Oliver Mest
Ein Beitrag von Oliver Mest, 07.08.2012 (Aktualisiert 27.05.2013)

Vergünstigungen Wie Familien Steuervorteile nutzen können

Kinder kosten Geld – klar, dass Eltern froh sind, wenn die Haushaltskasse durch steuerliche Vergünstigungen entlastet wird. Die Steuervorteilen für Familien.
Kinder Steuertricks Familie Wie Familien Vorteile nutzen können

Wer geschickt agiert, sichert sich Steuervorteile

Um in den Genuss steuerlicher Vorteile zu kommen, muss für jedes Kind eine eigene Steueranlage abgegeben werden. In diese „Anlage Kind“ tragen Sie alles über Ihr Kind ein. Neben dem Namen und dem Geburtsdatum sind das vor allem Anschrift und die Höhe des erhaltenen Kindergeldes. Außerdem geht es um das familienrechtliche Verhältnis zum Kind: Kreuzen Sie einfach an, ob es sich um Ihr leibliches Kind, Ihr Pflegekind oder Ihr Enkel- bzw. Stiefkind handelt. Außerdem müssen Sie Angaben zu Unterhaltsleistungen bzw. zum erhaltenen Pflegegeld machen.

Kindergeld

Sie bekommen für minderjährige Kinder grundsätzlich steuerliche Vorteile: Sei es direkt durch das Kindergeld (184 Euro bis 215 Euro) oder indirekt durch die Kinderfreibeträge (aktuell 7.008 Euro für Betreuung, Erziehung und Ausbildung), die zu einer Steuererstattung führen. Was für Sie günstiger ist, prüft das Finanzamt automatisch. Mit dem Monat nach Vollendung der Volljährigkeit werden nur noch Kinder steuerlich berücksichtigt, die bestimmte Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Kindergeld wird dann nur noch gezahlt für

a) Kinder in Berufsausbildung und im Freiwilligendienst bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, die
  • eine Berufsausbildung absolvieren.
  • eine Übergangszeit von höchstens 4 Monaten zwischen 2 Ausbildungsabschnitten durchlaufen.
  • eine Wartezeit bis zur Berufsausbildung überbrücken.
  • einen Freiwilligendienst − wie z. B. ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr − leisten.
b) arbeitslose Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres, die arbeitssuchend gemeldet sind.

c) behinderte Kinder ohne Altersbegrenzung, deren Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist und die keine finanziellen Mittel für den Unterhalt haben.

Familieneinkommen nicht mehr entscheidend

Sämtliche Unterstützungsleistungen des Staates für Kinder waren bei volljährigen Kindern bisher auch daran gekoppelt, dass das Kind mit seinen Einkünften und Bezügen die Grenze von 8.004 Euro nicht überschreitet. Mittlerweile spielt das Einkommen keine Rolle mehr. Aber Vorsicht: Absolviert das Kind eine Zweitausbildung, wird Kindergeld nur noch gewährt, wenn keine Berufstätigkeit ausgeübt wird, die die Zeit und die Arbeitskraft des Kindes überwiegend beansprucht. Unproblematisch ist es aber, wenn ein Teilzeitjob ausgeübt wird, eine geringfügige oder kurzfristige Beschäftigung oder die Zweitausbildung im Rahmen eines Ausbildungsdienstverhältnisses absolviert wird, wie es z. B. bei einer Lehre oder einer Umschulung der Fall ist.

Ausbildungsfreibetrag

Ist Ihr Kind in Ausbildung, bekommen Sie zusätzlich zum Kindergeld oder den Freibeträgen einen sogenannten Ausbildungsfreibetrag für „Sonderbedarf", wenn das Kind volljährig und außerhalb untergebracht ist. Dieser Ausbildungsfreibetrag beträgt 924 Euro im Jahr.

Vorteil für Alleinerziehende

Mit der Steuererklärung können Alleinerziehende einen sogenannten Entlastungsbetrag geltend machen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens 1 Kind gehört, für das Sie Kindergeld oder den steuerlichen Kinderfreibetrag erhalten. Der Freibetrag liegt bei 1.308 Euro im Jahr und soll Alleinerziehende unterstützen, die alleine ein Kind großziehen und den Haushalt führen.

Kinderbetreuungskosten

Zu hohen Steuervorteilen kann auch die steuerliche Anerkennung von Kinderbetreuungskosten führen. Seit 2012 sind die Kosten als Sonderausgaben grundsätzlich absetzbar für alle Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Pro Kind können 2/3 der tatsächlichen Kosten abgesetzt werden, berücksichtigt werden aber maximal 4.000 Euro.

Schulgeld

Die Kosten für die Schulausbildung Ihrer Kinder sind in aller Regel mit dem Kindergeld bzw. den Freibeträgen abgegolten. Etwas anderes gilt jedoch, wenn Sie Schulgeld für eine Privatschule zahlen müssen: 30 % der Kosten können bis zu einem Maximalbetrag von 5.000 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Erforderlich ist lediglich für die steuerliche Anerkennung, dass die Schule zu einem anerkannten allgemein bildenden oder berufsbildenden Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss führt.

Riester-Kinderzulage

Wenn Sie einen Riester-Vertrag besparen, werden für den kindergeldberechtigten Nachwuchs zusätzliche Zulagen gutgeschrieben: Pro Kind 185 Euro, wurde es nach dem 1.1.2008 geboren, gibt es sogar 300 Euro. Die Kinderzulage steht dabei grundsätzlich der Mutter zu, auf Antrag kann sie aber auch der Vater bekommen.

Steuervorteile bei Krankheitskosten

Krankheitskosten sind – soweit sie nicht von der Versicherung getragen werden – steuerlich absetzbar. Allerdings wird eine sogenannte zumutbare Belastung abgezogen, die als Eigenanteil steuerlich nicht wirksam wird. Familien mit kindergeldberechtigten Kindern kommen dabei in den Genuss günstigerer Sätze als Kinderlose: So muss eine Familie mit 2 Kindern und einem Einkommen von 50.000 Euro lediglich 1.500 Euro der Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung selbst tragen – bei einem Single sind es 3.000 Euro
 

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