Florian Junker
Ein Beitrag von Florian Junker, 30.03.2016

Die Gewissensfrage Was steckt hinter einer Ethikbank?

Geldgeschäfte bei einer Ethikbank abzuwickeln, soll gut für ein reines Gewissen sein. Wir haben getestet, wie viel Sie die Moral kostet.
Ehtikbank

Sie sind am Zug, wenn es um Ihr Geld geht. Die Ehtikbank verspricht ein gutes Gewissen

Immer mehr Firmen werben für Ihre Produkte und Dienstleistungen mit einem nachhaltigen, ethischen Image. Sie als Kunde sollen durch den Kauf zum Beispiel das Klima, den Regenwald oder Kinder in Afrika retten. Auch eine begrenzte Zahl von Banken wollen ethisch und moralisch anspruchsvollen Kunden die Möglichkeit bieten,  Geldgeschäfte mit gutem Gewissen zu vereinbaren.

Was eine Ethikbank verspricht

Eine Ethikbank verspricht zum Beispiel, dass Ihr Geld und die Gewinne der Bank für gute, ethisch einwandfreie Sachen eingesetzt werden. Was genau die Banken damit meinen, wird unterschiedlich ausgelegt. Für die eine Ethikbank bedeutet dies zum Beispiel sozialverträgliche und umweltverträgliche Investitionen zu tätigen. Die andere Ethikbank unterstützt damit christliche Missionsprojekte.

Wie gut Ethikbanken bei den Kunden ankommen

In vielen Fällen ist es für Kunden eine sehr charmante Idee, sein Geld auf diese Weise für einen "guten" Zweck arbeiten zu lassen. Und das ist durchaus gefragt. Rund 400.000 Kunden können die ethisch ausgerichteten Banken derzeit vorweisen. Diese Banken gibt es: 
  • Die ökologische Umweltbank
  • Die sozial engagierte GLS Bank
  • Die niederländische Triodos Bank
  • Alternativ dazu gibt es in der Regel genossenschaftlich organisierte, christlich orientierte Institute wie die Evangelische Bank, die KD-Bank, die Ordensbank oder die Steyler Bank.

Wie viel kostet ein Konto bei einer Ethikbank?

Beispiel EthikBank: Diese wurde von der Volksbank Eisenberg gegründet. ""Wir sind stolz darauf, dass die EthikBank von einer genossenschaftlich organisierten Bank gegründet worden ist - der Volksbank Eisenberg eG. Die Rechtsform der Genossenschaft passt am besten zum Anliegen der EthikBank", betont Vorstandsvorsitzender Klaus Euler den idellen Wert der Bank.
 
  • Gesamtkosten: Ein Durchschnittskunde kommt in unserem Girokontenrechner zum Beispiel bei der EthikBank auf über 90 Euro Gesamtausgaben.
  • Geldanlage: Die EthikBank bietet derzeit praktisch keine Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld oder Sparbriefe.
  • Vergleich zu anderen Ethikbanken: Auch bei den anderen ethischen Anbietern kostet das Girokonto mit Kreditkarte und girocard einige Euro im Jahr.

Lohnen sich die Kosten einer Ethikbank aus moralischen Gründen? 

Informieren Sie sich, was hinter den Ideen steckt: Die meisten ethischen Banken pflegen eine sehr offene Informationspolitik. Über ausführliche Geschäftsberichte oder Listen der finanzierten Projekte wird dokumentiert, dass auch wirklich das Kundengeld für die vorher versprochenen Dinge eingesetzt wird.

Insgesamt kann man bei den etablierten Anbietern auch davon ausgehen, dass gemacht wird, was ethisch versprochen wurde. Aber: Je spärlicher die Informationen an Sie herausgegeben werden, desto wahrscheinlicher ist eine schwammige Interpretation der auferlegten ethischen Regeln. Insbesondere in diesem Fall könnte eine andere Strategie ethisch, moralisch und finanziell viel effektiver sein.

Mein TippWer sein Konto bei einem "normalen" Topanbieter aus unserem Vergleich führt, hat über das Jahr gesehen rund 50 bis über 100 Euro gespart.

Dieses Geld könnten Sie zum Beispiel für ethische Zwecke ausgeben. Zum Beispiel gemeinnützige Projekte direkt unterstützen, wie die Obdachlosenhilfe oder den Tierschutzverein im Ort. Denn wer vor der eigenen Haustür spendet, kann sich selbst von der Sinnhaftigkeit seiner ethischen Investitionen überzeugen. Außerdem: Die Quittung kann in der Regel auch beim Finanzamt geltend gemacht werden und spart so sogar noch Steuern.

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Datenstand: 08.12.2016
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Liebe Leserinnen und Leser,

Florian Junker mein Name ist Florian Junker. Bei geldsparen.de bin für Geldanlage sowie Bauen und Wohnen zuständig. Als dreifacher Familienvater weiß ich aus eigener Erfahrung, wie praxistaugliche Lösungen aussehen müssen.

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Leserkommentare

Kommentare können sich auf eine ältere Version des Artikels beziehen.

30.03.2016 09:37 Uhr
Florian Junker: Hauptsache Moral oder auch finanziell effizent?
Liebe Leser, ich kann verstehen, dass mein Tipp nicht funktioniert, wenn Sie "normale" Banken per se ablehnen. Dann gibt es, wie auch im Artikel beschrieben, für Sie bei den Ethikbanken charmante Alternativen. Finanziell effizient ist das aber unter dem Strich in der Regel nicht. Das ist letztlich der typische Gegensatz von Gesinnungs- und Verantwortungsethik, den jeder für sich selbst entscheiden muss. Beste Grüße Florian Junker

26.03.2016 16:37 Uhr
Schuler: Ausdrückliche Zustimmung
Kann meinem Vorredner Frank Peter nur ausdrücklich zustimmen. Siehe Studie "Die Waffen meiner Bank" von urgewald e.V.

25.03.2016 05:51 Uhr
Xaver: Doch gute Idee
Beim ersten Durchlesen hab ich auch gedacht, was für ein blöder Tipp. Aber dann hab ich nochmal nachseniert: Kostenlose Girokonten sind doch für "normale" Banken teuer und in der Regel ein Verlustgeschäft, dass sie nur für die Kundenwerbung einsetzen. Wenn ich also wirklich das an Gebühren gesparte Geld regional für den guten Zweck einsetze und es bei der Steuer absetze, ist das wahrscheinlich tatsächlich moralisch effizienter als ein relativ teures Konto bei einer Ethikbank zu führen. Wenn es um's Geldanlegen geht, dann sieht die Sache allerdings wieder anders aus...

23.03.2016 19:49 Uhr
Frank Peters: Tolle Idee! :-|
Man spare sich die Kontoführungsgebühren, um mit dem so gewonnenen Geld Flüchtlingen zu helfen, die vor den Waffen fliehen, deren Herstellung meine Bank mit ihrer Geldanlagepolitik finanziert hat. Ganz großartig!


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