Von Horst Peter Wickel, 05.06.2016

Versicherung Drohnen benötigen Versicherungsschutz

Eine Drohne über den Köpfen kreisen zu lassen, ist längst ein beliebter Zeitvertreib. Die richtige Versicherung muss aber an Bord sein.
Versicherung Drohnen benötigen Versicherungsschutz

Vor dem ersten Start der Drohne sollten Sie die richtige Versicherung haben.

Vor wenigen Jahren wäre das noch Science-Fiction gewesen – mittlerweile liegen fernsteuerbare Drohnen voll im Trend. Bei etwa 100 Euro geht der Spaß los, aber auch mehrere tausend Euro werden bei anspruchsvolleren Ausfertigungen fällig.

Für jeden das passende Modell

Das Steuern von Multicoptern, wie Flugdrohnen auch genannt werden, reicht von „kinderleicht“ bis „übungsintensiv“. Während die Freizeitmodelle einfach über das Smartphone gelenkt werden, brauchen teurere Systeme eine eigene Steuereinheit, die denen von Modellflugzeugen ähnelt. Aber Vorsicht: Sie müssen auch eine ganze Reihe von Regeln beachten.

Bisher hat der Gesetzgeber den privaten Drohneneinsatz allerdings kaum reglementiert, bis zu einem Gewicht von fünf Kilogramm brauchen Sie als Hobbypilot keine Erlaubnis. Nur, wenn das Gerät schwerer ist oder auch gewerblich Verwendung findet, müssen Sie bei den zuständigen Landesbehörden eine sogenannte Aufstiegsgenehmigung beantragen.

Hobbypiloten müssen sich noch an weitere Regeln halten. Privat genutzte Geräte dürfen nicht außerhalb der Sichtweite des Piloten fliegen, also höchstens 100 Meter hoch und je nach Bundesland 200 bis 300 Meter weit. Über Menschenmengen, militärischen Objekten, Kraftwerken und Krankenhäusern sowie in der Nähe von Flughäfen dürfen Sie Ihre Drohne gar nicht fliegen lassen.

Eine Haftpflichtversicherung muss sein

Vor dem ersten Start gilt: den Versicherungsschutz prüfen! Denn wenn Sie mit Ihrer Drohne einen Schaden verursachen, beispielsweise durch einen Absturz, müssen Sie dafür geradestehen. Seit 2005 ist eine Haftpflichtversicherung für unbemannte Flugobjekte Pflicht. Solange es sich dabei um reines Spielzeug handelt, kann der Schutz einer privaten Haftpflichtversicherung möglicherweise ausreichen. Bevor Sie die Drohne das erste Mal in die Luft steigen lassen, sollten Sie mit der Versicherung unbedingt klären, ob eine Zusatzversicherung nötig ist. In den meisten Fällen dürfte dies der Fall sein. Entsprechende Zusatzversicherungen sind ab etwa 40 Euro zu haben. „Fliegen ohne entsprechenden Versicherungsschutz zieht ein Bußgeld nach sich und im Falle eines Schadens haftet der Drohnen-Pilot mit seinem privaten Vermögen“, so die Haftpflicht-Experten der Versicherungskammer Bayern (VKB).

Mit der zunehmenden Zahl der Geräte steigen die Unfallrisiken. In Schleswig-Holstein zum Beispiel krachte erst vor wenigen Monaten eine außer Kontrolle geratene Drohne auf ein fahrendes Auto. Die Fahrerin blieb unverletzt, der Sachschaden betrug aber 1.500 Euro.

Daneben rücken auch Persönlichkeitsrechte in den Fokus. Einig sind sich Juristen darin, dass Sie Ihre Drohne nicht einfach über dem Grundstück der Nachbarn kreisen lassen dürfen. Erst jüngst hat das Amtsgericht Potsdam einer Unterlassungsklage zugestimmt und mit einem Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro für den Fall der Zuwiderhandlung belegt (Az.: 37 C 454/13).

Als sich eine Hausbesitzerin auf einer Liege im Garten räkelte, hatte ihr Nachbar seine Drohne gestartet und nur wenige Meter über ihrem Kopf schweben lassen. Die Richter meinten: „Die Handlungsfreiheit des Beklagten, seine Drohne hobbymäßig herumfliegen zu lassen, hat hinter der geschützten Privatsphäre Dritter zurückzutreten, zumal es genug Flächen und Räume gibt, in denen der Beklagte seinem Hobby nachgehen kann, ohne Dritte zu stören.“

In jedem Fall müssen Sie als Drohnenpilot bei Aufnahmen, auf denen Personen erkennbar sind, deren Recht am eigenen Bild beachten. Das bedeutet: Sie dürfen solche Bilder oder Filme nicht ohne deren Einwilligung veröffentlichen.

Tipp: Erfahren Sie, mit welchen Freizeitgeräten neben Drohnen derzeit Schnäppchen zu machen sind.


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