Max Gei├čler
Ein Beitrag von Max Gei├čler, 09.04.2018

Dienstfahrrad Ein E-Bike vom Chef

Immer mehr Chefs spendieren ihren Angestellten Dienstfahrr├Ąder. Besonders E-Bikes sind beliebt. F├╝r solche Gehaltsextras m├╝ssen Sie allerdings Steuern zahlen. Wie hoch fallen diese aus?
Dienstfahrrad Ein E-Bike vom Chef

Wer mit einem Dienstfahrrad statt mit einem Dienstwagen unterwegs ist, muss sich nicht mehr ├╝ber Staus und Parkplatzmangel ├Ąrgern.

Ein probates Mittel gegen Staus und Abgase ist das E-Bike. Wer zur Arbeit radelt, ist h├Ąufig schneller unterwegs als mit dem Auto, tut etwas f├╝r seine Gesundheit und spart Benzin. „E-Bikes schonen nicht nur die Umwelt. In Ballungsr├Ąumen kann man damit die Staus im Berufsverkehr umfahren, au├čerdem findet sich meist ein Abstellplatz direkt vor der T├╝r,“ sagt Bernd Werner, Vorstand der Lohnsteuerhilfe f├╝r Arbeitnehmer e. V., mit Sitz in Gladbeck. Mehrere Hunderttausende E-Bikes sollen bereits durch Deutschland rollen.

Ein Schn├Ąppchen sind die elektrisch unterst├╝tzten Bikes aber nicht. Gute R├Ąder kosten schon mal 2.000 bis 3.000 Euro – zu viel f├╝r manchen Arbeitnehmer. Es gibt jedoch einen Ausweg. Fragen Sie doch mal Ihren Chef, ob er nicht ein Dienstrad spendieren m├Âchte. Im Kampf um gute Mitarbeiter punktet n├Ąmlich das E-Bike inzwischen auch als Gehaltsbonus. Dabei m├╝ssen Firmen das Rad noch nicht mal selbst anschaffen. Dienstfahrr├Ąder lassen sich heute auch kosteng├╝nstig leasen. Nach 36 Monaten kann der Mitarbeiter dann entweder das Rad f├╝r einen Bruchteil des Preises kaufen oder die Firma least ein neues Rad.

Finanzamt fordert seinen Anteil am Dienstfahrrad

Umsonst ist das Geschenk vom Chef aber nicht. Das E-Bike vom Arbeitgeber muss beim Finanzamt abgerechnet werden. „Im Grunde behandelt der Fiskus Fahrr├Ąder wie Dienstwagen, die nach der 1-Prozent-Regelung steuerlich ber├╝cksichtigt werden“, erkl├Ąrt Werner. Der Arbeitgeber ├╝berl├Ąsst dem Angestellten ein Dienstrad, das er auch privat nutzen darf. Aus steuerlicher Sicht entsteht hier f├╝r den Angestellten ein „geldwerter Vorteil“. Diesen muss er versteuern.
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So viel Steuern fallen f├╝r ein Dienstfahrrad an

Wie beim Dienstwagen kommt die sogenannte Ein-Prozent-Regelung zum Einsatz. Das hei├čt: Die private Nutzung eines Fahrzeugs, das zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt wird, ist f├╝r jeden Kalendermonat mit einem Prozent des inl├Ąndischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuz├╝glich der Kosten f├╝r Sonderausstattung einschlie├člich Umsatzsteuer anzusetzen.

Beispiel:
Der Listenpreis des Fahrrads betr├Ągt inklusive Mehrwertsteuer 2.800 Euro. Fest am Fahrrad montiertes Zubeh├Âr muss dazu gerechnet werden. Sonderangebote oder Rabatte z├Ąhlen nicht. Monatlich ein Prozent davon sind als geldwerter Vorteil zu versteuern, also 28 Euro. Dieser Betrag wird monatlich fiktiv zum Einkommen hinzugerechnet. Dadurch erh├Âhen sich entsprechend Steuern und Sozialabgaben. Liegt die Abgabenbelastung insgesamt bei 50 Prozent, kostet das E-Bike also rund 14 Euro pro Monat. Die Entfernungspauschale von 0,03 Prozent des Listenpreises f├Ąllt im Gegensatz zum Dienstwagen nicht an, ebenso wenig muss der Angestellte das Aufladen der Batterie beim Arbeitgeber versteuern.

Im Gegensatz zum Dienstwagen, wo man statt der Ein-Prozent-Regel auch ein Fahrtenbuch f├╝hren und damit die zus├Ątzliche Besteuerung aushebeln kann, geht dies beim Dienstfahrrad nicht. Allerdings k├Ânnte man rein theoretisch mit seinem Arbeitgeber vereinbaren, dass Rad ausschlie├člich dienstlich zu nutzen. Dann entfiele die Ein-Prozent-Besteuerung. Da dieses Verhalten jedoch ziemlich un├╝blich ist, wird sich wohl kaum ein Arbeitgeber darauf einlassen – schlie├člich m├╝sste der Chef die Einhaltung des privaten Bike-Verzichts kontrollieren.

Besteuerung des Dienstfahrrads beim Leasing

Least der Arbeitgeber das Rad und stellt es dem Arbeitnehmer zur Verf├╝gung, sieht die Rechnung ung├╝nstiger aus. Grund: Der Chef zieht vom monatlichen Bruttolohn die Leasingrate und die Versicherungspr├Ąmie f├╝r das Bike ab, zudem muss der Angestellte den geldwerten Vorteil des Rades mit einem Prozent des Listenpreises versteuern. Durch die sogenannte Barlohnumwandlung hat der Angestellte also weniger Lohn in der Tasche.

Sonderfall Pedelec

Ein Sonderfall sind sogenannte S-Pedelecs, also E-Bikes, die schneller fahren als 25 Kmh. Sie werden als Kraftfahrzeuge klassifiziert und dadurch steuerlich anders behandelt. „Wer sein schnelles Elektrorad auch privat nutzen darf, muss es nicht nur wie einen Dienstwagen nach der Ein-Prozent-Regelung versteuern. Hier fallen au├čerdem Steuern f├╝r die Fahrten zur Arbeit an“, informiert Steuerexperte Werner. Der Besch├Ąftigte muss f├╝r den Arbeitsweg 0,03 Prozent der unverbindlichen Herstellerpreisempfehlung (brutto) zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Rads pro Kilometer und Monat beim Finanzamt abrechnen. Bei einem Listenpreis von 2.800 Euro entspricht dies pro Entfernungskilometer immerhin 0,84 Euro. Zehn Kilometer Arbeitsweg summieren sich somit auf 8,40 Euro im Monat, pro Jahr entsteht ein Betrag von 100,80 Euro. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent entsteht dadurch eine Steuerbelastung von 30,24 Euro.

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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de k├╝mmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor t├Ątig.

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