Max Geißler
Ein Beitrag von Max Geißler, 12.11.2015

Die Steuerfrage ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung?

Steuern im Alter sind ärgerlich. Mit ETF-basierten Rentenversicherungen halten Sie die Belastung gering. Gilt das auch für Sparpläne mit ETF’s?
Die Steuerfrage ETF-Sparplan oder ETF-Rentenversicherung?

Gut lachen im Alter hat, wer rechtzeitig vorsorgt

Soll die private Altersvorsorge auf Fonds basieren, stehen zwei Produkte zur Wahl: der klassische Fondssparplan und fondsgebundene Rentenversicherungen. In beiden Fällen können Sie kostengünstige ETF’s wählen. Solche Indexfonds verursachen nur geringe Kaufgebühren und überzeugen mit sehr niedrigen laufenden Kosten. Die Versicherung WWK bietet seit Kurzem eine Fondsrente auf ETF-Basis, die deutliche Kostenvorteile gegenüber klassischen Fondsrenten aufweist. Ähnliche Produkte offerieren die Gesellschaften Ergo und Interrisk. Fondssparpläne auf ETF-Basis sind hingegen deutlich weiter verbreitet. Sie finden Sie bei so gut wie jeder Bank.

• Spartipp - ETF‘s zum Nulltarif
: Möchten Sie einen ETF-Sparplan anlegen, sollten Sie einen Blick zu Internetbanken werfen. Bei Instituten wie ING-Diba und Comdirect finden Sie ETF’s ganz oder teilweise ohne Order- und Depotgebühren.
Fonds Beratung
Steuervorteile sprechen für ETF-Rentenversicherung
Aber schielen Sie nicht nur auf die Kosten. Eine gute Altersvorsorge berücksichtigt auch Steueraspekte, damit die Rente im Alter nicht unnötig geschmälert wird. Drei Aspekte sind wichtig:

1. Sparphase: Die steuerlichen Vorteile während der Einzahlphase halten sich in Grenzen. Sie können weder die Beiträge in einen ETF-Sparplan noch in eine ETF-Fondsrente beim Finanzamt geltend machen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Kapitalumschichtungen innerhalb der Rentenversicherung von einem ETF zum anderen sind nicht abgeltungssteuerpflichtig. Damit können Sie Ihre Anlagestrategie im Rahmen des Versicherungsmantels kostenfrei an geänderte Marktgegebenheiten anpassen. Bei ETF-Sparplänen geht dies nicht. Hier müssen Sie für die Gewinne bei einer Fondsumschichtung stets Steuern zahlen.

2. Kapitalauszahlung: Entscheiden Sie sich für die Auszahlung des angesparten Kapitals, erzielt die ETF-Rentenversicherung erneut Vorteile. Bei Auszahlung ab dem 62. Lebensjahr müssen Sie nur die Hälfte des Gewinns, also Ablaufleistung minus eingezahlter Beiträge, mit Ihrem individuellen Steuersatz versteuern. Haben Sie als Rentner einen Steuersatz von 25 Prozent, fallen unterm Strich nur 12,5 Prozent Steuern auf den Gesamtertrag an. Beträgt der Gewinn Ihrer Rentenversicherung 30.000 Euro, gehen also nur 3.750 Euro ans Finanzamt. Beim ETF-Sparplan sind bei Verkauf der Fondsanteile dagegen 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidarbeitrag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig. Die Steuerbelastung ist also mindestens doppelt so hoch.

3. Rentenzahlung: Auch wenn Sie sich für lebenslange Rentenzahlungen entscheiden, erlangen Sie mit der ETF-Rentenversicherung finanzielle Vorteile. Die Zahlungen aus der Fondsrente sind nämlich nur mit dem Ertragsanteil zu versteuern. Bei einem regulären Rentenbeginn mit 67 Jahren brauchen Sie nur 17 Prozent der Zahlungen beim Finanzamt abzurechnen, starten Sie bereits mit 65 Jahren, sind es 18 Prozent. Damit sind Sie besser gestellt als beim klassischen Fondsentnahmeplan, bei dem 25 Prozent Abgeltungssteuer auf realisierte Fondsgewinne anfallen.
Fazit: Bei privaten Rentenversicherungen auf ETF-Basis zahlen Sie deutlich weniger Steuern als mit einem klassischen Fondssparplan. Zwar erzielt ein ETF-Fondssparplan Kostenvorteile gegenüber der Fondspolice, nach Steuern ändert sich aber das Blatt. Als Faustregel gilt: Je öfter Sie Ihre Fondsguthaben während der Sparphase umschichten und je länger die Auszahlphase läuft, desto mehr neigt sich die Waage zugunsten der ETF-Rentenversicherung.

Geldsparen.de-Tipp
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Max Geißler mein Name ist Max Geißler. Auf geldsparen.de kümmere ich mich vor allem um die Themen Geldanlage, Altersvorsorge und Immobilien. Ich habe Politikwissenschaften studiert und bin als Journalist und Buchautor tätig.

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