Annette JĂ€ger
Ein Beitrag von Annette JĂ€ger, 27.04.2017

Urheberrechtsverletzungen Haftpflichtversicherung zahlt nicht bei illegalen Downloads

Laden Kinder Filme oder Musik illegal aus dem Internet herunter, kann das fĂŒr Eltern ganz schön teuer werden. Wann die Haftpflichtversicherung fĂŒr SchĂ€den im Internet aufkommt.
Urheberrechtsverletzungen Haftpflichtversicherung zahlt nicht bei illegalen Downloads

Begeht der Nachwuchs Urheberrechtsverletzungen im Internet, kann das Eltern teuer zu stehen kommen.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs im MĂ€rz hat Eltern aufgeschreckt: Sie haften, wenn ihre Kinder ĂŒber den familieneigenen WLAN-Anschluss in illegalen Musik- oder Filmtauschbörsen aktiv sind. Jedoch nicht pauschal, sondern nur, wenn sie wissen, welches Kinder dafĂŒr verantwortlich ist, sie den Namen aber nicht preisgeben wollen. Im aktuellen Fall ging es um eine Schadenersatzforderung von 3.500 Euro, die die Eltern bezahlen mĂŒssen (Az. 1 ZR 19/16).

Manch einer mag da sofort an seine private Haftpflichtversicherung denken. Schließlich leistet die Police, wenn man Dritten SchĂ€den zufĂŒgt. Doch nicht in diesem Fall. „Urheberrechtsverletzungen sind aus den Leistungen ausgeschlossen“, sagt Versicherungsberater Thorsten Rudnik. Und um nichts Anderes handelt es sich bei illegalen Down- oder Uploads von Musiktiteln oder Filmen oder wenn man diese zum Tausch anbietet.

Aber noch aus einem anderen Grund springt die private Haftpflichtversicherung in diesem Fall nicht ein: Die Police leistet nur bei SchĂ€den durch Unachtsamkeit, nicht, wenn eine Tat vorsĂ€tzlich ausgeĂŒbt wurde. Bei illegalen Downloads ist das aber der Fall. „Das Handeln ist vorsĂ€tzlich, also eine Straftat“, warnt Rudnik.

Private Haftpflichtversicherung schĂŒtzt bei Virenverbreitung

Allerdings gibt es AktivitĂ€ten im Internet, die zu Schadensersatzforderungen fĂŒhren können und bei denen die private Haftpflichtversicherung durchaus einspringt. Beispielsweise dann, wenn der Nutzer versehentlich oder unwissentlich einen Virus verbreitet. Sogenannte Trojaner sind ein gutes Beispiel dafĂŒr: „Die fĂ€ngt man sich oft unbemerkt ein, sie verbreiten sich dann quasi selbststĂ€ndig, da der Virus an die gesamte Adressdatenbank verschickt wird“, sagt Rudnik. DafĂŒr haftet derjenige, der den Trojaner verbreitet hat, ob er das gemerkt hat oder nicht.

GlĂŒcklich kann sich schĂ€tzen, wer in seiner privaten Haftpflichtversicherung dann ĂŒber einen Internetbaustein verfĂŒgt. Dieser ist in neueren Policen meist automatisch enthalten. Aber Aufgepasst: Voraussetzung fĂŒr die Deckung ist, dass der Versicherer ein aktuelles Virenschutzprogramm auf seinem PC installiert hat.

Wer schon einen Ă€lteren Vertrag der privaten Haftpflichtversicherung hat, sollte ĂŒberprĂŒfen, ob er einen Internetbaustein enthĂ€lt. Wenn nicht, lohnt es, sich auf einen neueren Tarif umzusteigen. „Eine ÜberprĂŒfung des Versicherungsschutzes sollte ohnehin alle zwei bis drei Jahre stattfinden“, rĂ€t der Versicherungsberater. Neue Klauseln wĂŒrden fast immer zu einer Leistungsverbesserung fĂŒhren.

Haftpflichtversicherung-Vergleich

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2 BlueLine-Tip-5Mio-Single 42,01 Euro weiter  
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Eigene SchÀden: Hausratversicherungen mit Internetbaustein

NatĂŒrlich kann man auch selbst Schaden erleiden, etwa beim Online-Banking, beim Online-Shopping oder auch durch Phishing, also wenn persönliche Daten und PIN-Nummern ausgespĂ€ht und missbraucht werden. Inzwischen gibt es Hausratversicherungen mit einem Internetbaustein, sagt Rudnik. So bietet die Allianz oder die Huk einen solchen Zusatzschutz an, der VermögensschĂ€den deckt, wenn es zum Angriff auf das eigene Konto kommt oder zu SchĂ€den durch Online-Shopping.

Direktversicherer Cosmos Direkt bietet sogar eine separate Police fĂŒr dieses Risiko an, den sogenannten Finanzschutz. FĂŒr 7,90 Euro im Jahr sind VermögensschĂ€den bis zu 10.000 Euro gedeckt. Versichert sind SchĂ€den, die beim bargeldlosen Bezahlen entstehen können, der Missbrauch von Kontodaten sowie Verlust und Diebstahl der Kreditkarte.

Tipp: Auch wenn sich 7,90 Euro im Jahr gĂŒnstig anhören: In den meisten FĂ€llen sind solche SchĂ€den gedeckt, weil die Banken sich in der Regel als kulant erweisen und gestohlenes Geld auf dem Konto ersetzen.
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Annette Jäger mein Name ist Annette Jäger. Ich schreibe ĂŒber Gesundheit, Versicherungen und Soziales auf Ihrem Family-Portal geldsparen.de. Ich habe Neuere Geschichte studiert und bin seit 1993 als Journalistin tĂ€tig.

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