungsombudsmann kann hier helfen. Seine Entscheidungen sind bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro bindend f√ľr die Versicherungsunternehmen. In letzter Instanz bleibt der Gang vor Gericht. Eine Rechtsschutzversicherung, die unter anderem Anwalt und Prozesskosten finanziert, ist dann ein Segen. Wissen muss man aber: Die Police schlie√üt viele Szenarien aus den Leistungen aus. „Wenn es sich bei den Streitigkeiten um Angaben in einem Versicherungsantrag dreht, leistet die Rechtsschutzpolice nur, wenn sie schon vor dem Zeitpunkt der Antragstellung, um die es geht, abgeschlossen wurde“, warnt Rudnik. Hat man also die Berufsunf√§higkeitsversicherung (BU) vor der Rechtsschutzversicherung abgeschlossen und geht es sp√§ter im Streit mit dem BU-Versicherer um Details im BU-Antrag, ist der Fall nicht durch die Rechtsschutzversicherung gedeckt. Wer auf der sicheren Seite sein will, schlie√üt eine Rechtsschutzversicherung ab – und nach erf√ľllter Wartezeit alle anderen Policen.

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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe √ľber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin t√§tig.

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